Wien (OTS) – Zum Weltwassertag erinnert das Umweltprojekt „ Kinder-
und
Umwelthilfe Ukraine “ von GLOBAL 2000 gemeinsam mit der Stadt Wien –
Wiener Wasser daran, dass sauberes Trinkwasser selbst in Europa keine
Selbstverständlichkeit ist. Während in Österreich Wasser direkt aus
der Leitung getrunken werden kann, müssen viele Menschen in der
Ukraine Trinkwasser teuer kaufen, in Kanistern transportieren oder
auf unsichere Quellen zurückgreifen.
Seit dem Start des Projekts im Jahr 2008 finanzierte die Stadt
Wien – Wiener Wasser 170 Wasseraufbereitungsanlagen – ein
entscheidender Beitrag für mehr als 180.000 Menschen , darunter
besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder mit Behinderungen,
Waisen, schwangere Frauen, Patient:innen in Krankenhäusern oder
Binnenvertriebene.
Für Juliana Matusova , Projektleiterin von „Kinder- und
Umwelthilfe Ukraine“ von GLOBAL 2000, zeigt das Projekt, wie
langfristige internationale Zusammenarbeit konkrete Verbesserungen
bewirken kann.
„Auch 2025 konnte unser gemeinsames Projekt mit der Stadt Wien in
der Ukraine fortgesetzt werden. Wir haben weitere neun Anlagen
installiert, vor allem in Bildungseinrichtungen, und damit mehreren
tausend Kindern Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. Unsere
Hilfe ist nachhaltig und wird auch nach einem hoffentlich baldigen
Ende des Krieges den Menschen in der Ukraine zugutekommen.“
Die Nachfrage sei groß: „Viele Einrichtungen kennen das Projekt
bereits und möchten ebenfalls eine Anlage erhalten. Gemeinsam mit
lokalen Behörden bereiten wir derzeit die nächste Projektphase mit
weiteren Installationen in der Region vor.“
„Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht.
Gemeinsam mit GLOBAL 2000 setzen wir uns dafür ein, dass dieses Recht
für viele Menschen in den kriegsgebeutelten Gebieten der Ukraine
verwirklicht wird“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky .
Die Stadt Wien unterstütze das Projekt „Kinder- und Umwelthilfe
Ukraine“ bereits seit vielen Jahren, erklärt Czernohorszky: „So
konnten wir gemeinsam schon zehntausenden Menschen in jenen Gebieten
der Ukraine helfen, die besonders schwer von der Katastrophe von
Tschernobyl betroffen waren.“
„Eine stabile Versorgung mit sauberem Wasser ist entscheidend für die
Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Deshalb sehen wir es als
unsere Verantwortung, die Ukraine bei der Sicherung ihrer
Grundversorgung zu unterstützen“, sagt Paul Hellmeier , Chef von
Wiener Wasser.
Zwtl.: Logistische Meisterleistung
Um die logistischen Herausforderungen im Krieg besser zu
bewältigen, arbeitet GLOBAL 2000 seit drei Jahren mit einem
ukrainischen Hersteller zusammen – einer Tochter des österreichischen
Unternehmens BWT AG. Die Kooperation ermöglicht moderne Technologie
bei gleichzeitig kurzen Lieferwegen.
Auch Yuliia Konotoptseva , Direktorin der Stiftung vor Ort,
betont die Bedeutung solcher Programme für die Bevölkerung:
„Nächtliche Drohnenangriffe, ständiger Alarm und psychischer
Dauerstress gehören hier zum Alltag. Wir können die Entscheidung der
Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben, nicht ändern. Aber wir können
dazu beitragen, ihre Lebensqualität zu verbessern – besonders für
Kinder.“
Sauberes Wasser bleibt damit auch im 21. Jahrhundert keine
Selbstverständlichkeit – selbst in Europa. Projekte wie dieses zeigen
jedoch, wie internationale Zusammenarbeit konkret helfen kann,
Gesundheit zu schützen und Hoffnung zu geben.
Zwtl.: Einblicke direkt hinter die Frontlinie
Die Situation ist besonders in der Region Charkiw dramatisch. Die
Stadt steht seit Beginn des russischen Angriffskrieges unter
ständigem Beschuss. Raketen und Drohnen treffen regelmäßig zivile
Infrastruktur – mit langfristigen Folgen für Umwelt, Böden und
Wasser.
„Sauberes Trinkwasser ist für unsere Arbeit von entscheidender
Bedeutung. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde in unserem
Kinderkrankenhaus eine Wasseraufbereitungsanlage installiert, damit
kranke Kinder Wasser ohne Schwermetalle und andere schädliche Stoffe
erhalten. Damals waren wir eine der ersten Einrichtungen in der
Region“, sagt Maryna Kutscherenko , Medizinische Direktorin für
Kinderheilkunde im Städtischen Krankenhaus Nr. 25 in Charkiw.
Heute habe die Anlage eine noch größere Bedeutung: „Durch
Raketenangriffe gelangen giftige Stoffe in die Umwelt. Für Kinder –
besonders für schwerkranke Kinder – ist jede zusätzliche Belastung
ein Risiko.“
Wie wichtig sichere Wasserversorgung im Krieg sein kann, zeigte
sich bereits zu Beginn der großflächigen Invasion 2022. Damals lebten
viele Ärztinnen, Ärzte und Mitarbeitende direkt im Krankenhaus, weil
der öffentliche Verkehr nicht funktionierte. Auch Kinder mit ihren
Eltern und Bewohner:innen aus der Umgebung suchten dort Schutz.
„Die funktionierende Wasseraufbereitung war in dieser Zeit
lebenswichtig – für medizinische Behandlungen, für die Zubereitung
von Nahrung und für den Alltag im Krankenhaus“, so Kutscherenko. Auch
im Regionalen Klinischen Zentrum für medizinische Rehabilitation und
palliative Hilfe für Kinder „Hippokrates“ in Charkiw zeigt sich, wie
entscheidend der Zugang zu sauberem Wasser ist.
„Die nächste artesische Quelle liegt in Sarzhyn Jar – etwa 14
Kilometer entfernt“, erzählt Direktor Roman Marabjan . „Viele unserer
Kinder erhalten spezielle medizinische Nahrung mit exakt abgestimmten
Anteilen von Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. Diese darf nur
mit ökologisch sicherem, mineralisiertem Wasser zubereitet werden.“
Früher bedeutete das für das Personal eine enorme Belastung.
Wasser musste organisiert, transportiert und in großen Behältern in
die Einrichtung getragen werden – oft mehrere hundert Liter täglich.
„Wir suchten Transportmöglichkeiten, fuhren zu Quellen und baten
Freiwillige um Unterstützung. Seit der Installation der
Wasseraufbereitungsanlage hat sich unsere Situation grundlegend
verändert“, sagt Marabjan. „Heute steht sauberes Wasser direkt im
Zentrum zur Verfügung.“
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)