Wien (OTS) – Das Ökosoziale Forum Österreich & Europa wurde als
Mitglied in die
Working Group on Primary Producers des Circular Bio-based Europe
Joint Undertaking (CBE JU) aufgenommen. Damit ist der Verein Teil
eines europäischen Expert:innengremiums, das die zukünftige Rolle von
Primärproduzent:innen in der Bioökonomie aktiv mitgestaltet.
Die Arbeitsgruppe vereint Vertreter:innen aus Landwirtschaft,
Forstwirtschaft, Aquakultur und Fischerei und hat den Auftrag, einen
praxisnahen Aktionsplan zu entwickeln und in weiterer Folge
umzusetzen. Ziel ist es, Primärproduzent:innen stärker und fairer in
kreislauforientierte, biobasierte Wertschöpfungsketten einzubinden.
„Bioökonomie ist ein Zukunftsfeld. Sie muss ökosozial gedacht
werden – wirtschaftlich tragfähig, ökologisch wirksam und sozial
fair“, betont Hans Mayrhofer, der das Ökosoziale Forum in der
Arbeitsgruppe vertritt. „Entscheidend ist, dass Land- und
Forstwirtschaft in neuen Wertschöpfungsketten real profitieren und
nicht nur große Biotech-Konzerne. Der Rohstoff-Gewinnung soll auch
ein fairer Anteil am Gewinn zukommen.“
Zwtl.: Bioökonomie heißt ökosozial weiterdenken
Im Zentrum der Arbeit der Working Group steht ein klares
Zielbild: Primärproduzent:innen sollen in der Bioökonomie eine
gestaltende und wirtschaftlich lohnende Rolle einnehmen – und nicht
auf die Funktion reiner Rohstofflieferant:innen reduziert werden. Die
Bioökonomie in Europa kann dadurch so gestaltet werden, dass Betriebe
und Regionen messbar profitieren und die Rohstoffgewinnung von Anfang
an ökologisch und sozial mitgedacht wird.
Zwtl.: Barrieren abbauen – konkrete Maßnahmen entwickeln
Die Working Group on Primary Producers arbeitet insbesondere
daran, zentrale Hemmnisse für die Beteiligung von
Primärproduzent:innen abzubauen. Dazu zählen unter anderem:
–
fehlende Information und Awareness über Beteiligungsmöglichkeiten
–
begrenzte Integration in Wertschöpfungsketten (Rolle,
Verhandlungsmacht, Schnittstellen)
–
Finanzierungs- und Risikofragen (De-Risking,
Investitionssicherheit, Zugang zu Kapital)
–
Herausforderungen bei Infrastruktur und Logistik
–
Marktzugang sowie faire Modelle für Benefit Sharing entlang der
Wertschöpfungskette
Auf dieser Basis wird ein europaweiter Maßnahmenplan erarbeitet,
der gezielt auf Umsetzbarkeit in der Praxis ausgerichtet ist.
Zwtl.: Bioökonomie-Expertise des Ökosozialen Forums gewürdigt
Das Ökosozialen Forums bringt seine Plattform- und
Vernetzungskompetenz an der Schnittstelle von Politik, Praxis,
Wissenschaft und Wirtschaft in das Gremium ein. Besonderes Augenmerk
liegt auf der regionalen Wirkung der Bioökonomie: Ländliche Räume
sollen gestärkt und Wertschöpfung vor Ort erhöht werden. „Innovation
gelingt, wenn sie auf Kooperation basiert – entlang der gesamten
Kette, vom Betrieb bis zum Markt“, so Mayrhofer. „Wertschöpfung muss
dort ankommen, wo sie entsteht.“
Mit der Berufung in die CBE JU Working Group werden das
jahrelange Engagement des Ökosozialen Forums für die Bioökonomie und
die aufgebaute Expertise nun auch auf europäischer Ebene gewürdigt.