Wien (OTS) – Im Rahmen der 8. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz
CEBC2026 Ende
Jänner 2026 in Graz zeichnete Umwelt- und Klimaminister Norbert
Totschnig gemeinsam mit dem Programm-Management von klima aktiv
Heizwerke und Wärmenetze Pionierbetriebe sowie vorbildliche
Nahwärmeanlagen in Österreich aus. Prämiert wurden Projekte, die eine
effiziente Nutzung erneuerbarer Energieträger mit schlüssigen
Gesamtkonzepten und einer vorbildlichen Umsetzung der anspruchsvollen
Qualitätsanforderungen von klima aktiv verbinden.
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig: „Um die Abhängigkeit von
fossilen Energieträgern rasch und nachhaltig zu verringern, braucht
es effiziente Lösungen auf Basis erneuerbarer Energieträger. Die
ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Biomasse-Heizwerke
und Nahwärmeprojekte erfolgreich betrieben und regionale Ressourcen
verantwortungsvoll genutzt werden können. Sie sind ein zentraler
Baustein für den Klimaschutz, stärken die Versorgungssicherheit und
erhöhen die regionale Wertschöpfung.“
klimaaktiv Qualitätsmanagement für Heizwerke und Wärmenetze
Einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der
Wärmeversorgung leistet klima aktiv Heizwerke und Wärmenetze mit dem
speziell entwickelten Managementsystem QM Heizwerke. Das
österreichweite Programm des BMLUK zur Steigerung der technischen
Qualität und Effizienz von (Biomasse-) Systemen wurde in
Zusammenarbeit mit der internationalen Arbeitsgemeinschaft QM
Holzheizwerke entwickelt.
„QM Heizwerke sorgt für eine effiziente, verlässliche Planung und
einen professionellen Betrieb von Heizwerken und Wärmenetzen.
Gleichzeitig unterstützen wir die kontinuierliche Weiterentwicklung
der eingesetzten Technologien und stärken den Know-how-Transfer sowie
die Vernetzung in der Branche. Damit sichern wir eine wesentliche
Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Österreich “,
betont Christian Fink, Geschäftsführer von AEE INTEC .
Die Teilnahme an dem Programm ist im Rahmen der Umweltförderung in
Österreich für Anlagen ab 10 Wärmeabnehmern und ab 800 MWh jährlich
verkaufter Wärme verpflichtend. Aktuell sind bereits mehr als 2.100
Projekte in der QM Heizwerke Datenbank erfasst. Durch die konsequente
Anwendung der Qualitätsstandards konnten die Betriebe ihre
Betriebsweise nachweislich optimieren – unter anderem wurden die
Netzverluste seit Einführung des Systems um rund 30 Prozent
reduziert.
Biomasse-Heizwerke als Rückgrat der regionalen Wärmeversorgung
Biomasse-Heizwerke zählen zu den wichtigsten regionalen
Energieversorgern. Die Wärme wird über Nahwärmenetze verteilt. Damit
benötigt nicht jeder angeschlossene Verbraucher einen eigenen
Heizkessel. Biomasse ersetzt fossile Brennstoffe und trägt damit
aktiv zum Klimaschutz bei.
Aktuell sind in Österreich über 2.500 Biomasse-Heizwerke in Betrieb.
Sie liefern jährlich mehr als 10 Milliarden Kilowattstunden Wärme und
versorgen damit hochgerechnet rund 130.000 Kundinnen und Kunden mit
klimafreundlicher Nahwärme.
Fotogalerie zur Auszeichnungsveranstaltung
https://www.klimaaktiv.at/bildergalerie/auszeichnung-biomasse-
waermenetze-2026
Die ausgezeichneten Projekte im Überblick
– Nahwärme Fernitz GmbH (Steiermark)
Die seit 2007 betriebene Anlage ist eine der ersten Biomasse-
Nahwärmeanlagen Österreichs. Sie wird mit regionalen Hackschnitzeln
aus der Gemeinde versorgt und zeichnet sich durch eine konsequente
Umsetzung von Ausbau- und Optimierungsmaßnahmen aus. Dazu zählen
unter anderem ein 200 m³ großer Pufferspeicher sowie der frühzeitige
Einsatz einer besonders emissionsarmen CO-Lambda-
Verbrennungsregelung.
