Tourismus-KV: Gewerkschaft fordert Arbeitgeber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf

Wien. (OTS) – Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeber im
Tourismus zur
Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Das aktuelle Angebot der
Arbeitgeber von durchschnittlich 3 Prozent Lohnerhöhung sei
angesichts der belastenden Bedingungen, unter denen die
Arbeitnehmer:innen arbeiten und der Rekordergebnisse im Tourismus
inakzeptabel. Die von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gesetzte
Frist zur Annahme des Angebots läuft heute ab: „Anstelle von
Ultimaten erwarten wir uns konstruktive Verhandlungen. Wir schlagen
vor, noch im April im Sinne der Beschäftigten und der gesamten
Branche Klarheit herzustellen“, sagt Eva Eberhart,
Fachbereichsvorsitzende Tourismus in der Gewerkschaft vida und
Chefverhandlerin in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen für
Hotellerie und Gastronomie.

Die Gewerkschafterin bekräftigt die Forderung der vida nach einer
Reallohnerhöhung über der Inflation und Verbesserungen im KV-
Rahmenrecht. „Der Tourismus boomt trotz aller Krisen. Hinter seinen
Erfolgszahlen steht vor allem die enorme Leistung der Beschäftigten
unter belastenden Bedingungen“, betont Eberhart weiter. Auch im
letzten Tourismusausschuss des Nationalrats ließen die
Staatssekretär:innen Zehetner und Schellhorn durchblicken, dass trotz
der aktuellen Weltlage für die heimische Tourismusbranche mit einer
guten Sommersaison zu rechnen sei.

Trotz der zentralen Rolle als Wirtschaftsmotor bleibt die
Bezahlung in der Branche deutlich hinter anderen Bereichen zurück.
Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab 2.262,30 Euro
verdienen und in der Reinigung ab 2.184,99 Euro, liegt der Einstieg
in Hotellerie und Gastronomie bei lediglich 2.026 Euro brutto für
Hilfskräfte, erklärt Eberhart. Zum Vergleich: Die Armutsschwelle
beträgt aktuell 1.661 Euro. Die Kombination aus hoher
Arbeitsbelastung, langen Arbeitszeiten, unsicheren Dienstplänen und
niedrigen Löhnen führe zu wachsender Unzufriedenheit und Abwanderung
aus der Branche.

Die zentralen Forderungen der Gewerkschaft vida für die KV-
Verhandlungen bleiben daher:

– Reale Lohnerhöhung über der Inflation

– 12 garantiert freie Sonntage pro Jahr

– Bezahlte Mittagspause

„Die Beschäftigten halten den Tourismus am Laufen – sie haben
sich Respekt, faire Bezahlung und echte Entlastung verdient. Die
Arbeitgeber sind jetzt am Zug den Beschäftigten entsprechende
Wertschätzung entgegenzubringen“, bekräftigt Eberhart abschließend.