Wien (OTS) – „Kinder zu bekommen, sie großzuziehen und jeden Tag für
sie da zu
sein, ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft und
gleichzeitig harte Arbeit. Sie ist wunderschön, aber sie kostet
Kraft, Zeit und oft auch die eigene finanzielle Sicherheit. Diese
Realität betrifft in Österreich noch immer vor allem Frauen“, betont
SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz. Die jüngsten Aussagen von
Bundeskanzler Stocker sorgen bei der SPÖ-Nationalratsabgeordneten für
Unverständnis. „Wer so spricht, blendet die Lebensrealität vieler
Frauen aus. Kinderbetreuung ist keine Nebensache, sondern harte
Arbeit, die täglich geleistet wird. Und zwar unbezahlt und mit Folgen
für Einkommen, Karriere und Pension.“ ****
Frauen übernehmen in Österreich nach wie vor den Großteil der
unbezahlten Betreuung von Kindern und der Pflege von Angehörigen.
Deshalb arbeiten viele in Teilzeit oder unterbrechen ihre
Berufstätigkeit. „Der Equal Pension Day zeigt jedes Jahr, wohin das
führt: Frauen erhalten im Durchschnitt um 39,4 Prozent weniger
Pension als Männer. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis
politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die Frauen bis
heute benachteiligen“, so Schatz.
Für die SPÖ ist klar: „Wer die Gehalts- und Pensionslücke
zwischen Frauen und Männern schließen will, muss für faire Löhne
sorgen. Wir brauchen die rasche Umsetzung der EU-
Lohntransparenzrichtlinie, damit gleicher Lohn für gleiche Arbeit
endlich Realität wird. Die Kinderbetreuung muss weiter ausgebaut
werden, damit Frauen selbst entscheiden können, wie sie Beruf und
Familie vereinbaren. Und wir müssen Väter viel stärker in die
Verantwortung bringen und Partnerschaftlichkeit bei der
Kinderbetreuung und Elternkarenz erhöhen. Erst wenn Betreuung,
Erwerbsarbeit und Verantwortung gerechter verteilt sind, können
Frauen wirtschaftlich unabhängig sein und im Alter die Pension
erhalten, die sie verdienen“, betont Schatz. (Schluss) eg/lw