Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen ein
weiterhin
schwieriges Bild am österreichischen Arbeitsmarkt. Besonders
alarmierend: Die Arbeitslosigkeit von Frauen ist im September erneut
um 6,0 Prozent gestiegen, während jene der Männer leicht
zurückgegangen ist.
„Das besonders Frauen betroffen sind hängt auch mit der
schrittweisen Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters zusammen:
Mehr Frauen bleiben zwar länger im Erwerbsleben, gleichzeitig wächst
aber auch die Zahl jener, die keinen Arbeitsplatz finden. Diese
Entwicklung darf arbeitsmarktpolitisch nicht ignoriert werden“, sagt
ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
„Die steigende Arbeitslosigkeit bedeutet für viele Betroffene
finanzielle Unsicherheit und erschwert den beruflichen Wiedereinstieg
oder die weitere Karriereentwicklung. Gerade deshalb braucht es jetzt
gezielte Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung, damit
Beschäftigte die Chance haben, sich für die Anforderungen der Zukunft
fit zu machen und neue berufliche Perspektiven zu entwickeln“, betont
Schuberth.
Frauen seien nach wie vor häufiger in Branchen beschäftigt, die
von wirtschaftlichen Schwankungen besonders stark betroffen seien.
Gleichzeitig erschweren Betreuungspflichten und mangelnde
Unterstützungsmöglichkeiten vielen Frauen die Rückkehr in den
Arbeitsmarkt.
Qualifizierungsoffensive notwendig
Aus Sicht des ÖGB muss die aktive Arbeitsmarktpolitik gerade
jetzt gestärkt werden. Maßnahmen wie Qualifizierungsprogramme,
arbeitsplatznahe Weiterbildung sowie gezielte Unterstützung für
Frauen in Zukunftsbranchen seien entscheidend, um Arbeitslosigkeit zu
bekämpfen und Fachkräfte zu sichern.
„Wer heute in Qualifizierung investiert, stärkt morgen den
Arbeitsmarkt. Weiterbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und eröffnet
neue Chancen. Deshalb wäre es der falsche Weg, gerade jetzt bei
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu sparen“, so Schuberth.
Kinderbetreuung bleibt Schlüssel für Beschäftigung
Fehlende Betreuungsplätze und eingeschränkte Öffnungszeiten sind
zudem nach wie vor ein weiteres wesentliches Hindernis für die
Erwerbstätigkeit vieler Frauen.
„Wenn wir mehr Frauen in Beschäftigung bringen wollen, müssen
Beruf und Familie endlich besser vereinbar sein. Dazu braucht es
ausreichend Kinderbetreuungsplätze mit Öffnungszeiten, die mit der
Arbeitsrealität der Eltern vereinbar sind“, fordert Schuberth.
„Österreich braucht jetzt Impulse für Beschäftigung,
Qualifizierung und soziale Sicherheit. Das ist der beste Weg, um
Menschen in Arbeit zu bringen und den Zusammenhalt in unserer
Gesellschaft zu stärken“, schließt Schuberth.
Forderungen des ÖGB:
– Mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik und Qualifizierung
– Gezielte Weiterbildungs- und Umschulungsangebote für Frauen
– Stärkere Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf
– Ausbau der Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsangebote
– Beschäftigungsimpulse durch öffentliche und private Investitionen
– Gute Arbeit und faire Einkommen als Grundlage für wirtschaftliche
Stabilität
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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