Wien (OTS) – Nach 21 Jahren im Dornröschenschlaf erwecken die Stadt
Wien, der
Grundstückseigentümer BUWOG und die Wiener Streetart-Organisation
Calle Libre das Gebiet rund um den ehemaligen APA-Turm in der
Gunoldstrasse in Döbling mit einem „StartKUSS“ zum Leben. In den
nächsten Jahren wird das 2,5 ha große Gebiet unter Einbeziehung der
Bevölkerung zu einem lebendigen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten
entwickelt.
Am ehemaligen APA-Hochhaus in der Gunoldstraße 14 wird nun ein
Gerüst auf der Westseite aufgebaut, um anschließend das größte
Wandgemälde des Landes auf die Fassade zu malen. Das farbenfrohe
Kunstwerk vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel auf dem
52 Meter hohen Turm soll mit seiner Buntheit für Vielfalt, Toleranz
und Offenheit stehen. Bis zur Fertigstellung des Gemäldes auf 1.100
Quadratmetern dauert es rund 3 Wochen. Am 7. Mai wird die bunte
Komposition gemeinsam mit einem Bürger*innen-Beteiligungsevent
eröffnet.
Mit diesem Beteiligungsevent wird die Stadtentwicklung am und um
den ehemaligen APA-Tower im südlichen Teil des Stadtquartiers
Muthgasse von der MA 21, Stadtteilplanung und der BUWOG eingeläutet.
Für die Bürger*innen gibt es am 7. Mai Führungen durch das
Plangebiet, sowie Info-Stände und Expert*innengespräche. Dabei können
Interessierte ihre Ideen und Vorschläge einbringen. Das Planungsareal
umfasst eine Fläche von rund 2,5 Hektar. Ziel ist die Schaffung eines
klimafitten Ensembles, dass in innovativer Weise Wohnen und Arbeiten
miteinander verbindet.Ein urbaner Platz mit einer großzügigen
qualitätsvollen Grün- und Freiraumgestaltung soll einen lebendigen
und attraktiven Mittelpunkt für das Quartier südlich der Gunoldstraße
bilden. Bei diesem Projekt treffen Street Art und Stadtentwicklung
aufeinander und verbinden kulturelle Intervention mit einer
städtebaulichen Perspektive.
„Wir befinden uns auf einem Gelände, das schon über zwei
Jahrzehnte vor sich hinschlummert. Dieser Leerstand begleitet mich
fast mein ganzes Stadträtinnen-Dasein, umso mehr freue ich mich, dass
jetzt endlich Bewegung in die Sache und ins Grätzl kommt. Wir wollen
attraktiven Wohnraum, Arbeitsplätze und natürlich Grün- und
Erholungsflächen schaffen. Eng verbunden mit dem Planungsprozess
starten wir ein Bürger*innenbeteiligungsverfahren, bei dem
Interessierte ihre Ideen und Vorschläge direkt vor Ort im coolen
Ambiente des neuen Kunstobjektes einbringen können“, sagt
Planungsstadträtin Ulli Sima.
„Als Bauträger ist es uns eine große Ehre, an diesem prägenden
Stadtentwicklungsgebiet maßgeblich beteiligt zu sein-in nicht allzu
ferner Zukunft werden hier zahlreiche neue Wohnungen und
Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus versteht sich die BUWOG seit
jeher als Förderin von Kunst und Kultur, deshalb freuen wir uns sehr,
hier am Standort Heiligenstadt gemeinsam mit der Stadt Wien und Calle
Libre einem Künstler und zugleich gesellschaftlich relevanten Themen
eine Plattform zu geben“, so Andreas Holler, Geschäftsführer der
BUWOG . „Damit gelingt es uns einmal mehr, Kunst der Öffentlichkeit
frei zugänglich zu machen – und das in diesem Fall sogar von weithin
sichtbar.“
„Jedes Mal, wenn ich in den letzten Jahren am alten APA-Turm
vorbeigefahren bin, hat es mir als Architektin fast ein bisschen im
Herzen wehgetan: So viel ungenutzter Platz, so viel grauer Beton im
Dornröschenschlaf. Umso mehr freue ich mich, dass wir diesen
‚Elefanten im Raum‘ jetzt endlich ansprechen und angehen. Dass der
Startschuss ausgerechnet mit Street Art fällt, ist für mich ein
echtes Highlight. Es zeigt, dass Stadtentwicklung nicht trocken sein
muss, sondern laut, bunt und voller Haltung sein darf. Wenn ich mir
vorstelle, dass hier bald Menschen wohnen, im Grünen sitzen und an
einem Ort arbeiten, der lange nur eine leere Hülle war, dann ist das
genau das Wien, das ich so liebe: Eine Stadt, die ihre Geschichte
nutzt, um mutig Neues zu schaffen“, sagt NEOS-Planungssprecherin
Selma Arapović.
