Wien (OTS) – Von 31. März bis 1. April fand auf Einladung des
derzeitigen
Vorsitzlandes Schweden das jährliche Treffen der Forstministerinnen
und Forstminister der „For Forest Group +“ statt. Themen des Treffens
waren u.a. die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), Kriterien für eine
nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie Herausforderungen des
Landnutzungssektors im Rahmen der EU-Klimapolitik. Erfreulich ist
auch, dass die Gruppe mit Deutschland einen neuen Partner willkommen
heißen konnte.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Die Land- und Forstwirtschaft
steht derzeit unter enormem Druck. Überbordende Bürokratie und
fehlende Perspektiven gefährden die Zukunft unserer bäuerlichen
Familienbetriebe. Zusätzlich stellt die EUDR eine enorme und
unverhältnismäßige administrative Belastung dar.
Die For Forest Gruppe vertritt die Anliegen waldreicher
Mitgliedstaaten und will nachhaltige Lösungen auf EU-Ebene
vorantreiben. Mir ist wichtig, dass wir an einem Strang ziehen, denn
nur so verschaffen wir uns auch als kleiner Mitgliedsstaat Gehör. Die
Mitgliedstaaten der Gruppe repräsentieren rund 60 Prozent der EU-
Waldfläche und verfügen über einen starken Forstsektor. Diese
gemeinsame Stärke gilt es zu nutzen, um die Existenz unserer
Waldbäuerinnen und Waldbauern zu sichern und die Versorgung mit
nachwachsenden Rohstoffen zu gewährleisten.“
EUDR braucht weitere Vereinfachungen
Vereinfachungsbestrebungen und die Verschiebung des Anwendungsbeginns
der EU-Entwaldungsverordnung wurden eingefordert, um eine
praxistaugliche Umsetzung sicherzustellen.
Totschnig: „Gemeinsam ist uns ein vorläufiger Stopp und wichtige
Vereinfachungsmaßnahmen der EUDR gelungen. Dieser Erfolg
verdeutlicht, wie wirksam starke Allianzen auf EU-Ebene sind. Jetzt
geht es darum, die Regeln praxistauglich und kosteneffizient auf den
Boden zu bringen und weitere Vereinfachungen durchzusetzen. Die
Europäische Kommission hat bis Ende April die erforderlichen
Klarstellungen und Vereinfachungsvorschläge vorzulegen. Für mich ist
klar, dass es weitere Erleichterungen für Länder ohne
Entwaldungsrisiko – wie Österreich – braucht.“
Über die For Forest Group +
Die For Forest Group wurde 2022 als informelle, strategische
Partnerschaft von Forstministerinnen und -ministern waldreicher EU-
Mitgliedstaaten (Österreich, Finnland, Slowenien und Schweden) auf
Initiative Österreichs gegründet.
Das Hauptziel dieser strategischen Partnerschaft besteht darin, eine
informelle Plattform zu schaffen, Wissen und bewährte Verfahren
auszutauschen, andere EU-Mitgliedstaaten zur Kooperation anzuregen
und eine gemeinsame Position zu vertreten.
Da dieses Format auf großes Interesse gestoßen ist, wurde vereinbart,
die Kooperation zu erweitern und neue Mitglieder unter dem Dach der
For Forest Group + aufzunehmen. So konnte die Gruppe um Frankreich,
Italien, Lettland und nun auch um Deutschland erweitert werden.
Österreich wird ab 2027 zum zweiten Mal den Vorsitz der For Forest
Group + leiten und die nächste Ministerkonferenz ausrichten.