Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen eine
besorgniserregende Entwicklung: Ende September 2026 waren rund
306.600 Menschen arbeitslos, um 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Besonders deutlich ist der Anstieg bei Frauen: Ihre Arbeitslosigkeit
erhöhte sich im Jahresvergleich um 6 Prozent, während sie bei Männern
leicht zurückging. ****
Frauenarbeitslosigkeit steigt deutlich stärker als bei Männern
Für PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer muss deshalb insbesondere
die Situation älterer Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken.
„Frauen sollen aufgrund des steigenden Pensionsalters länger im
Erwerbsleben bleiben. Dann muss aber auch sichergestellt sein, dass
sie tatsächlich einen Arbeitsplatz haben. Wer länger arbeiten soll,
muss auch länger arbeiten dürfen“, so Gerstorfer.
Höheres Pensionsalter darf nicht in Arbeitslosigkeit enden
Dass ältere Frauen am Arbeitsmarkt besonders unter Druck stehen,
ist seit längerem sichtbar. Bereits Ende 2025 war jede sechste
arbeitslose Frau älter als 55 Jahre. Frauen zwischen 55 und 64 Jahren
bleiben zudem deutlich länger arbeitslos als jüngere Frauen.
„Es darf nicht passieren, dass die Anhebung des
Frauenpensionsalters dazu führt, dass Frauen statt in Pension immer
länger in Arbeitslosigkeit bleiben. Damit würden soziale Probleme und
Kosten lediglich vom Pensionssystem in Richtung Arbeitslosigkeit
verschoben“, warnt Gerstorfer.
Länger arbeiten geht nur mit echten Jobs für Ältere
Der PVÖ fordert deshalb bessere Beschäftigungschancen für Frauen
50+, alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze sowie gezielte
Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote. Weiters sollten
steuerliche Anreize für Unternehmen geschaffen werden, die ältere
Frauen beschäftigen.
Bonus-Malus: Wer Ältere beschäftigt, soll entlastet werden
Darüber hinaus wollen Pensionistenverband, Seniorenbund und die
Vorsitzende der Alterssicherungskommission vom WIFO Christine
Mayrhuber (Wirtschaftsforschungsinstitut) Modelle für ein Bonus-Malus
-Modell ausarbeiten lassen: Unternehmen, die überdurchschnittlich
viele ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, sollen
entlastet werden, während Betriebe mit einem geringen Anteil Älterer
stärker beitragen sollen. „Wir müssen Betrieben einen echten Anreiz
geben, ältere Menschen zu beschäftigen und bis zur Pension im
Unternehmen zu halten. Ein höheres gesetzliches Pensionsalter allein
schafft keinen einzigen Arbeitsplatz“, so Gerstorfer.
Nicht länger arbeitslos auf die Pension warten
„Unser Ziel muss sein, dass Frauen gesund und abgesichert bis zur
Pension arbeiten können – und nicht ihre letzten Berufsjahre in
Arbeitslosigkeit verbringen.“ (Schluss)