Wien (OTS) – Anlässlich des Weltherztages fordert die Österreichische
Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) eine breite gesellschaftliche
Offensive für Österreichs Herzgesundheit: Mit den „Big Five“ als
evidenzbasierte Handlungsempfehlungen, politischem Rückenwind und
einem klaren Fokus auf Prävention und Vorsorge.
Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz „Safe Hearts Austria:
Herzgesundheit mit Zukunft“ hat die Österreichische Kardiologische
Gesellschaft (ÖKG) anlässlich des Weltherztages am 29. September zum
gemeinsamen Handeln für die Herzgesundheit in Österreich aufgerufen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste
Todesursache – alle 17 Minuten stirbt in Österreich eine Person an
den Folgen einer Herzerkrankung. Im Zentrum des Gesprächs standen
daher fünf konkrete Handlungsempfehlungen, mit denen die bestehende
Herzepidemie eingedämmt werden soll. Die Kardiologen Assoc. Prof.
Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler und Univ.-Prof. Dr. Daniel Scherr
sowie die Ärztin und Olympiasiegerin Dr. in Lara Vadlau appellierten
einstimmig, Herzgesundheit nicht länger ausschließlich als rein
medizinisches Thema, sondern als gemeinsame Priorität von
Gesellschaft und Politik zu betrachten.
Zwtl.: Die Herzepidemie belastet Mensch und System
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Koronare
Herzkrankheit oder Herzinfarkt sind in Österreich für über ein
Drittel aller Todesfälle verantwortlich; rund alle 17 Minuten stirbt
in Österreich eine Person an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Auch
die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm: Für Österreich beziffert
die OECD die jährlichen gesamtgesellschaftlichen Kosten durch Herz-
Kreislauf-Erkrankungen auf rund 8,5 Mrd. Euro und EU-weit auf rund
282 Mrd. Euro pro Jahr.[1]
Vor diesem Hintergrund präsentierte die Österreichische
Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) ihre „Big Five“ – fünf
Handlungsempfehlungen [2], die aufzeigen, wo Österreich konkret
ansetzen kann, um den Zielen im Safe Hearts Plan der EU [3] bis 2035
nachzukommen:
1. Herzgesundheit nachhaltig als prioritäres Public-Health-Thema
verankern
2. Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung
stärken
3. Vorsorgeuntersuchung mit Fokus auf kardiovaskuläre Risikofaktoren
und Früherkennung modernisieren
4. Digitales Herzgesundheitsmanagement etablieren – „Mein Herzplan“
5. Vernetzte Dokumentation und standardisierte Qualitätsdaten
ermöglichen und einen österreichischen Herzreport entwickeln
„Der Safe Hearts Plan der EU eröffnet uns eine klare Chance,
nimmt uns aber auch in die Pflicht, diese zu nutzen. Bislang haben
wir Herzgesundheit vor allem auf Expert:innenebene diskutiert. Jetzt
ist es jedoch Zeit für einen gemeinsamen Aufbruch: Herzgesundheit
muss vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität
werden. Jede und jeder Einzelne – die Politik, die Spitäler, die
Sozialversicherung, die medizinischen Fachgesellschaften und auch die
Bevölkerung – kann dazu einen Beitrag leisten. Herzgesundheit geht
uns alle an – und angesichts der hohen Zahl häufig vermeidbarer
Erkrankungen müssen wir endlich ins Handeln kommen“ , betont Univ.-
Prof. Dr. Daniel Scherr, Präsident der Österreichischen
Kardiologischen Gesellschaft.
Zwtl.: Herzgesundheit beginnt im Alltag
Neben den strukturellen und gesundheitspolitischen Maßnahmen zur
Prävention und Reduzierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt die
individuelle Verantwortung eine zentrale Rolle. Regelmäßige Bewegung,
eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, wenig Stress und der
Verzicht auf Tabakkonsum senken das Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen.[4] Als Olympiasiegerin und Ärztin appelliert Dr. in
Lara Vadlau an die Bevölkerung: „Als Leistungssportlerin lernt man
früh, in seine Gesundheit zu investieren; ohne sie, wird man keine
Spitzenleistungen erbringen. Aber auch abseits vom Spitzensport
sollte Gesundheitsbewusstsein von Klein auf vermittelt und als
selbstverständlicher Teil des Alltags gelebt werden. Schon ein
täglicher Spaziergang, selbst zubereitete, bunte Mahlzeiten,
ausreichend Schlaf und ein Innehalten im Alltag können einen
wichtigen Beitrag für eine nachhaltige (Herz-)Gesundheit jedes
Einzelnen leisten.“
Zwtl.: Frauen im besonderen Fokus der Herzoffensive