Greenpeace zu Mietrechtsreform: Sanierungsturbo statt Symbolpolitik

Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt die
heute
angekündigte und längst überfällige Mietrechtsreform der
Bundesregierung. Der Vorstoß greift jedoch viel zu kurz, solange
Strom fressende Klimageräte das Problem nur auf die Straße verlagern.
Greenpeace fordert von Klimaminster Norbert Totschnig den
Sanierungsturbo zu zünden und von Wohnminister Babler Mietminderungen
für Hitzewohnungen einzuführen. Zudem müssen auch Schulen und
Kindergärten eine Finanzspritze für Hitzeschutz erhalten, um die
Kinder und das Personal vor Extremtemperaturen zu schützen.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace: “Wenn das
eigene Zuhause zum Backofen mutiert, gefährdet das die Gesundheit und
raubt den Schlaf. Rund 400 Menschen in Österreich sind bereits an den
Folgen der letzten Hitzewelle im Juni gestorben. Es ist richtig, dass
die Bundesregierung die rechtlichen Blockaden für Hitzeschutz endlich
einreißt, doch der Elefant im Raum wird dabei nicht angetastet: Es
sind besonders schlecht gedämmte Altbauten, die sich bedrohlich
aufheizen. Deshalb muss Klimaminister Totschnig jetzt auch den
Sanierungsturbo zünden und das Budget für die thermische Sanierung
deutlich erhöhen. Nur so kann hitzefittes Wohnen langfristig für alle
Menschen in Österreich ermöglicht werden.”

Ein blinder Fleck des Maßnahmenpakets betrifft öffentlich genutzte
Gebäude. Messungen von Greenpeace an einer Wiener Schule belegen,
dass Schüler:innen an dutzenden Tage unter drückender Hitze im
Unterricht sitzen. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt schlagartig,
während Kreislaufprobleme zunehmen. Die Bundesregierung darf den
Hitzeschutz nicht an der Wohnungstür stoppen. Greenpeace fordert von
Bildungsminister Wiederkehr, gemeinsam mit den Ländern ein Notfall-
Budget für hitzefitte Schulen und Kindergärten auf den Weg zu
bringen.