Wien (OTS) – Die Donau zählt zu den bedeutendsten Flüssen Europas und
verbindet
zehn Staaten auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer. Um ihren ökologischen
Zustand regelmäßig zu untersuchen und aktuelle Herausforderungen
frühzeitig zu erkennen, wird im Rahmen der Joint Danube Survey 5 (
JDS5) die bislang umfassendste Untersuchung des Donaueinzugsgebiets
durchgeführt. Aktuelle Zwischenergebnisse aus den Bereichen Chemie
und Makrozoobenthos zeigen, wie moderne Wissenschaft dazu beiträgt,
die Donau langfristig zu schützen.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Die Donau ist eine unserer
wichtigsten Lebensadern und verbindet Menschen, Regionen und Staaten
in Europa. Mit der Joint Danube Survey 5 schaffen wir eine
einzigartige wissenschaftliche Grundlage, um die Wasserqualität
kontinuierlich zu verbessern und neue Herausforderungen frühzeitig zu
erkennen. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen bereits, dass sich die
Wasserqualität entlang der Donau weiter verbessert hat. Gleichzeitig
wurden mehr als 500 verschiedene Bodenbewohner nachgewiesen. Das ist
ein eindrucksvoller Beleg für die biologische Vielfalt dieses
einzigartigen Flusssystems. Zugleich machen die Daten deutlich, dass
der Schutz naturnaher Lebensräume konsequent fortgesetzt werden muss.
Als Umweltministerium investieren wir deshalb gezielt in den Schutz
unserer Gewässer, um die einzigartige Biodiversität auch für die
kommenden Generationen zu erhalten.“
Mehr als 500 Arten in der Donau nachgewiesen
Ein Schwerpunkt der aktuellen Untersuchungen liegt auf dem
sogenannten Makrozoobenthos. Dazu zählen wirbellose Tiere am
Gewässergrund wie Insektenlarven, Krebse, Schnecken, Muscheln oder
Würmern. Diese Organismen reagieren besonders sensibel auf
Veränderungen im Gewässer und gelten daher als wichtige
Bioindikatoren für den ökologischen Zustand eines Flusses.
Bei der Joint Danube Survey 5 konnten mehr als 500 verschiedene Arten
dieser Bodenbewohner nachgewiesen werden – so viele wie noch nie
zuvor bei einer Joint Danube Survey. Die Untersuchungen zeigen
außerdem, dass kleinräumige Lebensräume wie Totholz oder
Wasserpflanzen einen besonders wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt
leisten. Gleichzeitig bestätigen die Ergebnisse eine Verbesserung der
Wasserqualität entlang der Donau. Dennoch beeinflussen Faktoren wie
Eingriffe in die Gewässerstruktur oder invasive Arten weiterhin den
ökologischen Zustand des Flusses und bleiben zentrale
Herausforderungen für den Gewässerschutz.
Modernste Screening Methoden für die Donau im Einsatz
Neben biologischen Untersuchungen setzt JDS5 auch neue Maßstäbe bei
der chemischen Analyse. Insgesamt werden mehr als 99.000 chemische
Parameter untersucht. Darunter befinden sich rund 2.900 gezielt
analysierte Schadstoffe sowie über 93.000 weitere Substanzen, die
mithilfe moderner Screening-Verfahren erfasst werden. Damit ist JDS5
die weltweit umfassendste Untersuchung eines Flusseinzugsgebiets.
Die modernen Analyseverfahren ermöglichen es, auch bislang unbekannte
oder noch nicht regulierte Chemikalien frühzeitig zu erkennen. Die
gewonnenen Daten werden gemeinsam mit dem europäischen NORMAN-
Netzwerk ausgewertet und fließen in europäische Datenbanken ein. Sie
leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der
europäischen Chemikalien- und Wasserpolitik sowie künftiger
Überwachungsprogramme. Die Auswertung der chemischen Untersuchungen
wird im Laufe des Sommers abgeschlossen.
Internationale Zusammenarbeit für eine gesunde Donau
Die Joint Danube Survey wird im Rahmen der Internationalen Kommission
zum Schutz der Donau (ICPDR) gemeinsam mit den Donaustaaten
durchgeführt. Ziel ist, die Wasserqualität und den ökologischen
Zustand der Donau regelmäßig zu erfassen und damit eine wichtige
Grundlage für den internationalen Gewässerschutz zu schaffen. Die
aktuellen Ergebnisse zeigen, wie moderne Forschung und
grenzüberschreitende Zusammenarbeit dazu beitragen, Europas
zweitlängsten Fluss nachhaltig zu schützen. Das österreichische
Umweltministerium ist neben Deutschland der wichtigste
Finanzierungspartner in diesem Projekt.
Weitere Informationen: Joint Danube Survey 5 | Danube Survey – ICPDR