Neue Stiftungsprofessur für „Safe and Sustainable by Design“ stärkt Lehre, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit

Wien (OTS) – Mit der Stadt Wien Stiftungsprofessur „Safe and
Sustainable by
Design“ (SSbD) wird ein zentrales Zukunftskonzept für sichere und
nachhaltige Produkte dauerhaft in Lehre, Forschung und
gesellschaftlichem Transfer verankert. Die FH Technikum Wien
übernimmt damit eine Vorreiterrolle und zeigt, wie moderne Ausbildung
auf die Herausforderungen unserer Zeit antworten kann.

Was bedeutet „Safe and Sustainable by Design“?

Jeden Tag kommen wir mit Produkten wie Lebensmittelverpackungen,
elektronischen Geräten, Textilien und Kosmetika in Berührung. Doch
wie sicher für uns und die Umwelt sind die darin enthaltenen
Materialien und Chemikalien? Welche Auswirkungen haben sie heute und
in den nächsten 20 Jahren? Genau hier setzt das Konzept „Safe and
Sustainable by Design“ der Europäischen Kommission an.

Es bietet einen freiwilligen, aber wissenschaftlich fundierten
Rahmen, der Sicherheits-, Gesundheits-, Umwelt- und Klimaaspekte
bereits in der frühesten Phase der Produktentwicklung berücksichtigt
und nicht erst, wenn ein Produkt bereits auf dem Markt ist. Ziel ist
es, Produkte zu schaffen, die die menschliche Gesundheit schützen,
die Umwelt so wenig wie möglich belasten, recyclingfähig sind, Abfall
vermeiden und Ressourcen schonen. Kurz gesagt: Sicherheit und
Nachhaltigkeit sollen von Anfang an integriert sein.

Eine Professur als strategischer Knotenpunkt

Mit der Etablierung einer Stiftungsprofessur wird SSbD
systematisch in Lehre und Forschung an der FH Technikum Wien
verankert. Die Professur fungiert als zentrale Schnittstelle, die
bestehende Kompetenzen bündelt und neue Impulse setzt. Umwelt- und
Bioprozesstechnik, Ökotoxikologie, Mikroplastikforschung,
Lebenszyklusanalysen und regulatorische Bewertung fließen hier
zusammen.

Kathrin Weiland übernimmt ab 1. März 2026 die Stiftungsprofessur
für Safe and Sustainable by Design. Als Wissenschaftlerin und
Lektorin an der FH Technikum Wien bringt sie tiefgreifende Expertise
in biobasierten advanced materials mit, also Hochleistungswerkstoffen
auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

Biobasierte Materialien gelten als vielversprechende Alternative
zu konventionellen, oft petrochemisch basierten Werkstoffen. Sie
vereinen Leistungsfähigkeit mit einem deutlich geringeren
ökologischen Fußabdruck und sind damit geradezu prädestiniert dafür,
SSbD-Prinzipien in der Praxis umzusetzen. Als Professorin setzt
Kathrin Weiland darauf, dass„Safe and Sustainable by Design“ kein
abstraktes Konzept bleibt, sondern zum integralen Bestandteil von
Forschung und Lehre wird – von der ersten Materialentwicklung bis zur
Bewertung des gesamten Lebenszyklus.

Mit ihrer Arbeit schlägt sie eine Brücke zwischen innovativer
Materialforschung und den regulatorischen sowie gesellschaftlichen
Anforderungen an eine nachhaltige Chemie – und macht dieses Wissen
für Studierende unmittelbar erfahrbar.

Die Stadt Wien Stiftungsprofessur für SSbD wurde von Romana
Hornek-Gausterer eingeworben. Als European Registered Toxicologist (
ERT) und Leiterin des Bachelor-Studiengangs Nachhaltige Umwelt- und
Bioprozesstechnik bringt sie langjährige Erfahrung als regulatorische
Ökotoxikologin mit und bleibt mit dem Projekt inhaltlich und in der
Forschung verbunden.

Was das für Studierende bedeutet

Besonders profitieren der Bachelor-Studiengang Nachhaltige Umwelt
– und Bioprozesstechnik und der Master-Studiengang Ökotoxikologie und
Umweltmanagement . SSbD-Inhalte werden gezielt in Lehrveranstaltungen
integriert, durch neue interdisziplinäre Formate und mit aktuellem
Wissen und Bewertungstools ergänzt, um Materialien und Prozesse
ganzheitlich zu bewerten und nachhaltig zu gestalten. Dadurch wird
eine neue Generation von Expert*innen im nachhaltigen Design
aufgebaut. Studierende lernen, interdisziplinär zu arbeiten und
Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven, von chemischen
Eigenschaften über Umweltwirkungen bis hin zu Lebenszyklusanalysen,
zu betrachten. Der praxisorientierte Ansatz ermöglicht es,
theoretisches Wissen direkt auf reale Herausforderungen anzuwenden.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

SSbD funktioniert nicht im Alleingang. Die Umsetzung erfordert
ein gemeinsames Vorgehen über Disziplinen und Institutionen hinweg.
Kollaboration und aktiver Austausch sind zentrale Elemente, um
komplexe Herausforderungen effektiv zu adressieren. Die FH Technikum
Wien versteht sich dabei als Brückenbauerin zwischen
Grundlagenforschung, angewandter Entwicklung und industrieller
Umsetzung. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern Lösungen zu
entwickeln, die technologisch innovativ, nachhaltig und sicher sind.
Die FH Technikum Wien arbeitet mit Unternehmen unterschiedlicher
Größe sowie mit Forschungseinrichtungen zusammen. Diese Kooperationen
ermöglichen innovative Ansätze in realen Anwendungskontexten zu
erproben und weiterzuentwickeln.

Aktueller Stand: Das JRC-Rahmenwerk 2025

Auch auf europäischer Ebene ist Bewegung in das Thema gekommen.
Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat
seinen SSbD-Rahmen überarbeitet, um Chemikalien und
Materialinnovationen besser an den Clean Industrial Deal anzupassen.
Die jüngste Publikation „ Safe and Sustainable by Design chemicals
and materials – Revised Framework“ (2025) definiert aktualisierte
Kriterien, Bewertungslogiken und Datenanforderungen und gilt aktuell
als zentrale europäische Referenz für Forschung und Innovation in
diesem Bereich.

Druckfähige Fotos von Kathrin Weiland: https://cloud.technikum-
wien.at/s/LySfxTAso7D4rJg

Druckfähiges Bildmaterial zur FH Technikum Wien:
https://cloud.technikum-wien.at/s/WdHJJsCS7MWo5Df