Wiener Bildungsversprechen stärkt nachhaltige Schulentwicklung an Wiener Pflichtschulen

Wien (OTS) – Im Februar kamen die 15 Schulen des dritten Wiener
Bildungsversprechen-Programmdurchgangs zum vierten Schulteamworkshop
zusammen. Im Mittelpunkt stand der Austausch untereinander und die
nachhaltige Verankerung der gemeinsam entwickelten Maßnahmen in den
Schulalltag.

Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling
betont: „Das Wiener Bildungsversprechen ist ein zentraler Teil der
Wiener Bildungsoffensive. Das innovative Schulentwicklungsprogramm
unterstützt Wiener Pflichtschulen, ihre Entwicklungsprozesse
eigenverantwortlich und nachhaltig zu gestalten: Die Schulen werden
durch zielgerichtete Maßnahmen und professionelle Begleitung
gestärkt, weiterentwickelt und entlastet.“

Reflexion und Planung der nächsten Schritte

Die halbjährlich stattfindenden Schulteamworkshops geben Raum für
Reflexion und fokussiertes Arbeiten an ihren standortspezifischen
Vorhaben. Die teilnehmenden Schulleiter*innen, Pädagog*innen und
Freizeitpädagog*innen widmeten sich insbesondere der Frage, wie die
bisherigen Entwicklungsmaßnahmen langfristig wirksam bleiben. Mit
Unterstützung ihrer persönlichen Schulentwicklungsberater*innen
erarbeiteten die Schulteams individuelle Strategien und setzten
nächste Schritte fest. „Unser Berater gibt unserem
Schulentwicklungsprozess Struktur – wir haben einen klaren Plan für
das nächste Semester“, so eine der teilnehmenden Schulleiterinnen.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Konzept der
„Lernenden Organisation“ nach Peter Senge, das einen theoretischen
Rahmen für nachhaltige Schulentwicklung bietet. Die fünf Prinzipien
des Ansatzes – Personal Mastery, Teamlernen, Mentale Modelle,
Systemdenken und die Entwicklung einer gemeinsamen Vision –
ermöglichen es Schulen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und
Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.

Praxisnahe Impulse in Workshops

Die Schulteams setzten sich in Workshops mit Wissensmanagement,
Learning Communities, Reflexions- und Feedbacktools sowie Schüler*
innenbeteiligung auseinander. Dabei erhielten sie konkrete Impulse,
die sie bei der Bearbeitung ihrer aktuellen Themen unterstützen.
„Neben positiver Energie und neuer Motivation nehme ich mit, wie
wichtig die Dokumentation von Prozessen ist – und viele konkrete
Wissensmanagement-Ideen zum Ausprobieren“, berichtete eine Pädagogin
begeistert. „Ich möchte Schüler*innenpartizipation künftig mehr in
den Unterrichtsalltag einfließen lassen“, ergänzte eine Kollegin.

Großer Mehrwert durch Kooperation

Die Pädagogische Hochschule Wien und die Bildungsdirektion Wien
sind Kooperationspartnerinnen des Wiener Bildungsversprechens.
Barbara Holub, Leiterin des Instituts für Leadership,
Schulentwicklung und Praxisschulen an der Pädagogischen Hochschule
Wien nahm ebenfalls am Schulteamworkshop teil: „Der große Mehrwert
für uns als Pädagogische Hochschule Wien liegt darin, dass das Wiener
Bildungsversprechen unserer Vision von nachhaltiger Schulentwicklung
entgegenkommt. Durch die zusätzlichen Ressourcen, die das Programm
zur Verfügung stellt, werden Schulen in ihrer Weiterentwicklung
bestmöglich unterstützt.“ Patrick Wolf, Vertreter der
Bildungsdirektion und Regionalleiter der Bildungsregion Ost, hebt die
Stärkung der Schulleiter*innen hervor: „Ein wesentlicher Vorteil des
Programms ist, dass Schulleiter*innen durch einen gezielten Blick von
außen – etwa durch Coaching und Organisationsentwicklungsberatung –
professionell begleitet werden. Das stärkt ihre Führungsrolle und
hilft ihnen, die Ziele, die sie als Schule verfolgen, zu erreichen.“

