Wien (OTS) – Zu allen Zeiten und in allen Kulturen suchen Menschen
nach
Erklärungen für Halluzinationen, Ängste und andere Gemütszustände,
die heute als „psychische Erkrankung“ bezeichnet werden. Doch was
gilt überhaupt als krank und warum? Die neue Dokumentation „Mysterium
Psyche – Von Dämonen und Diagnosen“ von Edna Alburquerque und Peter
Yost (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann), die „kreuz & quer“ im Rahmen
der ORF-„Bewusst gesund“-Initiative „Unter Druck – Wie Stress uns
krank macht“ (Details unter https://presse.ORF.at ) am Dienstag, dem
13. Oktober 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zeigt, folgt
der Einordnung, Bewertung und Behandlung von Erkrankungen der Psyche
quer durch die Geschichte. Zugleich erzählen drei betroffene Frauen
offen von ihrem Leben mit Schizophrenie, mit einer Zwangsstörung und
mit einer seltenen Autoimmunerkrankung.
Von der antiken Humorallehre über religiöse Vorstellungen von
Besessenheit bis hin zur modernen Hirnforschung: Die Geschichte
psychischer Erkrankungen ist eine Geschichte wechselnder
Erklärungsversuche. Im Umfeld des griechischen Arztes Hippokrates
entsteht die Vorstellung, dass das Gehirn der Sitz von „Wahnsinn“ und
wirren Gedanken sei. Doch was als krank oder normal gilt, ist stets
auch von gesellschaftlichen Normen und kulturellen Vorstellungen
geprägt. Im 19. und 20. Jahrhundert wird verstärkt nach biologischen
Ursachen geforscht. Man hat entdeckt, dass die damals weit
verbreitete sogenannte „Progressive Paralyse“ keine Form von Wahnsinn
ist, sondern vielmehr Folge einer Syphiliserkrankung der Betroffenen.
Das weckt die Hoffnung, auch andere, wenn nicht gar alle psychischen
Erkrankungen auf körperliche Ursachen zurückführen zu können. Sigmund
Freud wiederum nimmt unbewusste Erfahrungen und Konflikte in den
Fokus.
Bis heute bleibt das Verhältnis zwischen biologischen,
psychologischen und sozialen Faktoren komplex. „Wir wissen mehr als
je zuvor, aber es gibt immer noch vieles, das wir nicht wissen“,
erklärt etwa der Psychiater Jeffrey Lieberman in der Dokumentation.
Was das letztlich für das Leben von Betroffenen bedeutet, zeigen drei
Geschichten: Cecilia McGough lebt seit ihrer Kindheit mit
Halluzinationen und spricht heute offen über ihre Schizophrenie.
Ginny Fuchs kämpft mit einer schweren Zwangsstörung und sucht mit
Hilfe ihrer Therapeutin nach Wegen, ihre Zwänge zu kontrollieren. Bei
Lorina Gutierrez wiederum entpuppen sich vermeintlich psychiatrische
Symptome als Folge einer seltenen Autoimmunerkrankung. Die
Erfahrungen der drei Frauen machen auch deutlich, wie schwer es für
Betroffene sein kann, sich zu öffnen und Hilfe zu suchen. Denn bis
heute sind psychische Erkrankungen oft mit sozialer Stigmatisierung
verbunden.
Die Dokumentation ist Teil des ORF-Programmschwerpunkts rund um
den Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober, der das
öffentliche Bewusstsein für psychische Erkrankungen stärken und zu
einem offenen Umgang mit dem Thema beitragen will.