Wien (OTS) – Selten hat sich die Welt in den letzten Jahrzehnten so
rasant
verändert, wie seit 2020 durch Pandemie, Kriegshandlungen in und mit
Auswirkungen für Europa, Naturgefahren, Wirtschaftskrisen und einer
Reihe von nachteiligen Entwicklungen für Arbeitnehmer:innen. Gerade
in diesen herausfordernden Zeiten spielen Gewerkschaften eine
zentrale Rolle in der Wahrung der Arbeitnehmer:inneninteressen.
Speziell gewerkschaftlich organisierte Personen wollen in dieser Zeit
nicht länger Zaungäste wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer
Herausforderungen und Neuentwicklungen sein, sondern fordern zu Recht
umfängliche Information und Beteiligung am Geschehen ein. Wir wollen
mit Entscheidungsträger:innen und Playern im Berufsleben besser
vernetzt sein und fordern daher mehr Transparenz und Mitbestimmung in
der Gewerkschaft. Auch in diesem politischen Kontext ist der Schutz
demokratischer Grundwerte das Gebot der Stunde.
Während der Bundeskonferenz der Unabhängigen GewerkschafterInnen in
der GÖD und in ausgegliederten Betrieben vom 10. bis 12. April 2026
hat sich der Wunsch nach Aus- und Weiterbildung, nicht nur für
gewerkschaftliche Grundkenntnisse, sondern auch und vor allem nach
Vermittlung von Fachkompetenz für digitales, wirtschaftliches,
kommunikatives, strategisches, medienwirksames, psychologisches und
demokratieförderndes Know-how herauskristallisiert. (Weiter)
bildungsbedarf manifestiert sich gerade deshalb in unserer
Gewerkschaftsfraktion, um die Fähigkeit zu eigenständigem Denken und
Handeln als Korrektur zur Konkurrenzgesellschaft und Manipulation zu
stärken. All dies führt direkt zur Forderung nach Demokratisierung
innergewerkschaftlicher Strukturen, aber auch gesamtgesellschaftlich,
weil von demokratischer Teilhabe die Bereitschaft zu Solidarität und
Konsensfähigkeit abhängen und der Politikverdrossenheit und dem
Erodieren des Wohlstandsversprechens entgegengewirkt werden muss.
Auch heikle Themen müssen aufgegriffen werden: Das Thema Mobbing darf
nicht verdrängt oder bagatellisiert werden.
Wir wollen Kräfte bündeln, Expertise aus den eigenen Reihen
verstärkt einsetzen, Vernetzungen mit dem Dachverband der UG (
Unabhängigen GewerkschafterInnen) bzw. dem ÖGB intensivieren, ebenso
mit der Arbeiterkammer, die Anliegen der „Bildungsinternationale“
unterstützen, Thinktanks bilden, z. B. zum Themenfeld „Arbeit neu
denken“ und KI, etc. Bei allen Aktivitäten muss als Richtschnur daran
gedacht werden, ausnahmslos alle Personalvertreter:innen mit
zielführenden, umfassenden Informationen zu versorgen: Die UGÖD soll
sich stärker als bisher mit einem kompetenten Expert:innen-Pool
präsentieren.
Die Bundeskonferenz hat ein beeindruckendes Bild unserer Anliegen
und unseres Einsatzes geliefert.
Sabine Hammer, Tel 06645293812
Ingo Hackl, Tel 06766298487
Vorsitzende der UGÖD