Zwtl.: Vom Jodeln bis hin zum Lechtaler Heil- und
Nutzpflanzenwissen:
Zum Internationalen Tag des Immateriellen Kulturerbes werden am 17.
Oktober 2026 sechs neue Praktiken in das Nationale Verzeichnis
aufgenommen – damit umfasst es 188 Elemente.
Das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes macht die
kulturelle Vielfalt Österreichs sichtbar. Es umfasst Ausdrucksformen
aus den fünf von der UNESCO definierten Bereichen: von künstlerischen
und mündlich überlieferten Traditionen über Handwerk und Feste bis
hin zu Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur. Das Verzeichnis
gibt Einblick, was in Österreich an kulturellem Erbe gelebt und von
Gemeinschaften weitergegeben wird.
Kulturminister Babler begrüßt die Aufnahme von weiteren
lebendigen Traditionen: „Mit diesen sechs unterschiedlichen Praktiken
aus ganz Österreich wird die Sammlung des immateriellen Kulturerbes
erneut bereichert. Die Traditionen werden seit Generationen gepflegt
und spiegeln die Geschichte sowie den sozialen Zusammenhalt der
Menschen in unseren Regionen wider.“
Zwtl.: Folgende sechs Einträge ergänzen nun das Verzeichnis:
–
Jodeln (österreichweit): Jodeln ist als im alpinen Raum als
vokale Praxis mit vielfältigen regionalen Ausdrucksformen bekannt.
Merkmale umfassen die Dreiklangszerlegungen, Mehrstimmigkeit oder
rasche Wechsel zwischen Brust- und Falsettstimme.
–
Rituale und Praktiken des Feuer- und Scheibenschützenwesens im
Salzkammergut (Oberösterreich, Salzburg, Steiermark): Aus dem ursp.
zur Wehrhaftigkeit der Salz- und Holzarbeiter*innen geförderten
Schützenwesen entwickelte sich eine eigenständige Praxis des
sportlichen Wettkampfs. Sie umfasst die historische Schießweise mit
Feuerstutzen, regionale Trachten und musikalische Begleitung.
–
Wissen und kulturelle Praktiken rund um das Tux-Zillertaler Rind
(Tirol): Die kulturelle Bedeutung des Tuxer-Rindes gründet neben der
Erhaltung dieser seltenen Rinderrasse insbesondere auf der
symbolischen Bedeutung der Tiere als „Glückskühe“ und damit
verbundenen Praktiken wie der Kürung der „Moarin“ und der Symbolik
der Feder.
–
Wiener Wurstelpraterkultur (Wien): Die Praterkultur wird von den
Menschen geprägt, die den Prater über Generationen lebendig halten.
Eine zentrale Rolle spielen die Schausteller*innen mit ihren
Fahrgeschäften und dem weitergegebenen Wissen. Das Zusammenspiel von
Betreiber*innen und Besucher*innen schafft die besondere
Praterstimmung.
–
Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen (Tirol): Die artenreichen
„Lechtaler Grasberge“ bilden die Grundlage für ein über Jahrhunderte
tradiertes Wissen. Weitergegeben werden Kenntnisse über die Anwendung
von Pflanzen ebenso wie regionale Pflanzennamen und mundartliche
Merksprüche.
–
Herstellung und Wissen rund um die Walsertaler Trachten (
Vorarlberg): Die Herstellung und Verwendung der Walsertaler Trachten
ist durch charakteristische Formen, dialektale Ausdrücke und
überlieferte handwerkliche Techniken geprägt, wozu ein spezifisches
Wissen über Materialien und Verarbeitung notwendig ist.
Hintergrund
Das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wurde
2010 im Rahmen des von Österreich 2009 ratifizierten UNESCO-
Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003
etabliert. Die Österreichische UNESCO-Kommission ist, im Auftrag des
Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, mit
der Führung des Verzeichnisses betraut. Über die Aufnahme neuer
Elemente entscheidet ein eigens dafür eingerichteter Fachbeirat.
Zur Unterscheidung der Begriffe Immaterielles Kulturerbe und
Welterbe der UNESCO siehe: https://www.unesco.at/kultur/immaterielles
-kulturerbe/warum-ist-immaterielles-kulturerbe-nicht-gleich-
weltkulturerbe