Wien (OTS) – In der Steiermark soll das Tanzschulgesetz 2027
gestrichen werden –
ein entsprechender Entwurf ist seit 30. Oktober 2026 in Begutachtung.
Weitere Bundesländer könnten diesem Beispiel folgen. Die
Branchenvertreter im Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe in der
Wirtschaftskammer Österreich zeigen sich besorgt. Ohne
Gesetzesvorgaben ist der Beruf „Tanzlehrer“ bundesweit nicht
definiert. Ohne entsprechende gesetzliche Vorgaben könnte sich
grundsätzlich auch jemand nach der Teilnahme an einem einzelnen
Workshop als Tanzlehrer bezeichnen, was Folgen für Qualität,
Konsumentenschutz und fairen Wettbewerb mit sich bringen würde.
Zwtl.: Ausbildung braucht klare Regeln
„Uns geht es darum, bewährte Standards zu sichern. Wer die
Tanzschulgesetze ersatzlos streicht, riskiert, dass klare
Qualifikations- und Qualitätsstandards verloren gehen“, sagt Andy
Wankmüller, Bundesbranchensprecher der österreichischen Tanzschulen.
„Eltern müssen wissen, wem sie ihre Kinder anvertrauen. Ohne klare
Regeln wird es deutlich schwieriger, Ausbildung und fachliche Eignung
zu erkennen“, so Wankmüller weiter.
Tanzschulen unterrichten alle Generationen – vom Kindertanz bis
zu den Senioren. Gerade bei Kindern und Jugendlichen braucht es mehr
als tänzerisches Können: Methodik, Didaktik, Entwicklungspsychologie,
Prävention, sichere Räume und transparente Information über Angebot
und Bedingungen.
Zwtl.: Unfairer Wettbewerb durch Schwarzunterricht
Schon heute gibt es Fälle von Schwarzunterricht, bei denen
Tanzunterricht außerhalb der geltenden rechtlichen Vorgaben angeboten
wird. Wer vorgeschriebene Bewilligungen, Sicherheitsauflagen oder
andere Verpflichtungen umgeht, verschafft sich einen
Wettbewerbsvorteil gegenüber jenen Tanzschulen, die sich an die
Regeln halten. Das geht zulasten der korrekt arbeitenden Betriebe.
Zwtl.: Die Lösung liegt längst auf dem Tisch
Die Branchenvertreter fordern einen schlanken, österreichweit
einheitlichen Qualitätsrahmen. Bezeichnungsschutz statt Wildwuchs,
ÖNORMEN als Maßstab, gleiche Regeln für alle sowie die Anerkennung
und das Sichtbarmachen der Tanzlehrerausbildung.
Zwtl.: Mehr als Schritte und Figuren
Tanzschulen vermitteln jungen Menschen soziale Kompetenz,
Umgangsformen und Respekt. Sie pflegen den Gesellschaftstanz und
tragen die österreichische Ballkultur. Tanzen stärkt das Herz-
Kreislauf-System, das Gedächtnis und das psychische Wohlbefinden,
bringt Menschen zusammen und wirkt Vereinsamung entgegen. Außerdem
sind Tanzschulen regionale Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe.
„Österreich ist ein Land der Bälle und der Tanzkultur. Diese
Qualität haben Generationen von Tanzlehrerinnen und Tanzlehrern
aufgebaut. Wir appellieren an die Länder: Sichern wir dieses Niveau
mit wenigen, klaren Regeln – statt es mit einem Federstrich aufs
Spiel zu setzen“, so Wankmüller abschließend. (PWK594/TK)