Netzausbau als Schlüssel zur Energiewende: Verteilernetzbetreiber legen transparente Entwicklungspläne vor

Linz (OTS) – Die Energiewende stellt Österreich vor eine historische
Herausforderung: Um das Stromnetz fit für die Anforderungen der
Zukunft zu machen, steht der größte und umfassendste Umbau der Netze
an. Notwendig wird das, weil der Strombedarf sich bis 2040 nahezu
verdoppeln wird – von derzeit rund 70 TWh auf bis zu 140 TWh.
Gleichzeitig sollen fossile Energieträger vollständig ersetzt werden.
Strom aus Photovoltaik oder Windkraft und erneuerbare Gase wie Biogas
oder Wasserstoff sollen zu den zentralen Bausteinen dieser
Transformation werden. Doch ohne leistungsfähige Netze wird die
Energiewende nicht zu schaffen sein. Das betonte der Geschäftsführer
von Netz Oberösterreich, Michael Haselauer, beim Energiepolitischen
Hintergrundgespräch des Forums Versorgungssicherheit am 2. Oktober
2025.

Die Verteilernetzbetreiber (VNB) investieren Milliarden in den
Ausbau der Infrastruktur – vom Neusiedlersee bis zum Bodensee wird
überwiegend mit österreichischer Wertschöpfung gebaut. Brigitte
Ederer, Sprecherin des Forum Versorgungssicherheit: „Die Unternehmen
wollen Milliarden in eine sichere Versorgung von Menschen und
Unternehmen investieren. Dafür brauchen wir die entsprechenden
gesetzlichen Rahmenbedingungen, allen voran das neue
Elektrizitätswirtschaftsgesetz und das Erneuerbaren-Ausbau-
Beschleunigungsgesetz, nur so kann der Ausbau zügig fortgesetzt
werden.“

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, ist ein transparentes
Vorgehen oberstes Gebot: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz, das
aktuell nach der Begutachtung für den parlamentarischen
Diskussionsprozess vorbereitet wird, soll Regeln vorgeben, wie die
Öffentlichkeit über die unterschiedlichen Netzausbaupläne informiert
werden soll. Netz OÖ-Geschäftsführer Michael Haselauer, unterstützt
dieses Ziel des Gesetzes: „Die Netzbetreiber im Land Oberösterreich (
Anm: Netz Oberösterreich, Linz Netz, APG, EWW und Ennskraft) haben
bereits seit 2016 mit dem Stromnetzmasterplan ein Instrument
geschaffen, mit dem genau die Vorgaben des Gesetzes erfüllt werden.“
Doch damit nicht genug: Die Initiative des Gesetzgebers unterstützen
alle Verteilernetzbetreiber mit Hochspannungsleitungen in ganz
Österreich. Haselauer: „Alle betroffenen Netzbetreiber haben nach
standardisierten Vorgaben alle wichtigen Netzausbauprojekte dargelegt
und öffentlich und uneingeschränkt zur Verfügung gestellt. Wir sind
schneller als das Gesetz und stellen transparent dar, was wann wo
geplant ist!“

Diese sogenannten „Verteilernetzentwicklungspläne“ (VNEP) haben
alle betroffenen Netzbetreiber im September 2024 erstmals
veröffentlicht. Seitdem stehen sie auf hunderten Seiten
vollumfänglich und frei zugänglich jedem zur Verfügung.

https://www.ebutilities.at/informationen/VNEP

Haselauer: „Auch wenn immer wieder anderes behauptet wird: Wir
haben als Netzbetreiber mit Transparenz keine Probleme. Wir legen
offen, wo wir Handlungsbedarfe sehen bzw. wie und wann wir sie lösen
wollen.“ Haselauer fordert aber auch Verständnis ein, dass diese
Transparenz handhabbar bleiben muss: In den Entwicklungsplänen sind
Leitungen und Umspannwerke auf der 110-kV-Hochspannungsebene
enthalten, dazu kommen wesentliche Mittelspannungsprojekte in den
jeweiligen Versorgungsbereichen. Letztere sind allerdings nur ein
Bruchteil aus der Gesamtliste der Netzbetreiber, die jährlich
zehntausende Einzelprojekte umsetzen und die teilweise nur Planungs-
und Umsetzungszeiträume von wenigen Monaten haben.

Diese Transparenz lässt sich nicht nur aus den veröffentlichten
Plänen ablesen, sondern kann auf vielfältige andere Weise immer
wieder von jedem Netzkunden in Österreich praktisch in Anspruch
genommen werden. Viele weitere digitale Werkzeuge stehen den Kunden
in den unterschiedlichsten Formen zur Verfügung. Die Bandbreite
reicht von der Übersichtskarte der Umspannwerkskapazitäten in ganz
Österreich über Planungsportale für PV-Großanlagen und
Energiegemeinschaften bis hin zu Tools für die Integration von Biogas
und Wasserstoff für Kunden und Planungsbüros. Zu diesen Transparenz-
Leuchttürmen kommen auch „Pflichtaufgaben“, die die Netzbetreiber
seit geraumer Zeit in den Online-Portalen anbieten. Zusammen mit dem
Smart-Meter-Vollausbau, der sich dem Abschluss nähert, lassen sich so
noch zusätzliche Funktionen für mehr Einblick in den eigenen
Energieverbrauch schaffen.

Damit der Netzausbau Schritt halten kann, braucht es jedoch mehr
als Technik: „Wir können uns keine jahrelangen Verfahren mehr
leisten“, betont Haselauer im Namen der Netzbetreiber. Eine Hoffnung
liegt bei Genehmigungserleichterungen und abgekürzten Verfahren für
Verstärkungen und Erneuerungen von Netzen. Haselauer fordert klare
Vorrangregeln für Projekte im öffentlichen Interesse, beschleunigte
Genehmigungen und eine Regulierungswende, die vorausschauende
Investitionen ermöglicht. Ebenso wichtig ist eine Akzeptanzwende:
„Die Energiewende gelingt nur, wenn Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft an einem Strang ziehen.“ Denn: Netzausbau ist eines der
wichtigsten Generationenprojekte Österreichs. Die Investitionen, die
heute getätigt werden, sichern die Energieversorgung für kommende
Jahrzehnte – er wird jedem in Österreich lebenden Menschen ein
komfortables und angenehmes Leben ermöglichen und jedem in Österreich
tätigen Unternehmen Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg
bieten.

Das Forum Versorgungssicherheit ist die gemeinsame Plattform von
fünf Verteilernetzbetreibern: Wiener Netze, Netz Niederösterreich,
Netz Burgenland, Linz Netz und Netz Oberösterreich.