Wien (OTS) – Invasive Hornisse breitet sich nun auch nach Österreich
aus:
Aufmerksamkeit und rasches Handeln sind entscheidend, um weitere
Ausbreitung einzudämmen.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Europa
zunehmend aus. Nach den ersten Nachweisen in Österreich im Jahr 2024
und dem ersten dokumentierten Nestfund im Jahr 2026 ist erhöhte
Aufmerksamkeit gefragt. Die invasive gebietsfremde Art stellt
insbesondere für Honigbienen und damit für die Imkerei sowie die
Bestäubung zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen eine ernstzunehmende
Bedrohung dar.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont: „Unsere Honigbienen
sind unverzichtbar für die heimische Landwirtschaft und die
Lebensmittelproduktion. Die Asiatische Hornisse ist eine invasive
Art, die sich in Europa zunehmend ausbreitet und Bienenstöcke
erheblich unter Druck setzt, aber auch andere Insekten gefährdet.
Umso wichtiger ist es, dass Sichtungen frühzeitig erkannt und
gemeldet werden. Nur wenn Behörden, Wissenschaft, Landwirtschaft und
Bevölkerung eng zusammenarbeiten, können wir rasch reagieren und
unsere heimischen Bestäuber bestmöglich schützen. Jede rechtzeitig
gemeldete Sichtung kann dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung zu
verlangsamen.“
Nachweise in Salzburg, Vorarlberg und Tirol
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde
2004 in Frankreich eingeschleppt – sie ist nach EU-Verordnung als
invasive, gebietsfremde Art gelistet. Seither hat sie sich vor allem
in Westeuropa stark ausgebreitet und ist mittlerweile auch in
Österreich nachgewiesen. Der erste österreichische Nachweis erfolgte
am 9. April 2024 in der Stadt Salzburg. Dabei handelte es sich um
eine einzelne junge Königin ohne etabliertes Nest, die abgetötet
wurde. Im Juni 2026 wurden in Lustenau (Vorarlberg) erstmals Nester
in Österreich gefunden. Im weiteren Sommerverlauf kamen weitere Nest-
und Einzelnachweise in Lustenau und Dornbirn (Vorarlberg) hinzu,
welche Dank des raschen Eingreifens der zuständigen Behörden
fachgerecht entfernt wurden. Ende August 2026 wurden mehrere
Exemplare in Kössen (Tirol) bestätigt. Das dazugehörige Nest wurde am
28. August in einer Baumkrone in rund 25 bis 30 Metern Höhe
lokalisiert. Auch hier wurde die fachgerechte Beseitigung veranlasst.
In den übrigen Bundesländern liegen bislang keine bestätigten
Nachweise vor. Es wird jedoch auch dort um erhöhte Aufmerksamkeit
ersucht.
Die invasive Hornissenart jagt Honigbienen und andere wichtige
Insekten. Ihre Jagd auf Honigbienen ist sehr effizient: die Hornissen
schweben vor den Bienenstöcken und fangen heimkommende sowie
ausfliegende Honigbienen ab. Dadurch kann sie Bienenstöcke schwächen
und wirtschaftliche Folgen für die Imkerei nach sich ziehen. Die
Asiatische Hornisse hat ein großes Beutespektrum, wie zum Beispiel
andere Wespen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge. Sie ist daher
auch eine Gefahr für die heimische Insektenwelt und kann ökologische
Folgen haben. Darüber hinaus kann dies zu erheblichen Schäden im Obst
– und Weinbau führen.
Für gesunde Menschen ungefährlich
Für gesunde Menschen ist die Asiatische Hornisse grundsätzlich
genauso ungefährlich wie die heimische Europäische Hornisse. Wie bei
anderen Wespen- und Hornissenarten können Stiche jedoch insbesondere
für Allergikerinnen und Allergiker sowie vulnerable Personen
gesundheitliche Risiken bergen. Nester werden von den Tieren bei
Bedrohung verteidigt, es sollte daher deutlicher Abstand von
entdeckten Nestern gehalten werden und nur geschultes Fachpersonal
zur Entfernung beauftragt werden.
Verdachtsfälle dokumentieren und rasch melden
Auch die engagierte Mithilfe der Bevölkerung ist wichtig: Wer eine
Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund
möglichst mit Fotos dokumentieren und keinesfalls versuchen, Tiere
einzufangen oder Nester selbst zu beseitigen. Verdachtsfälle können
über die österreichweite Meldeplattform: Vespa velutina – Übersicht –
Bienengesundheit gemeldet werden. Funde in Vorarlberg werden am
besten per E-Mail an [email protected] gemeldet. Aber auch in anderen
Bundesländern gibt es solche Meldeplattformen. Die Meldungen werden
von Expertinnen und Experten überprüft und bei bestätigten Nachweisen
die zuständigen Behörden informiert, damit notwendige Maßnahmen rasch
eingeleitet werden können.
„Der Schutz unserer Insektenwelt ist eine vordringliche und vor allem
auch gemeinsame Aufgabe – wir arbeiten eng mit den Bundesländern und
den zuständigen Behörden zusammen. In einem gemeinsamen Projekt mit
unserem Nachbarland Ungarn setzen wir uns zudem für eine
grenzüberschreitende Strategie ein. Mit Aufmerksamkeit, raschen
Meldungen und einem verantwortungsvollen Umgang können wir dazu
beitragen, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen und
unsere heimische Artenvielfalt langfristig zu erhalten“, so Totschnig
.
Projekt ZUSIMLANA – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse macht keinen Halt an
Landesgrenzen. Nachdem die invasive Art in der ungarischen
Grenzregion nachgewiesen wurde und 2024 auch erstmals in Österreich
auftrat, wurde das grenzüberschreitende Projekt ZUSIMLANA ins Leben
gerufen. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt entwickelt unter
anderem eine gemeinsame Strategie zur Überwachung und Eindämmung der
Asiatischen Hornisse. Im Mittelpunkt stehen die enge Zusammenarbeit
sowie der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Imkerei-,
Landwirtschafts- und Naturschutzsektor und den Behörden in der
Grenzregion von Österreich und Ungarn.
Zum Projekt: ZUSIMLANA – AGES
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse: Asiatische Hornisse –
AGES