Wien/Vösendorf (OTS) – „ Was vor zwei Jahren das Hochwasser war, war
heuer die Hitze. “
Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria
Von 12. bis 16. September 2024 verwüstete eine
Hochwasserkatastrophe Teile Österreichs – mit dramatischen Folgen für
die Tierwelt. Sinkende Temperaturen und tagelange, massive Regenfälle
ließen die Insekten verschwinden. Schwalben fanden keine Nahrung
mehr. Es kam zum größten Schwalbensterben des 21. Jahrhunderts.
In jenen Tagen wurden über 7.000 Schwalben im Tierschutzhaus
Vösendorf versorgt – gemeinsam mit hunderten Freiwilligen, die Tiere
meldeten, einsammelten und brachten. Das war die Geburtsstunde des
Team Tierschutz.
Zwei Jahre später ist daraus Österreichs größte
Freiwilligenbewegung im Tierschutz geworden: 2.500 Menschen sind
aktiv. Den zweiten großen Härtetest lieferte nicht das Wasser,
sondern die Hitze. Der Hitzetsunami hat die heimische Tierwelt massiv
gefordert. Tierschutz Austria musste allein in diesem Hitzesommer im
Tierschutzhaus Vösendorf über 2.000 Wildtiere versorgen – Jungvögel,
Mauersegler, Eichhörnchen, Igel, Rehkitze und viele mehr. Ohne das
Netz aus Freiwilligen wäre dieser Zustrom nicht zu bewältigen
gewesen.
Mitten in dieser Klimakrise zeigte sich erneut, was 2024 begonnen
hatte: Menschen greifen zum Handy, melden Tiere in Not, holen sie aus
der Hitze und bringen sie nach Vösendorf und zu Partnerstationen. „Es
fühlt sich an wie ein Tsunami aus leidenden Wildtieren“, sagt Stephan
Scheidl, Tierheimleiter und Einsatzleiter von Tierschutz Austria.
„Mauersegler-Küken flüchten aus überhitzten Nestern, obwohl sie noch
nicht fliegen können. Die Tiere kommen dehydriert, entkräftet und oft
halb bewusstlos bei uns in Vösendorf an. Ohne die Freiwilligen wäre
das nicht zu schaffen.“
Zwtl.: Vom Nothilfe-Einsatz zur dauerhaften Bewegung
Aus der Schwalbenkrise von 2024 wuchs eine Struktur, die heuer
den zweiten großen Belastungstest bestanden hat:
– September 2024: Größtes Schwalbensterben des 21. Jahrhunderts, über
7.000 Schwalben im Tierschutzhaus Vösendorf versorgt, hunderte
Freiwillige im Einsatz – Geburtsstunde von Team Tierschutz.
– Heute: 2.500 aktive Freiwillige, vernetzt über WhatsApp-Gruppen.
– Bilanz: Über 5.000 gerettete Wildtiere.
– Alltag: Mehr als 2.000 Team Tierschutz-Einsätze seit dem Hochwasser
2024.
– Allein in diesem Hitzesommer: Über 2.000 Wildtiere im
Tierschutzhaus Vösendorf von Tierschutz Austria versorgt.
– Ausbildung: Mehr 160 Team Tierschutz Akademie Teilnehmer:innen,
rund 500 Schulungsabsolvent:innen.
„ Dass aus einer Tragödie eine so starke Tierschutz-Bewegung
entsteht und diese zwei Jahre später auch den Hitzesommer trägt,
zeigt: Tierschutz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen “,
sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria und Initiator
des Projekts. „2.500 Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern
handeln – das ist eine Erfolgsbilanz. Und zugleich ein Auftrag,“
freut sich Stephan Scheidl, Tierheimleiter von Tierschutz Austria.
Zwtl.: Lehren aus Hochwasser und Hitze
Beide Katastrophen haben gezeigt: Es braucht das Ehrenamt für den
Wildtierschutz in Österreich. Team Tierschutz setzt deshalb auf
nachhaltige Strukturen:
– Ausbildungsprogramm „16 Wochen für den Tierschutz“ und die Team
Tierschutz Akademie
– Katastrophenschutz für Tiere als feste Säule der Arbeit
– Schnelle Einsatzkoordination über die Freiwilligen-Gruppen
– Finanzielle Basis: Ein Wildtier kostet im Schnitt 28 Euro pro Tag
Damit Hilfe beim nächsten Extremwetter noch schneller greifen
kann, ruft Tierschutz Austria zum Spenden für Wildtiere in Not auf.
„Ob Sturm, Hochwasser oder Hitzetsunami: Wir müssen sofort reagieren
können, ohne wertvolle Zeit zu verlieren“, betont Aschauer.
„Jeder Vogel, der 2024 wieder in den Himmel aufstieg, war ein
Symbol der Hoffnung“, sagt Scheidl. „Heute sind es 2.500 Menschen,
die diese Hoffnung weitertragen – und bereitstehen, wenn die nächste
Krise kommt.“
Team Tierschutz wird mit freundlicher Unterstützung vom Verein
der Tierecke umgesetzt.
Zwtl.: Mitmachen & unterstützen
Mithelfen: www.team-tierschutz.at
Akademie: www.team-tierschutz-akademie.at
Fotos (honorarfrei):
Einige Höhepunkte