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Rotes Kreuz zum Tag des Freiwilligenmanagements (5.11.): Freiwillige benötigen als tragende Säule der Gesellschaft Schutz und Sicherheit!

Wien (OTS) – Mehr als 80.000 Menschen sind freiwillig in ganz
Österreich für das
Rote Kreuz tätig. Sie leisten 9,5 Millionen Einsatzstunden im Jahr –
im Rettungsdienst, der Katastrophenhilfe, der Pflege und Betreuung,
im Jugendrotkreuz und in vielen anderen Bereichen. „Sie sind Teil
eines Netzwerks von insgesamt 3,73 Millionen Menschen in Österreich,
die sich freiwillig engagieren. Sie leisten unschätzbare Arbeit für
uns alle, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machen
Österreich in Krisen handlungsfähig“, betont Michael Opriesnig,
Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, vor dem Tag des
Freiwilligenmanagements am 5. November.

Doch die Freiwilligkeit als wichtige gesellschaftliche Säule muss
gestärkt werden. Opriesnig stellt klar: „Freiwilligkeit fällt nicht
vom Himmel – wir müssen unseren Kolleginnen und Kollegen
Planungssicherheit und Rechtssicherheit garantieren, damit
freiwilliges Engagement auch in Zukunft attraktiv bleibt.“ Konkret
fordert der Rotkreuz-Generalsekretär vom Gesetzgeber vier Maßnahmen:

– Dauerhafte Strukturförderung statt kurzfristiger Projekte

Opriesnig: „Damit Menschen helfen können, muss jemand da sein,
der sie aufnimmt, ausbildet und begleitet. Kurzfristige Projektmittel
– wie sie aktuell der Standard sind – finanzieren einzelne
Aktivitäten, aber nicht die Strukturen, die sichere und dauerhaft
verfügbare Hilfe ermöglichen. Investitionen in Koordination sind eine
Voraussetzung für Einsatzfähigkeit, Qualität und Bindung.“

– Freiwillige Leistungen sichtbar machen und öffentlich anerkennen

Opriesnig: „Ein großer Teil freiwilliger Leistung findet
außerhalb öffentlicher Aufmerksamkeit statt, muss aber auch
wahrgenommen werden. Anerkennung darf nicht bei Dankesreden stehen
bleiben: Sie braucht aussagekräftige Kennzahlen, öffentliche Präsenz
und eine klare politische Haltung zum Wert organisierter
Freiwilligkeit. Ein Freiwilligenbericht alle fünf Jahre ist zu
wenig.“

– Rechtliche und soziale Absicherung gewährleisten

Opriesnig: „Für Freiwillige bestehen beträchtliche Lücken bei
Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherungsschutz. Für
bestimmte Einsatzorganisationen gelten besondere gesetzliche
Unfallversicherungsregelungen, für andere Bereiche gelten
unterschiedliche Versicherungslösungen der Bundesländer. Diese Lücken
müssen rasch geschlossen werden. Gleichzeitig muss sichergestellt
werden, dass mögliche Kosten, die unmittelbar durch das freiwillige
Engagement entstehen, nicht bei den Freiwilligen verbleiben – auch
hier sind klare Regelungen nötig.“

– Ausbildung und erworbene Kompetenzen anerkennen

Opriesnig: „Wer im Rettungsdienst, in sozialen Diensten, in der
Jugendarbeit oder im Katastrophenhilfsdienst Wissen und Fähigkeiten
erwirbt, soll sie auch in Ausbildung, Studium und Beruf nützen
können. Beispiele dafür wären die Anrechnung einschlägiger
Ausbildungen als ECTS-Punkte für das Studium, die positive
Berücksichtigung bei Bewerbungen und Studienaufnahmeverfahren. Für
das Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium könnten auch Kompetenzen aus
dem Rettungsdienst berücksichtigt werden.“

Appell an den Gesetzgeber

Der Rotkreuz-Generalsekretär fasst zusammen: „Die Arbeit der mehr
als 80.000 Menschen, die sich freiwillig für das Rote Kreuz
engagieren, ist keine Selbstverständlichkeit. Damit Österreich ein
Land der Freiwilligen bleibt, sind verbesserte Rahmenbedingungen
nötig. Ich appelliere an den Gesetzgeber, auf unsere Vorschläge
einzugehen und mit raschen Maßnahmen die Freiwilligkeit zu stärken.“

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