Rückblick auf Gedenkjahr 2025 und geplante Projekte 2026

Wien (OTS) – Das Jahr 2025 stand im Zeichen des Gedenkens an die
Opfer des
Nationalsozialismus und der Weltkriege. Das Innenministerium setzte
im Gedenkjahr zahlreiche Schwerpunkte – von der Auseinandersetzung
mit Kriegs- und Opfergräbern über Feierlichkeiten anlässlich 80 Jahre
Befreiung des KZ Mauthausen bis hin zu Ausstellungen und
Bildungsarbeit.

„Erinnerung ist Verantwortung und zugleich ein zentraler Auftrag
zur ständigen Weiterentwicklung der Gedenkkultur in unserem Land“,
sagt Innenminister Gerhard Karner. „Mit einer aktiven Gedenk- und
Erinnerungsarbeit leisten wir einen wichtigen Beitrag für Demokratie,
Menschenwürde und das Bewusstsein kommender Generationen.“

Rückblick 2025

Aufgrund seiner Zuständigkeit für die Bundesanstalt Mauthausen
Memorial sowie für die Kriegs- und Opfergräberfürsorge im Rahmen der
Abteilung für Historische Angelegenheiten war das Innenministerium
aktiver Teil der gelebten Erinnerungs- und Mahnkultur anlässlich des
Gedenkjahres 2025.

Zu Jahresbeginn wurde am 17. Jänner 2025 die feierliche Übergabe
der Kriegsgräberanlage Gruppe 97 am Wiener Zentralfriedhof von der
Bundesrepublik Deutschland in die Obhut der Republik Österreich
vollzogen. Mit rund 7.300 Kriegstoten ist sie der größte deutsche
Soldatenfriedhof des Zweiten Weltkriegs in Österreich und wird
seither vom Innenministerium verwaltet.

Besondere Bedeutung kam auch der Aufarbeitung von NS-Verbrechen
auf österreichischem Staatsgebiet zu: Im März wurde im NS-Gedenkort
Schloss Hartheim nach gezielten Grabungsarbeiten ein großflächiges
Aschefeld mit verbrannten menschlichen Überresten entdeckt, dessen
Sichtbarmachung geplant ist. Die vom Innenministerium beauftragte
Wanderausstellung „Hitlers Exekutive“ zur Rolle der Polizei im
Nationalsozialismus wurde 2025 unter anderem in Kärnten und
Niederösterreich gezeigt und wird verpflichtend von
Polizeischülerinnen und -schülern besucht.

Im Gedenkjahr nahm Innenminister Gerhard Karner an zahlreichen
nationalen und internationalen Gedenkveranstaltungen teil, darunter
die Befreiungsfeiern in Mauthausen und Gusen. Zudem wurden mehrere
Außenlagerstelen an Standorten des KZ-Komplexes Mauthausen enthüllt.

Weitere Schwerpunkte waren die Sanierung und Wiedereröffnung von
Soldatenfriedhöfen und Opfergräberanlagen, das Gedenken an ermordete
Roma und Sinti in Lackenbach sowie Opfern des österreichischen
Widerstandes, die Würdigung vergessener Kriegsopfer in St. Pölten
sowie die Bestattung von Opfern der NS-Kindermordanstalt „Am
Spiegelgrund“ am Wiener Zentralfriedhof.

Mit der Präsentation des Siegerprojekts zur Neugestaltung der KZ-
Gedenkstätte Gusen wurde ein wichtiger Schritt für die Zukunft der
österreichischen Erinnerungskultur gesetzt. 2026 beginnt nun die
Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses.

Ausblick 2026

2026 setzt das Innenministerium die Aufarbeitung der NS-
Vergangenheit fort. Neben der Aufstellung weiterer Außenlagerstelen
durch das Mauthausen Memorial sind unter anderem die
Kontextualisierung des Kriegsgrabes des Auschwitz-Arztes Franz
Bodmann in Salzburg, die Eröffnung der Wanderausstellung „Hitlers
Exekutive“ im Gedenkort Schloss Hartheim sowie Beiträge zur NÖ
Landesausstellung 2026 mit Neugestaltung des Anstaltsfriedhofs Mauer-
Öhling geplant. Zudem wird eine Novelle der
Kriegsgräberfürsorgegesetze vorbereitet.