Wien (OTS) – Die kürzlich im Ministerrat beschlossenen Maßnahmen zur
Beschäftigung
älterer Menschen sind zwar grundsätzlich zu begrüßen, greifen aber
aus Sicht des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) insgesamt
noch zu kurz. Zwar begrüßt ÖGB Bundespensionist:innenvorsitzende
Monika Kemperle, dass mit gezielten Informationen und
Sensibilisierungsmaßnahmen endlich Bewegung in die bedeutsame
Älterenbeschäftigung kommt – doch die geplante Ausgestaltung wirft
noch Fragen auf. „Niemand hat etwas dagegen, wenn Menschen, die
weiterarbeiten wollen, das auch können – aber das darf nicht auf
Kosten der Älterenbeschäftigung gehen“, stellt Kemperle klar.
Pensionsfreibetrag schafft falsche Anreize
Zu hinterfragen ist der geplante Pensionsfreibetrag für
Zuverdienste: „Damit schafft man falsche Anreize. Viele Betriebe
werden auf günstig verfügbare Teilzeit-Pensionistinnen und –
Pensionisten ausweichen, anstatt Arbeitszeiten der bestehenden
älteren Beschäftigten zu erhöhen oder gar neue Plätze für Ältere zu
schaffen“, warnt Kemperle. Noch unklar bleibt, wie die Regierung
Missstände erfassen und sanktionieren will. „Der Maßnahmenmix und ein
wirksames Monitoringsystem kommen zu spät – erst ab 1. Jänner 2027.
Das bedeutet: noch ein Jahr ohne verbindliche Hebel gegen Betriebe,
die älteren Menschen keine Chance geben“, kritisiert sie.
ÖGB fordert echte Anreize und Kontrollen
Der ÖGB verlangt mehr Transparenz, konkret umsetzbare
Anreizsysteme und klare Kontrollen. „Wenn Beschäftigung älterer
Menschen wirklich gestärkt werden soll, braucht es faire Bedingungen
am Arbeitsmarkt“, betont Kemperle abschließend.