Haarentfernung

ORF-Premiere für „kreuz & quer“-Doku „Tierisch nah – Wie ähnlich wir den Tieren sind“

Wien (OTS) – Ein Schwein, das zählen kann. Ein Oktopus, der sich 14
Minuten lang
nicht geschlagen gibt. Zwei Hummeln, die gemeinsam einen Würfel
balancieren, um an eine Blüte zu kommen. Zufälle – oder Belege für
eine Innenwelt, die wir Tieren lange abgesprochen haben? Die „kreuz &
quer“-Neuproduktion „Tierisch nah – Wie ähnlich wir den Tieren sind“
von Florian Gebauer begleitet am Dienstag, dem 29. September 2026, um
23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON internationale Forscherinnen und
Forscher, die genau dieser Frage nachgehen.

Auf Gut Aiderbichl in Salzburg leben Hausschweine, die – anders
als Mastschweine – bis zu 20 Jahre alt werden. Das gibt den
Verhaltensbiologinnen Marianne Wondrak und Kimberly Brosche die
seltene Möglichkeit, einzelne Tiere über Jahre zu begleiten. Ihr
Experiment mit sechs identischen Futterschüsseln zeigt: Manche
Schweine merken sich Positionen und folgen Mustern – eine Fähigkeit,
die lange fast ausschließlich dem Menschen zugeschrieben wurde.

Ähnlich verblüffend sind die Kakadus, mit denen die
Kognitionsbiologin Alice Auersperg seit 15 Jahren arbeitet: Sie
fertigen sich Werkzeuge in genau der passenden Länge selbst an. Wie
schnell sich neues Wissen in einer Population verbreiten kann, zeigen
freilebende Gelbhaubenkakadus in Sydney: Sie brachten sich selbst
bei, Mülltonnen zu öffnen – ein Verhalten, das sich einer Kollegin
Auerspergs zufolge innerhalb von drei Jahren auf ganze
Nachbarschaften ausbreitete.

Im Tiergarten Schönbrunn wiederum kämpft ein Oktopus eine
Viertelstunde lang mit einem verklebten Futterbehälter, ohne
aufzugeben – für die Forschenden ein möglicher Hinweis darauf, dass
er eine Art Zukunftsvorstellung besitzt. Und im finnischen Oulu zeigt
Olli Loukola, wie Hummeln lernen, Werkzeuge zu benutzen und dabei
sogar zu zweit zusammenzuarbeiten.

Diese Beobachtungen rütteln an einer jahrhundertealten Ordnung,
die der Theologe und Ethiker Kurt Remele als eine „tiefe Kluft
zwischen Menschen und Tieren“ beschreibt – eine Kluft, die seit
Charles Darwin zunehmend brüchig wird. Der Tierethiker Herwig Grimm
stellt die unbequeme Anschlussfrage: Wenn Tiere Pläne haben und
leiden können, was bedeutet das für unseren Umgang mit ihnen – als
Nutztiere, Versuchstiere, Nahrung?

„Tierisch nah“ verknüpft aktuelle Forschung mit dieser ethischen
Dimension, ohne vorschnelle Antworten zu liefern. Je genauer die
Wissenschaft hinsieht, desto weniger selbstverständlich erscheint die
alte Hierarchie. Der Theologe und Ethiker Kurt Remele und der
Tierethiker Herwig Grimm stellen die neuen Erkenntnisse in einen
größeren Zusammenhang: Wenn Tiere leiden, Persönlichkeiten entwickeln
oder möglicherweise Erwartungen an ihre Zukunft haben, genügt es dann
noch, allein nach ihrem Nutzen für uns zu fragen?