– nah Wärme St. Ruprecht GmbH (Steiermark)
Die 2001 gegründete Gesellschaft kombiniert Biomasse mit Groß-
Solarthermie und ist damit eine Vorzeigeanlage für
sektorübergreifende Lösungen. Seit 2019 wird das Wärmenetz in den
Sommermonaten überwiegend durch eine rund 2.000 m² große thermische
Solaranlage sowie insgesamt etwa 240 m³ Pufferspeicher versorgt –
nahezu ohne Einsatz der Biomassekessel.
– Hackschnitzel- u. Heizgenossenschaft Maria Alm eGen (Salzburg)
Die Anlage versorgt seit 1993 den Zentralort Maria Alm inklusive
Hotel- und Betriebsanlagen. Ein spezieller Schwerpunkt liegt auf der
Verwertung der anfallenden Holzasche, die von über 30 Landwirten der
Umgebung als Bodenzuschlagsstoff genutzt wird. Verbunden mit hohen
Investitionen in die Sortierung und Abfüllung der anfallenden
Aschenfraktionen wird damit ein wichtiger Maßstab für die Entwicklung
einer Kreislaufwirtschaft gesetzt.
– Biomasse – Verarbeitungs- und Heizgenossenschaft Sillian –
Hochpustertal reg.Gen.m.b.H. und Regionalenergie Osttirol
reg.Gen.m.b.H. (Tirol)
Seit 1998 werden die Gemeinden Sillian und Heinfels mit Fernwärme aus
Brennstoff von Mitgliedsbetrieben der Genossenschaft und
forstwirtschaftlichen Betrieben in der Umgebung versorgt. Nach
umfassenden Revitalisierungsmaßnahmen und der Betriebsübernahme in
partnerschaftlicher Zusammenarbeit durch die Regionalenergie Osttirol
liegt der Fokus auf weiteren Optimierungsmaßnahm zur langfristigen
Sicherung des nachhaltigen Anlagenbetriebs.
Die ausgezeichneten Planer
– DI Franz Promitzer , ingenieurbüro promitzer
Der Name ist untrennbar mit der Einführung von QM Heizwerke in
Österreich verbunden. Als erster Programmleiter des im Rahmen von
klima aktiv etablierten Qualitätsmanagement-Systems leistete er einen
entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Implementierung sowie zum
Aufbau der QM-Heizwerke-Datenbank. Seit 2016 ist er selbstständig mit
einem Ingenieurbüro für Maschinenbau und Energietechnik sowie einem
Installationsunternehmen tätig.
– Franz Moser , Bioenergie-Service GenmbH
Franz Moser ist als QM Heizwerke Qualitätsbeauftragter der ersten
Stunde für die Umsetzung des Qualitätsmanagements und für die
Begleitung von Projekten in Österreich tätig. Außerdem ist er Obmann
des steirischen Heizwerke-Betreiber-Verbands und bringt wertvolle
persönliche Erfahrung als Heizwerksbetreiber ein.
Über klimaaktiv
klima aktiv vermittelt und verbreitet das „Gewusst Wie“ zum
Klimaschutz rund um die Themen Energiesparen, klimafitte Gebäude,
erneuerbare Energieträger, umweltfreundliche Mobilität und
Klimakommunikation. Die klima aktiv Expertinnen und Experten bieten
vielfältige Informations- und Unterstützungsangebote für Unternehmen,
Gemeinden und Privatpersonen. Erfahren Sie mehr über die Ziele,
Aktivitäten, Akteurinnen und Akteure: klimaaktiv.at
Über klimaaktiv Heizwerke und Wärmenetze
Seit 2014 leitet AEE – Institut für Nachhaltige Technologien (AEE
INTEC) im Auftrag des BMLUK klima aktiv Heizwerke und Wärmenetze.
Zentrale Bestandteile stellen neben der Begleitung und Weiterbildung
der Qualitätsbeauftragten, Planer:innen und Betreiber:innen die
Weiterentwicklung des QM-Systems, die Qualitätssicherung sowie der
Know-how-Transfer und die Vernetzung aller Stakeholder dar. Nähere
Informationen: qm-heizwerke.at