Wien (OTS) – In Österreich werden jährlich mehr als eine Million
Tonnen noch
genießbarer Lebensmittel entsorgt. Rund 54 Prozent der vermeidbaren
Lebensmittelabfälle entstehen in privaten Haushalten. Gleichzeitig
sind in Österreich rund 420.000 Menschen von schwerer Ernährungsarmut
betroffen.
Große Mengen genießbarer Lebensmittel gehen verloren. Zugleich
haben viele Menschen nur eingeschränkten Zugang zu ausreichender und
ausgewogener Ernährung. Lebensmittelverschwendung ist damit nicht nur
ein ökologisches und wirtschaftliches Problem, sondern auch eine
soziale Herausforderung.
Zwtl.: Gesunde Ernährung braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Ob Menschen sich gesund ernähren können, hängt nicht allein von
individuellen Entscheidungen ab. Leistbarkeit, Verfügbarkeit,
Bildungsniveau und soziale Lebensbedingungen prägen maßgeblich die
Möglichkeiten im Alltag.
Besonders für Kinder und Jugendliche ist eine ausgewogene
Ernährung von zentraler Bedeutung. Sie unterstützt Wachstum,
Immunsystem, Knochenentwicklung und geistige Leistungsfähigkeit und
kann langfristig dazu beitragen, das Risiko ernährungsbedingter
Erkrankungen zu senken. Da Ernährungsgewohnheiten früh geprägt
werden, ist ein verlässlicher Zugang zu hochwertigen und gesunden
Lebensmitteln besonders wichtig. Gleichzeitig beeinflussen
verschiedene soziale, gesundheitliche und strukturelle Faktoren die
Ernährungsgewohnheiten und das Risiko für Übergewicht und Adipositas.
Dazu zählen etwa ein niedriger sozioökonomischer Status,
psychosoziale Belastungen, Bewegungsmangel sowie das
Lebensmittelangebot und der Umgang mit Lebensmitteln. Auch Wissen
darüber, wie Lebensmittel verarbeitet, gelagert und haltbar gemacht
werden können, spielt eine wichtige Rolle. Dieses Verständnis stärkt
die Wertschätzung von Lebensmitteln, kann dazu beitragen,
Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig eine gesunde
Ernährung zu fördern.
Gesunde Ernährung ist daher nicht allein eine Frage persönlicher
Verantwortung, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Schulen
und Kindergärten können mit gesunder und nachhaltiger Verpflegung
sowie Ernährungsbildung wesentlich dazu beitragen, gesundheitliche
Chancen früh zu verbessern.
Zwtl.: Forschung und Praxis zusammenführen
Als Teil des FEAST -Konsortiums beschäftigt sich das Ökosoziale
Forum mit der Frage, wie gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag
gestärkt werden kann. Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule
Korneuburg wird der Schulstandort Windmühlgasse in diese Richtung
weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt stehen Angebote, die gesundheitliche, ökologische
und praktische Anforderungen miteinander verbinden und zugleich die
Lebensrealität der Jugendlichen berücksichtigen. Ziel ist es,
nachhaltige Ernährung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im
schulischen Alltag konkret erfahrbar zu machen.
FEAST wird kofinanziert von: European Union’s Horizon Europe
research and innovation programme.