„Das Projekt signalisiert einen Aufbruch im Stadtquartier. Als
Bezirksvorsteher von Döbling ist es mir besonders wichtig, dass
Wohnraum sowie auch Grün- und Erholungsflächen für die Bewohner*innen
in Döbling so attraktiv wie möglich gestaltet werden. Wir werden die
weiteren Planungsschritte selbstverständlich begleiten und dem
Quartier neues Leben einhauchen“, so Daniel Resch, Bezirksvorsteher
Döbling.
„Das Wandgemälde „In Equality“ steht als kraftvolles Symbol für
Zusammenhalt, Vielfalt und Zukunft. Dieses Projekt ist weit mehr als
ein außergewöhnliches Kunstwerk im öffentlichen Raum: Es ist der
Startschuss für einen Transformationsprozess in Döbling, der zeigt,
dass vieles nicht so bleiben muss, wie es ist, sondern besser werden
kann. Damit wird Döbling bunter, lebendiger und noch lebenswerter“,
sagt die stellvertretende Bezirksvorsteherin von Döbling Mahboobeh
Bayat.
Planung geht Hand in Hand mit Bürger*innenbeteiligung
Am 7.5.2026 von 15:00 – 19:00 Uhr startet vor Ort (Gunoldstraße
14, direkt beim APA-Tower, „Wild im West“) das Beteiligungsfest für
den neuen Stadtteil. Um 16:00 Uhr und um 17:00 Uhr starten jeweils
Führungen durch das Planungsgebiet.
Vor Ort – im Rahmen der dortigen kulturellen Zwischennutzung
„Wild im West“ – besteht die Möglichkeit, sich über die Planungen zu
informieren, mit den Planer*innen ins Gespräch zu kommen und eigene
Ideen, Anregungen und Vorschläge einzubringen. Für das Rahmenprogramm
sorgen die U-Bahnstars.
Für Menschen, die nicht am Beteiligungsfest teilnehmen können,
besteht die Möglichkeit, online Wünsche und Ideen einzubringen. Ab
dem 7. Mai ist der Link zur Teilnahme freigeschaltet:
www.wien.gv.at/stadtplanung/gunoldsued
„In Equality“: Ungleichheiten sichtbar machen
Das Wandgemälde wird kreiert und realisiert vom spanischen Urban
Street Artist Okuda San Miguel, der international ein bekannter
Street Art Künstler ist und erstmals eines seiner Werke auf einer
Fassade in Österreich verewigt. Seine Bildsprache steht für eine
farbintensive Komposition aus hybriden Figuren und geometrischen
Formen. Unter dem Arbeitstitel „In Equality“ richtet sich das Projekt
auf Ungleichheiten, die sich in gesellschaftlichen Strukturen, im
sozialen Miteinander und in geschlechtsspezifischen Lebensrealitäten
zeigen.
Eingeladen wurde San Miguel von der Wiener Street Art
Organisation Calle Libre. Dass dieses Statement ausgerechnet am
ehemaligen APA-Turm realisiert wird, ist eine bewusste Entscheidung:
„ Wo früher Nachrichten produziert und verbreitet wurden, trägt bald
eine Fassade im öffentlichen Raum eine Botschaft nach außen“, sagt
Jakob Kattner, Kurator und Vorstandsvorsitzender von Calle Libre .
Der Künstler, Okuda San Miguel , ergänzt: „Beim Projekt ‚In
Equality‘ bildet die Architektur des APA-Turms den Ausgangspunkt,
wobei die Form des Gebäudes einen visuellen Dialog mit seiner
Umgebung schafft. Ich habe dafür eine Komposition entworfen, die von
Farbe, abstrakter Geometrie und Dekonstruktion geprägt ist. Ich lade
die Bevölkerung dazu ein, den städtischen Raum damit aus einer neuen,
lebendigen und spannenden Perspektive zu betrachten.“
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/