Haarentfernung

PVÖ an Agenda Austria: Wer höheres Pensionsalter fordert, muss Jobs für Menschen ab 50 sichern

Wien (OTS) – „Wer bei einem Bonus-Malus-System für die Beschäftigung
Älterer von
‚Selbstmord‘ spricht und dabei die Altersarbeitslosigkeit ausblendet,
zeichnet ein schiefes Bild der Wirklichkeit“, erklärt Birgit
Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ).
Sie reagiert damit auf Aussagen von Hanno Lorenz (Agenda Austria) in
der „Kronen Zeitung“. „Die Agenda Austria vergleicht gerne das Jahr
2005 mit 2025. Das machen wir auch, und zwar dort, wo es wehtut: bei
den Menschen über 50, die keine Arbeit mehr finden.“

Plus 133 Prozent bei Frauen, plus 97 Prozent bei Männern
Laut AMS-Jahresdurchschnittsdaten waren 2005 insgesamt 46.509
Personen ab 50 Jahren arbeitslos vorgemerkt. 2025 waren es 97.684,
ein Anstieg um 110 Prozent. Bei den Frauen 50+ stieg die Zahl von
16.769 auf 39.053 (plus 133 Prozent), bei den Männern 50+ von 29.740
auf 58.631 (plus 97 Prozent). „Die Zahlen sprechen für sich. Solange
man in Beschäftigung ist, ist die Welt noch in Ordnung. Wer aber nach
50 den Job verliert, kommt nur sehr schwer oder gar nicht mehr
zurück. Das bedeutet nicht nur Einkommensverlust mit allen Folgen,
sondern auch Verlust an gesellschaftlicher Anerkennung und
Selbstwert“, so Gerstorfer.

Anstieg bei Frauen vor allem gesetzlich bedingt
Dass die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen steigt, ist kein
Beweis dafür, dass der Arbeitsmarkt von selbst funktioniert. „Den
steilen Anstieg bei den Frauen gibt es vor allem deshalb, weil das
gesetzliche Pensionsalter angehoben wird. Wer länger arbeiten muss,
scheint eben länger in der Statistik auf. Ob die Betroffenen auch
tatsächlich einen Arbeitsplatz haben, ist eine ganz andere Frage“,
betont die PVÖ-Präsidentin.

Österreich im EU-Vergleich weit hinten
Bei der Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen liegt Österreich
laut Eurostat mit 60,9 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von
66,4 Prozent. Schweden und Tschechien kommen auf 78,3 Prozent, die
Niederlande auf 75,8 Prozent, Deutschland auf 75,3 Prozent. „Wenn es
um das Pensionsantrittsalter geht, schaut man gerne ins Ausland. Dann
muss man das auch bei der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen
tun. Da ist in Österreich noch viel Luft nach oben“, so Gerstorfer.

Anreiz und gesellschaftliche Verantwortung statt Panikmache
Der PVÖ unterstützt die Forderung, Unternehmen stärker in die Pflicht
zu nehmen. Sie sollen ältere Beschäftigte halten und auch neu
einstellen. „Das ist weder Selbstmord noch sonst etwas Schlimmes. Es
ist eine gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Man kann
das gerne als Strafe bezeichnen, gemeint ist aber ein Anreiz: Wer
ältere Menschen beschäftigt, profitiert davon“, stellt Gerstorfer
klar. „Wer ständig die Erhöhung des Pensionsantrittsalters verlangt,
muss auch akzeptieren, dass mit Nachdruck darauf geachtet wird, dass
Menschen ab 50 echte Beschäftigungschancen haben.“ (Schluss)