Wien (OTS) – Der Österreichische Biodiversitätsfonds startet eine
neue
Ausschreibungsrunde mit einem Gesamtbudget von 5 Millionen Euro. Bis
15. September 2026 können Projekte zu zwei Themenschwerpunkten
eingereicht werden: Wiederherstellung beeinträchtigter Ökosysteme
sowie Monitoring von Grünlandschmetterlingen.
„Es freut mich, dass wir auch heuer eine Ausschreibung des
Biodiversitätsfonds starten konnten. Der Biodiversitätsfonds ist eine
wichtige Förderschiene für den Erhalt von Artenvielfalt und
Lebensräumen in Österreich. Zahlreiche Projekte unterstützen etwa das
Revitalisieren von Mooren und Trockenrasen sowie auch das Vernetzen
von Lebensräumen. Diese Projekte tragen zum Erhalt der Biodiversität
bei, sind wichtig für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung“,
betont Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig.
6. Fördercall mit zwei Schwerpunkten, um die Natur in Österreich
zu stärken
Der Biodiversitätsfonds des Umweltministeriums ist eine wichtige
Förderschiene für den Schutz, Erhalt und die Wiederherstellung der
österreichischen Artenvielfalt. Die Projekte leisten einen zentralen
Beitrag zur Revitalisierung der Natur – von der Wiederherstellung
natürlicher Lebensräume über den Schutz gefährdeter Arten bis hin zur
Verbesserung des wissenschaftlichen Wissenstands über Zustand und
Entwicklung der Biodiversität in Österreich. So werden auf
freiwilliger Basis und gemeinsam mit den betroffenen Grundeigentümern
wichtige Projekte im Sinne des Biodiversitätserhalts auf den Weg
gebracht.
Die aktuelle Ausschreibung fokussiert auf zwei Bereiche:
– Wiederherstellung prioritärer, beeinträchtigter Ökosysteme:
Gefördert werden Projekte mit den Schwerpunkten Wiederherstellung und
Wiedervernässung von entwässerten Moorböden, Feuchtgebieten und
Sonderstandorten wie Trockenrasen oder Sanddünen. Alle Projekte
basieren ausschließlich auf Freiwilligkeit.
– Grünlandschmetterlingsmonitoring gemäß EU-Verordnung: Einrichten
und/oder Durchführen eines Monitorings zur Berechnung des
Grünlandschmetterlingsindex gemäß Verordnung (EU) 2024/1991 unter
Einbindung von Citizen-Science Ansätzen sowie Berücksichtigung
relevanter Vorprojekte.
Alle relevanten Informationen für die Einreichung befinden sich
auf der Webseite des Biodiversitätsfonds unter biodiversitätsfonds.at
. Einreichfrist ist der 15. September 2026.
Erfolgsprojekte des Biodiversitätsfonds: Hochwasserschutz,
Klimaschutz und Vielfalt
Derzeit werden bereits 251 Projekte zum Erhalt der Biodiversität
in Österreich aus Mitteln des Biodiversitätsfonds gefördert. Drei
Vorzeigeprojekte zeigen die breite Wirkung des Fonds.
Moore als Klimaschützer: Hochmoor Bichlachmoor in Tirol
Am 3,6 Hektar großen Hochmoor Bichlachmoor in Tirol, das durch
intensive Entwässerung und Pflugaufforstung stark beeinträchtigt ist,
werden der Wasserstand angehoben und technische
Entwässerungsstrukturen rückgebaut. Das Projekt setzt damit auch
konkrete Ziele der österreichischen Moorstrategie 2030+ um. Intakte
Moore sind nicht nur Lebensraum seltener Arten, sondern auch
bedeutende Kohlenstoffspeicher.
Blühende Vielfalt im Siedlungsraum: Modellregion Thermenlinie
In der Modellregion Thermenlinie werden auf insgesamt 19 Flächen
mit über 4.900 m² artenreiche Naturwiesen durch naturnahe Pflege und
mit regionalem Wildblumensaatgut angelegt. Ergänzt wird das Projekt
durch eine 80 Meter lange Trockensteinmauer sowie extensive Beweidung
auf 2.700 m². Das Projekt schafft strukturreiche Lebensräume für
wärmeliebende Arten. Ziel ist die Förderung der ökologischen
Vernetzung zwischen den Biodiversitätshotspots Eichkogel,
Kalenderberg und Rabentisch.
Auwälder als Refugium und Hochwasserschutz: Grenzmur, Steiermark
An der steirischen Grenzmur, einem einzigartigen Naturgebiet,
werden Auwälder, Lahnen und Kleingewässer wiederhergestellt. Das
Projekt sichert langfristig den Biotopverbund und fördert gefährdete
Arten wie Kammmolch, Gelbbauchunke, Hirschkäfer und Mittelspecht. So
entsteht ein resilienter Lebensraum, der Biodiversität stärkt und
zugleich einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Hochwasservorsorge
leistet. Eine enge Kooperation mit den Grundbesitzerinnen und
Grundbesitzern ist eine wesentliche Voraussetzung für den
nachhaltigen Projekterfolg.