Totschnig: Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel wird um 150 Hektar erweitert

Wien (OTS) – Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft(BMLUK) und der
Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel haben einen Förderungsvertrag
für die Erweiterung des Nationalparks abgeschlossen. Durch die
Einbindung lokaler Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie von
Landwirtinnen und Landwirten ist es gelungen, ökologische Ziele mit
regionalen Interessen zu verbinden und die Fläche um 150 Hektar zu
erweitern. Künftig werden zudem gezielte Beweidung und Mahd
Pflegemaßnahmen unterstützen und so zur nachhaltigen Sicherung der
biologischen Vielfalt beitragen.

Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig: „Wir erweitern den
Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel um rund 150 Hektar und
sichern so langfristig wertvolle Feuchtwiesen. Mit der Ausdehnung
werten wir den Schutzstatus der Flächen auf, stärken die
Artenvielfalt und setzen über den Schutz der dortigen Moore einen
wichtigen Schritt für den Klimaschutz, da Moore große Mengen
Kohlenstoff speichern. Sie tragen außerdem zum Grundwasserschutz bei,
was in Zeiten längerer Hitzeperioden besonders wertvoll ist. Unsere
Nationalparks sind wahre Naturoasen und wertvolle Erholungsgebiete,
die wir auch für die kommenden Generationen bewahren müssen.“

Ökologische Bedeutung der Flächen Waasen–Hanság

Der Hanság ist das größte Niedermoorgebiet Österreichs und ein
einzigartiger Lebensraum von europaweiter Bedeutung. Einst Teil des
Seebeckens des Neusiedler Sees, wurde er im 19. Jahrhundert
großflächig entwässert. Heute sind nur noch kleine Reste der
ursprünglichen Moorlandschaft erhalten. Die Erweiterung des
Nationalparks ermöglicht nun die langfristige Sicherung und
ökologische Aufwertung dieser Flächen.

Die Erweiterung stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
mit dem ungarischen Fertő-Hanság NemzetiPark. Die neuen Flächen
liegen nur zwei Kilometer von den bereits geschützten ungarischen
Gebieten entfernt und schaffen so wichtige Trittsteinbiotope für
wandernde Arten. Damit wird ein entscheidender Schritt zur besseren
Vernetzung des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks gesetzt.

Artenvielfalt im Waasen–Hanság

Von der Gebietserweiterung profitieren zahlreiche bedrohte
Tierarten:

· Brutvögel: Wiesenweihe ( Circus pygargus ), Wachtelkönig ( Crex
crex ), Kaiseradler ( Aquila heliaca ).

· Amphibien: Donau-Kammolch ( Triturus dobrogicus ), Rotbauchunke
( Bombina bombina ), Laubfrosch ( Hylaarborea ).

· Heuschrecken (Orthoptera): Sumpfschrecke ( Stethophymagrossum )
, Kurzflügelige Schwertschrecke ( Conocephalus dorsalis ), Pfändlers
Grabschrecke ( Xyapfaendleri ).

· Säugetiere: Pannonische Sumpfwühlmaus ( Microtuseoconomus
mehelyi ) als europaweit seltene Reliktart.

Franz Traudtner, Obmann der Interessensgemeinschaft Hanság , die
seit 1/3 Jahrhundert die Interessen der Grundeigentümerinnen und
Grundeigentümer im Hanság/Waasen vertritt, betont: „Wir als
Vertretung der Grundeigentümer freuen uns, dass durch die
Gebietserweiterung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel die
örtlichen Landwirte durch Einbindung in die Pflegemaßnahmen und
Nutzungsentgangsentschädigungen profitieren und so die biologische
Vielfalt im Sinne der EU-Vorgaben gesichert werden kann.“

Ermöglicht wird die Erweiterung der Bewahrungszone Waasen–Hanság
über den Biodiversitätsfonds des BMLUK. Mit dem Biodiversitätsfonds
werden der Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung der
biologischen Vielfalt in Österreich gezielt gefördert. Die
Förderungen aus dem Fonds richten sich an Gebietskörperschaften,
Biosphären-, Natur- und Nationalparks, NGOs, Betriebe sowie
Privatpersonen, die einen signifikanten Beitrag zum Schutz der
Biodiversität leisten wollen. Seit dem Start des Biodiversitätsfonds
konnten mehr als 200 Projekte im Sinne der österreichischen
Biodiversitätsstrategie unterstützt werden.

Totschnig: „Mit der Erweiterung des Nationalparks stärken wir
nicht nur die ökologische Vielfalt, sondern erzielen auch Vorteile
für Klima, Wasserhaushalt und die Menschen in der Region. Damit ist
ein bedeutender Schritt für mehr Biodiversität gelungen und mein Ziel
ist, unsere Nationalparks auch in den kommenden Jahren weiter zu
stärken.“