Vielfältige Entwicklungswege und gemeinsames Lernen

Beim schulübergreifenden Austausch präsentierten die Schulteams
einander ihre wichtigsten Veränderungsmaßnahmen. Dabei wurde die
Vielfalt der Entwicklungswege sichtbar: Die Schulen führten unter
anderem kollegiale Intervisionen, Onboarding-Systeme und neue
digitale Kommunikationskanäle ein, die den Schulalltag seither
erleichtern. Zudem stärkten sie die Zusammenarbeit mit Freizeitpädago
g*innen, entwickelten innovative Raumnutzungskonzepte und bauten
bedarfsorientierte Unterstützungsangebote für Schüler* innen aus.
„Unser Schulklima hat sich spürbar verbessert. Besonders wertvoll ist
für mich, dass wir Freizeitpädagog*innen aktiv in die
Entwicklungsprozesse eingebunden sind und mitgestalten können“, so
eine Teamleiterin der Freizeitpädagogik. In der Abschlussreflexion
des Ganztagsworkshops wurde von allen Teilnehmenden das voneinander
Lernen und der gemeinsame Austausch als wertvolle Bereicherung
hervorgehoben.

„Schulentwicklung braucht Zeit und gemeinsame Verantwortung“,
unterstreicht WBV-Programmleiterin Petra Loinger. „Mit den
Schulteamworkshops schaffen wir Räume, in denen Schulen ihre
Erfahrungen reflektieren, voneinander lernen und gezielt daran
arbeiten, ihre Entwicklungsprozesse nachhaltig im Schulalltag zu
verankern.“

Mehr über das Programm des Wiener Bildungsversprechens

Das Wiener Bildungsversprechen begleitet besonders geforderte
Wiener Pflichtschulen in ihrer standortspezifischen Entwicklung. Das
Programm läuft an jedem Schulstandort für zwei Jahre. Die Schulen
entscheiden sich freiwillig für die Teilnahme und werden aktiv in die
Gestaltung eingebunden.

Seit Beginn des Projekts haben bereits 37 Schulen aus
unterschiedlichen Wiener Gemeindebezirken teilgenommen, darunter 18
Volksschulen, 17 Mittelschulen und zwei inklusive Schulen. Die
bisherigen Durchgänge:

Schuljahr 2022/23: 10 Schulen

Schuljahr 2023/24: 12 Schulen

Schuljahr 2024/25: 15 Schulen

Die teilnehmenden Schulen erhalten ein umfassendes
Unterstützungsangebot und werden während der gesamten
Programmlaufzeit individuell begleitet. Für die Erreichung der
schuleigenen Entwicklungsziele stehen folgende Angebote zur
Verfügung:

Begleitung durch Organisationsentwicklungsberater*innen

Coaching & Leadership-Angebote für Schulleiter*innen

Workshops mit Fachexpert*innen für Pädagog*innen und Schüler*
innen

Fortbildungen für Pädagog*innen

Zusatzbudget und Beratung für Maßnahmen zur Schulraumgestaltung

Neben Budget für Beratung, Coaching und Maßnahmen zur
Schulraumattraktivierung werden den Schulen weitere finanzielle
Mittel für gezielte Maßnahmen bereitgestellt.

Themen und Maßnahmen im Rahmen des Programms:

Aufbau nachhaltiger Strukturen: Klare Aufgabenverteilung im
Kollegium und Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen.

Förderung von kollegialem Lernen und Zusammenarbeit im Team:
Kollegiale Hospitationen und regelmäßige Teamsitzungen für kollegiale
Fallberatungen.

Stärkung von Junglehrer*innen und Einbindung von Quereinsteiger*
innen: Nachhaltige Onboarding-Prozesse und Buddy-Systeme.

Förderung der psychischen und körperlichen Gesundheit von Schüler
*innen und Lehrkräften: Fortbildungen für Pädagog*innen und
gemeinsame Erarbeitung von Strategien.

Positives Schulklima: Maßnahmen zur Gewaltprävention und
Regulation von Konflikten.

Pädagogische Weiterentwicklung und Förderung von
Grundkompetenzen: Workshops zu digitalen Grundkompetenzen und
Kooperationen mit Vereinen.

Ganzheitliche Ausrichtung der gemeinsamen Arbeit: Schulinternes
Leitbild.