Wien (OTS) – Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und
Wasserfach (ÖVGW)
begrüßt grundsätzlich das heute vom Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft vorgestellte Wasserentnahmeregister. Ein
vollständiger Überblick über die Wasserentnahmen ist eine wesentliche
Voraussetzung für eine vorausschauende Planung und eine faire
Verteilung der verfügbaren Ressourcen. In der angekündigten Form
weist das Register aus Sicht der ÖVGW jedoch erhebliche Lücken auf.
Angesichts zunehmender Trockenperioden und niedriger
Grundwasserstände in Teilen Österreichs ist eine rasche Umsetzung des
Wasserentnahmeregisters dringend erforderlich. Die Erfassung darf
sich dabei nicht auf große Wasserentnahmen ab 150.000 Kubikmetern (
150 Millionen Litern) beschränken. Andernfalls bliebe ein erheblicher
Teil der Grundwasserentnahmen unberücksichtigt, etwa jene für
landwirtschaftliche Zwecke. Notwendig ist vielmehr eine lückenlose
Erfassung von Wasserentnahmen aller Größenordnungen, um deren
Auswirkungen auf die Grundwasserressourcen und die regionale
Wasserverfügbarkeit nachvollziehbar beurteilen zu können.
Die ÖVGW fordert daher eine verpflichtende Messung sämtlicher
Wasserentnahmen mittels Wasserzähler sowie wirksame Sanktionen bei
Verstößen gegen die gesetzlichen Vorgaben. Eine Ermittlung der
Entnahmemengen über indirekte Methoden, etwa anhand des
Stromverbrauchs, ist aus Sicht der ÖVGW nicht sachgerecht und bietet
keine ausreichende Grundlage für eine verlässliche Erfassung.
Auch der vorgesehene Übergangszeitraum bis Juli 2029 wird der
Dringlichkeit der Situation nicht gerecht. Die ÖVGW spricht sich
daher für eine deutlich frühere Umsetzung mit 1. Jänner 2028 aus. Nur
so können zeitnah belastbare Daten geschaffen werden, die eine
fundierte Planung und einen nachhaltigen Umgang mit den verfügbaren
Wasserressourcen ermöglichen.
„Der Klimawandel ist bei den Trinkwasserversorgern längst
angekommen und erfordert entschlossenes und rasches Handeln. Ohne
Messung keine Steuerung. Wir brauchen ein vollständiges
Entnahmeregister und Instrumente für eine faire Wasserverteilung im
Wasserrecht“ , betont ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer.
Die ÖVGW appelliert daher an die Bundesregierung das
Wasserentnahmeregister dahingehend nachzubessern, um die verfügbaren
Wasserressourcen nachhaltig bewirtschaften und die langfristige
Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Österreich gewährleisten zu
können.
Zwtl.: ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW
) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung
für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314
Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über
Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000
Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten
Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu
100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches
Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der
Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung
mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels
im Fokus.