Universitätsklinikum St. Pölten: 25 Jahre Cochlea-Implantat-Versorgung

St. Pölten (OTS) – Seit 25 Jahren werden an der Klinischen Abteilung
für Hals-Nasen-
Ohren (HNO) des Universitätsklinikums St. Pölten Cochlea-Implantate
eingesetzt. Die elektronische Innenohrprothese kommt dann zum
Einsatz, wenn herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichend helfen.
Die Abteilung zählt zu den führenden Zentren für die Hörimplantat-
Versorgung in Österreich und begleitet Patientinnen und Patienten
aller Altersklassen von der Diagnostik über die Implantation bis hin
zur lebenslangen Nachsorge. Eine besondere Expertise besteht in der
Versorgung von Menschen mit einseitiger und beidseitiger Ertaubung.

„Moderne Medizin bedeutet, innovative Behandlungsmöglichkeiten
dort anzubieten, wo sie den Menschen unmittelbar zugutekommen. Das
Universitätsklinikum St. Pölten leistet mit seiner langjährigen
Expertise in der Cochlea-Implantat-Versorgung einen wichtigen Beitrag
dazu, Menschen mit hochgradigem Hörverlust neue Chancen auf
Kommunikation, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu
eröffnen. Dieses Jubiläum steht beispielhaft für die hohe Qualität
der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich“, betont Landesrat
Anton Kasser.

„Der Erfolg einer Cochlea-Implantat-Versorgung beruht auf dem
engen Zusammenspiel vieler Berufsgruppen. Von der präzisen Diagnostik
über die operative Versorgung bis hin zur individuellen
Rehabilitation und lebenslangen Nachbetreuung arbeiten unsere
Expertinnen und Experten Hand in Hand. Diese interdisziplinäre
Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Baustein für die hohe
Versorgungsqualität und den nachhaltigen Behandlungserfolg unserer
Patientinnen und Patienten“, erklärt Elisabeth Bräutigam, Vorständin
für Medizin und Pflege der NÖ Landesgesundheitsagentur.

Hörverlust bedeutet weit mehr als eine Einschränkung des
Hörvermögens. Er kann die Kommunikation erschweren, soziale Kontakte
beeinträchtigen und zu Isolation führen. Cochlea-Implantate
ermöglichen vielen Betroffenen, Gesprächen wieder zu folgen, am
gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ein hohes Maß an
Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Besonders eindrucksvoll sind die
Erfolge bei Kindern mit angeborener Hörstörung. Dank moderner
Früherkennung und frühzeitiger Versorgung können viele von ihnen eine
altersgerechte Sprachentwicklung erreichen und ihren Bildungsweg ohne
wesentliche Einschränkungen beschreiten. Auch für ältere Menschen
eröffnen Cochlea-Implantate neue Perspektiven. Heute gilt ein hohes
Lebensalter allein nicht mehr als Ausschlusskriterium für eine
Versorgung. Vielmehr können Hörimplantate wesentlich dazu beitragen,
Lebensqualität, soziale Teilhabe und Selbstständigkeit bis ins hohe
Alter zu erhalten.

„Die Hörimplantat-Technologie hat sich in den vergangenen 25
Jahren rasant weiterentwickelt. Gleichzeitig konnten wir unsere
chirurgischen Verfahren, diagnostischen Möglichkeiten und die
individuelle Nachbetreuung kontinuierlich verbessern. Besonders stolz
sind wir darauf, dass wir Menschen aller Altersgruppen sowie
Patientinnen und Patienten mit ein- oder beidseitiger Ertaubung
umfassend betreuen können. Seit Einführung der Cochlea-Implantat-
Versorgung im Jahr 2001 wurden an unserer Abteilung bereits mehr als
1.500 Cochlea-Implantate eingesetzt – ein Meilenstein, der die
langjährige Erfahrung und das Engagement unseres gesamten Teams
widerspiegelt“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der
Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren.

Der Erfolg einer Cochlea-Implantat-Versorgung beruht auf dem
Zusammenspiel vieler Fachbereiche. Neben der Operation sind
umfassende Diagnostik, individuelle Anpassung des Systems,
Hörtraining, logopädische Betreuung und eine lebenslange Nachsorge
entscheidend. Die Versorgung erfolgt daher interdisziplinär durch ein
spezialisiertes Team aus Medizin, Audiologie, Logopädie und weiteren
Fachdisziplinen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten langfristig
bestmöglich zu begleiten und optimale Hörergebnisse zu erzielen.

Die hohe Expertise des Universitätsklinikums St. Pölten wurde
2024 mit einer besonderen Auszeichnung bestätigt: Die Klinische
Abteilung für Hals-Nasen-Ohren erhielt als erste Einrichtung in
Österreich das Zertifikat „Cochlea-Implantat versorgende
Einrichtung“. Damit wurde offiziell bestätigt, dass sämtliche
Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfüllt
werden und die Versorgung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards
erfolgt. Die Abteilung zählt zu den etablierten Zentren für Cochlea-
Implantationen im deutschsprachigen Raum.

25 Jahre Cochlea-Implantat-Versorgung am Universitätsklinikum St.
Pölten stehen für medizinischen Fortschritt, hohe fachliche Expertise
und eine Versorgung, die Menschen mit hochgradigem Hörverlust neue
Perspektiven eröffnet.

Weitere Informationen bei DI (FH) Thomas Wallner MA,
Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum St. Pölten, Tel.: +43 (0)
2742 9004 10030, E-Mail: [email protected]