Haarentfernung

Gaza: Das ist kein Waffenstillstand! – Hilfsorganisationen fordern: Österreich muss aktiv werden

Wien (OTS) – Vor einem Jahr, am 10. Oktober 2025, ist ein
Waffenstillstand in Gaza
in Kraft getreten. Doch die israelischen Streitkräfte greifen
weiterhin fast täglich Ziele im Gazastreifen an. In den vergangenen
zwölf Monaten wurden etwa 1.400 Palästinenser:innen getötet und mehr
als 4.600 verletzt – darunter zahlreiche Frauen und Kinder.
Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit verschlechtert sich
die humanitäre Lage. Gewalt, Vertreibung und humanitäre Blockade
dauern an. Ärzte ohne Grenzen und Caritas appellieren an die
österreichische Außenministerin, gegen die genozidalen
Vorgehensweisen aktiv zu werden.

Mit einer Kundgebung vor dem Außenministerium wenden sich Ärzte
ohne Grenzen und Caritas an die österreichische Bundesregierung und
insbesondere an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Zwar hat das
offizielle Österreich im Rahmen der UN-Generalversammlung im
September klare Worte zu den Verstößen gegen das humanitäre
Völkerrecht in Gaza und im Westjordanland gefunden. Doch das allein
reicht nicht. Österreich muss konkrete und konsequente Maßnahmen für
die Wahrung der Rechte und der Würde der Menschen in den besetzten
palästinensischen Gebieten setzen und schon im Vorfeld der Übernahme
des UN-Sicherheitsratssitzes aktiv werden.

Große Teile des Gazastreifens sind von der israelischen Armee
besetzt. Die Menschen leben dicht zusammengedrängt unter
katastrophalen Bedingungen auf nur noch rund 35 Prozent der
Gesamtfläche. Das Gesundheitssystem, die Wasserinfrastruktur und
andere lebensnotwendige zivile Einrichtungen werden weiter zerstört.

Zwtl.: Angriffe auf das Gesundheitswesen und Blockade von Hilfsgütern

Vor dem Außenministerium unterstreichen zwei Objekte die
Notwendigkeit zum Handeln: Ein rostiges Krankenbett mit einem
blutigen Laken steht für die Angriffe auf das Gesundheitswesen,
während Hilfspakete hinter einer Schranke die andauernde Blockade
lebensnotwendiger Hilfsgüter symbolisieren. Einfuhrbeschränkungen bei
Motoröl und Ersatzteilen legen zudem die kritische Infrastruktur
lahm, die zum Betrieb von Krankenhäusern oder Systemen der
Wasserversorgung nötig ist.

Zwtl.: Ärzte ohne Grenzen: Menschen systematisch von
Gesundheitsversorgung abgeschnitten

„Die Menschen im Gazastreifen leben unter Bedingungen, die krank
machen. Ärzte ohne Grenzen versorgt weiterhin Menschen mit
Verletzungen infolge von Luftangriffen, Explosionen und
Schusswaffengebrauch. Unsere Teams behandeln immer mehr Menschen mit
vermeidbaren Atemwegsinfektionen, Hautkrankheiten und
Durchfallerkrankungen. Die Menschen sind enormen psychischen
Belastungen ausgesetzt, bei denen wir sie unterstützen. Diese
Entwicklungen sind keine unvermeidbare Folge des Krieges, sie sind
das Ergebnis einer Politik, die den Menschen systematisch die
Versorgung abschneidet. Österreich darf dieses Vorgehen der
israelischen Führung nicht länger decken. Außenministerin Meinl-
Reisinger muss Konsequenzen ziehen”, so Leo Ho, Präsident von Ärzte
ohne Grenzen Österreich .

Zwtl.: Caritas: Drohende Hungerkrise und Wassermangel als Folge der
Blockade

„Humanitäre Hilfslieferungen werden weiterhin behindert, was zur
Folge hat, dass die Menschen in Gaza unter Mangelernährung und
Wasserknappheit leiden. Kinder sind am stärksten betroffen. Sie haben
zu wenig zu essen und werden krank. Die meisten Kinder können nicht
die Schule besuchen. Nur 40 Prozent der für 2026 erforderlichen
humanitären Mittel sind eingelangt. Wir appellieren heute wiederholt
und eindringlich an die nationale und internationale Politik, sich
unmissverständlich für einen Waffenstillstand einzusetzen, der diesen
Namen auch verdient. Wir fordern die österreichische Regierung auf,
klar Position zu beziehen und eine gemeinsame, klare Haltung und
Konsequenzen in der EU zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass
Österreich seinen künftigen Sitz im UN-Sicherheitsrat nutzt und sich
für die konsequente Einhaltung des humanitären Völkerrechts
einsetzt,“ erklärt Alexander Bodmann, Vize-Präsident der Caritas
Österreich .

Zwtl.: Besondere Rolle Österreichs als künftiges Mitglied des UN-
Sicherheitsrats

Die Maßnahmen der israelischen Regierung behindern die
grundlegende Versorgung der Menschen. Dies hat einen tödlichen
Kreislauf aus extremer Entbehrung, Leid und Tod geschaffen. Ärzte
ohne Grenzen und Caritas fordern Außenministerin Meinl-Reisinger auf,
alles zu unternehmen, um diese Entwicklung zu stoppen und die
Verantwortlichen für Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zur
Rechenschaft zu ziehen. Als künftiges nichtständiges Mitglied des UN-
Sicherheitsrats hat Österreich hier eine besondere Verantwortung und
auch entsprechendes Gewicht.

Zwtl.: So helfen Ärzte ohne Grenzen und Caritas in den
palästinensischen Gebieten

Ärzte ohne Grenzen ist in den palästinensischen Gebieten mit
knapp 1.600 Mitarbeitenden im Einsatz. Die Organisation betreibt oder
unterstützt medizinische Einrichtungen an 13 Standorten im Norden,
Süden und Zentrum des Gazastreifens. Im Westjordanland ist Ärzte ohne
Grenzen mit mobilen Teams im Einsatz und bietet unter anderem
Basisgesundheitsversorgung und psychosoziale Unterstützung an. Zudem
verteilt die Hilfsorganisation Trinkwasser im Gazastreifen. Im August
2026 waren es täglich etwa 2,1 Millionen Liter.

Die Caritas Österreich hilft durch die Caritas Jerusalem und CRS
(Catholic Relief Services) bei den laufenden Aktivitäten in Gaza und
im Westjordanland in Form von finanzieller Soforthilfe, Hilfsgütern,
medizinischer Versorgung, Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln,
Materialien für Unterkünfte und Winterausrüstung wie Decken,
Matratzen, Zelte, Planen. Auch Hilfe durch Notunterkünfte für intern
vertriebene Personen wird geleistet. Ein wichtiger Bestandteil ist
auch die psychosoziale Unterstützung. Angesichts des
Trinkwassermangels, von dem 91 Prozent der Haushalte im Gazastreifen
betroffen sind, spielt auch die Bereitstellung von Trinkwasser eine
wesentliche Rolle.

Fotos sind unter www.aerzte-ohne-grenzen.at/fotos-events#aktion-
gaza-das-ist-kein-waffenstillstand abrufbar.

Rückfragen:

Werner Reiter , Press Officer Ärzte ohne Grenzen Österreich
[email protected] , +43 660 5219632

Claudia Vitt , Pressesprecherin Caritas Österreich
[email protected] , +43 664 82 66 920