Wien (OTS) – Mit einem feierlichen Spatenstich fiel am Donnerstag der
Startschuss
für ein weiteres Leuchtturmprojekt der Wiener Trinkwasserversorgung:
Auf der Donauinsel zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg entsteht bis
2030 ein hochmodernes Wasserwerk. Es ist eine von zahlreichen
Maßnahmen der Strategie „Wiener Wasser 2050“, mit der sich die Stadt
Wien auf den durch Bevölkerungswachstum und Klimakrise bedingten
erhöhten Wasserbedarf vorbereitet.
„Wir treffen jetzt die nötigen Maßnahmen, damit auch für die
nächsten Generationen zu jeder Zeit bestes Trinkwasser da ist“, sagte
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky . Neben dem Ausbau der
Speicherkapazitäten wie im weltweit größten geschlossenen
Wasserbehälter in Neusiedl/Steinfeld sei es zentral, auch die
verfügbare Wassermenge zu steigern, damit Wien bestens für den
steigenden Wasserbedarf gerüstet ist. „Mit dem Wasserwerk Donauinsel
erhöhen wir die Versorgungssicherheit für ganz Wien“, betonte der
Stadtrat.
„Sauberes Leitungswasser hat einen unschätzbaren Wert für unsere
Stadt. Mit dem neuen Wasserwerk auf der Donauinsel machen wir die
Wiener Wasserversorgung krisenfest und gerade in Zeiten des
Klimawandels auch klimafit. Wir erhöhen damit die
Versorgungssicherheit und sorgen dafür, dass das beste Wasser der
Welt auch für kommende Generationen eine Selbstverständlichkeit
bleibt“, erklärte NEOS Wien Klubobfrau Selma Arapović .
Der SPÖ-Klubvorsitzende Josef Taucher betonte: „Das Wasserwerk
Donauinsel ist ein weiteres zentrales Projekt, um die Daseinsvorsorge
in Wien weiter auszubauen und zu sichern. Die Wienerinnen und Wiener
können sich darauf verlassen, dass auch in Zukunft Trinkwasser in
bester Qualität aus dem Wasserhahn fließt.“
„Wien wächst stark und daher ist es zentral, dass die
Wasserversorgung ständig weiterentwickelt wird“, hoben die
Bezirksvorsteherin der Brigittenau, Christine Dubravac-Widholm , und
der Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Floridsdorf, Josef Fischer ,
hervor.
Zwtl.: Moderne Technologie sichert hohe Trinkwasserqualität
Im neuen Wasserwerk auf der Donauinsel wird Wasser aufbereitet.
Dafür wird das Wasser aus 17 Grundwasser-Brunnen in den
Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf entnommen.
Im Wasserwerk angelangt, erfolgt die Aufbereitung des Wassers in vier
Stufen. Im ersten Schritt wird dem Wasser Sauerstoff zugeführt. Durch
diese Belüftung werden gelöste Verunreinigungen abgebaut. Im zweiten
und dritten Schritt fließt das Wasser durch einen Grobfilter und
einen Feinfilter. Der Feinfilter gewährleistet, dass ausschließlich
Wasser in hervorragender Qualität zur letzten Stufe gelangt. Im
letzten Schritt wird das Wasser mittels UV-Licht desinfiziert.
Anschließend wird das Trinkwasser in das Wiener Rohrnetz gepumpt.
„Mit der mehrstufigen Aufbereitung im Wasserwerk Donauinsel
sorgen wir für die ständige Verfügbarkeit von bestem Trinkwasser.
Durch die eingesetzten mineralischen Stoffe in den Filtern
funktioniert die Aufbereitung ähnlich wie der Berg das
Hochquellwasser reinigt“, erklärte Paul Hellmeier, Chef von Wiener
Wasser . Das Wasserwerk kann künftig bis zu 1.000 Liter Trinkwasser
pro Sekunde liefern. Insbesondere wenn Quellen ausfallen, Reparaturen
bei den Hochquellenleitungen gemacht werden müssen oder bei einer
längeren Hitzewelle der Wasserverbrauch steigt, ist die zusätzliche
Anlage zentral.
Im Vorfeld der Inbetriebnahme des Wasserwerks kooperiert Wiener
Wasser mit mehreren Universitäten. Um den Prozess zu optimieren,
werden mit Hilfe einer Pilotanlage ab Sommer 2027 einzelne
Verfahrensschritte getestet und optimiert. Die Forschung wird im
fertiggestellten Wasserwerk Donauinsel auf einer fix eingerichteten
Versuchsstrecke fortgesetzt. Dies ermöglicht, dass Wiener Wasser auch
in Zukunft immer die modernsten Technologien anwendet.
Zwtl.: Bau- und Verkehrsmaßnahmen auf der Donauinsel
Auf einer Fläche von etwa 50 mal 90 Metern werden zunächst
Bohrpfähle hergestellt, um die tiefe Baugrube zu sichern. Nach
umfangreichen Aushubarbeiten bis zu 12-Metern-Tiefe wird bis Sommer
2029 der Betonbau errichtet. Insgesamt werden rund 12.000 Kubikmeter
Beton und 1.700 Tonnen Stahl verbaut. Nach Fertigstellung des
Betonbaus wird die umfangreiche Verfahrens- und Elektrotechnik
installiert. Nach vier Jahren Bauzeit soll bestes Trinkwasser ins
Wiener Rohrnetz fließen. Der Bau wird anschließend begrünt, damit er
sich gut in die Umgebung einfügt. Der Kostenrahmen für das
Großprojekt beträgt rund 140 Millionen Euro.
Um sicher bauen zu können, werden die Fußgänger*innen und
Radfahrer*innen ab 20. April 2026 zwischen Floridsdorfer Brücke und
Nordbrücke umgeleitet, weil der Hauptweg für den Baustellenverkehr
benötigt wird. Die Umleitung erfolgt über den eigens ausgebauten
Treppelweg. Dieser Weg ist als Fairnesszone markiert, da alle
Verkehrsteilnehmer*innen hier achtsamer sein müssen.
Alle Infos zur Trinkwasser-Strategie unter: wien.gv.at/wienwasser
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)