Haarentfernung

Paketsteuer: Wiener bündeln ihre Online-Einkäufe

Wien (OTS) – Knapp zwei Wochen nach Einführung der nationalen
Paketsteuer zeigen
erste Rückmeldungen aus dem Handel Veränderungen beim Online-Einkauf:
Konsumenten vermeiden Einzelbestellungen und fassen ihre Einkäufe
verstärkt zu größeren Bestellungen zusammen. Die zusätzlichen Kosten
von 2,40 Euro fallen bei kleinen Warenkörben besonders ins Gewicht.
Für Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der
Wirtschaftskammer Wien, stellt sich damit die Frage, ob die neue
Abgabe tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt, insbesondere mit
Blick auf die angestrebte Eindämmung der Paketflut aus Drittstaaten.

„Wer nur ein einzelnes Produkt bestellen möchte, überlegt sich
das bei zusätzlichen Kosten von bis zu 2,40 Euro zweimal. Die
Paketsteuer setzt damit einen klaren Anreiz, Einkäufe zu bündeln und
größere Warenkörbe zusammenzustellen. Ob damit allerdings auch eines
der erklärten Ziele, nämlich die Billigpaketflut aus Drittstaaten
einzudämmen, erreicht wird, ist mehr als fraglich“, so Gumprecht.
Tatsächlich könnte es durch die größeren Warenkörbe mittelfristig
sogar dazu führen, dass die Online-Umsätze zulasten des stationären
Handels steigen. „Das wäre natürlich ein Horrorszenario für den
heimischen Handel. Die Bundesregierung wäre gut beraten, die
Paketsteuer im Expressverfahren wieder einzustampfen. Jedenfalls noch
vor dem für unsere Händler so wichtigen Weihnachtsgeschäft“, fordert
Gumprecht.

Wiener Handel: Nationale Paketsteuer bleibt der falsche Weg

Die Obfrau des Wiener Handels fordert erneut die rasche Rücknahme
der zusätzlichen Abgabe: „Wir haben von Anfang an davor gewarnt, dass
eine nationale Paketsteuer die Falschen trifft. Statt gezielt gegen
Billigimporte aus Drittstaaten vorzugehen, belastet sie heimische
Händler und Konsumenten.“

In Wien betrifft das einen großen Teil der Bevölkerung: 74
Prozent der Wienerinnen und Wiener kaufen online und geben dafür
jährlich rund 2,3 Milliarden Euro aus. „Online-Shopping gehört für
einen Großteil der Wiener längst zum Alltag. Die nationale
Paketsteuer verändert aber nicht unbedingt, wo gekauft wird, sondern
zunächst, wie bestellt wird: weniger Einzelbestellungen, dafür
größere Warenkörbe. Damit ist für den heimischen Handel noch nichts
gewonnen“, so Gumprecht.

Europäische Maßnahmen setzen gezielter an

Der Wiener Handel fordert daher weiterhin Maßnahmen, die direkt
bei den Wettbewerbsverzerrungen durch Billigimporte aus Drittstaaten
ansetzen. Der seit Juli geltende EU-Pauschalzoll setzt gezielt bei
solchen Importen an und zeigt laut ersten Branchenrückmeldungen
bereits Wirkung. „Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber
internationalen Billigplattformen. Wenn auf europäischer Ebene
gezielt bei Billigimporten aus Drittstaaten angesetzt wird, braucht
es keine zusätzliche österreichische Sonderlösung. Die nationale
Paketsteuer sollte rasch zurückgenommen werden“, fordert Gumprecht.