Eisenstadt (OTS) – Österreich braucht dringend mehr Speicher. Rund 15
Prozent der Wind-
und PV-Erzeugung werden aktuell abgeregelt. Gleichzeitig importiert
Österreich wenige Stunden später wieder Strom aus dem Ausland. Für
Burgenland Energie, Österreichs größten Erzeuger von Wind- und PV-
Strom, ist das volkswirtschaftlich nicht sinnvoll. „Wir vernichten
heimischen erneuerbaren Strom und importieren wenige Stunden später
teuer aus dem Ausland. Das ist volkswirtschaftlicher Unsinn. Die
Lösung sind Speicher“, sagt Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der
Burgenland Energie AG.
Trotzdem droht der aktuelle Entwurf zur Systemnutzungsentgelt-
Verordnung den wirtschaftlichen Ausbau großer Batteriespeicher zu
verhindern.
Burgenland Energie entwickelt derzeit eines der größten
Batteriespeicherprogramme des Landes mit rund 700 MWh bis 2027. Nach
den untersuchten Szenarien würden bei Anwendung der aktuellen
Netzentgelte auf den Netzebenen 3 und 5 die Netzkosten nahezu 100
Prozent der Umsatzerlöse der Speicher erreichen. „Wenn die Netzkosten
nahezu so hoch sind wie der gesamte Umsatz eines Speichers, wird kein
Speicher gebaut. Genau deshalb muss der aktuelle Entwurf verbessert
werden“, so Sharma.
Burgenland Energie empfiehlt daher für die flexible Entnahme von
Speichern auf den Netzebenen 3 und 5 keine Einschränkung des Bezugs
um bis zu vier Stunden. Batteriespeicher sollen einen Beitrag zu den
Netzkosten leisten, allerdings muss der Betrieb wirtschaftlich
bleiben, sodass Speicher ausgebaut werden. Statt einer 75-prozentigen
Reduktion mit einer Einschränkung von bis zu 4 Stunden für 20 Jahre
sollte der Leistungspreis für den Bezug für 15 Jahre um 95 Prozent
ohne zeitliche Einschränkung reduziert werden.
Denn Speicher, die bestehende Wind- und PV-Anlagen ergänzen,
benötigen bei entsprechender Ausgestaltung keinen zusätzlichen
Netzausbau. Sie ermöglichen vielmehr, vorhandene Netzkapazitäten
besser zu nutzen. „Damit gewinnen alle: Wir reduzieren Abregelungen
und Importe, senken Strompreise und erhöhen die
Versorgungssicherheit. Gleichzeitig zahlen die Speicher zusätzliche
Netzentgelte, die zur Senkung der Netzkosten für die Endkunden
beitragen. Wir brauchen keine Förderung für Speicher. Wir brauchen
Netzentgelte, die ihren Ausbau ermöglichen“, so Sharma abschließend.