Neßler/Grüne zu SOS-Kinderdorf: Jetzt braucht es auch auf Bundesebene verbindliche Standards für alle Kinder in Österreich

Wien (OTS) – “Der heute präsentierte Reformbericht von SOS-Kinderdorf
ist ein
wichtiger Schritt in der Aufarbeitung”, sagt die Kinder- und
Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Neßler, und betont: „Mein tiefes
Mitgefühl gilt allen Betroffenen. Das Leid, das sie erfahren mussten,
kann niemand wiedergutmachen. Umso wichtiger ist es jetzt,
Verantwortung zu übernehmen – gegenüber den betroffenen Kindern und
Jugendlichen, gegenüber einer Gesellschaft, die wieder Vertrauen in
ihre Institutionen haben soll, und vor allem gegenüber allen Kindern,
die unseren Schutz brauchen.“

Neßler begrüßt, dass SOS-Kinderdorf die Empfehlungen der
Reformkommission konsequent umsetzen will. Verbindliche
Kinderschutzkonzepte, Unterstützung für Betroffene,
Entschädigungszahlungen und kostenlose psychologische Betreuung seien
wichtige Schritte. Gleichzeitig spricht sie den vielen
Mitarbeiter:innen ihre Wertschätzung aus: „Tag für Tag leisten sie
mit großem Engagement wertvolle Arbeit für Kinder und Jugendliche.
Sie verdienen gute Rahmenbedingungen und ein System, das sie
unterstützt.“

Der Fall zeige aber auch schonungslos, wie groß die Lücken im
österreichischen Kinderschutzsystem seien. „Unter Grüner
Regierungsbeteiligung wurden verpflichtende Kinderschutzkonzepte an
Schulen etabliert. Das war ein wichtiger Schritt – aber er reicht
nicht aus. Die Kinder- und Jugendhilfe ist vielerorts
unterfinanziert, während die Aufgaben immer mehr werden und die
notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen fehlen.
Gleichzeitig gibt es in allen Bundesländern unterschiedliche
Strukturen und Finanzierungen. Darunter leiden am Ende vor allem die
Kinder. Das kann kein Zustand sein“, kritisiert Neßler.

„Im Zuge der anstehenden Reformverhandlungen muss die
Bundesregierung den Kinderschutz endlich zur Priorität machen und
gemeinsam mit den Ländern verbindliche Standards und eine
verlässliche Finanzierung auf den Weg bringen. Denn Kinderschutz darf
niemals davon abhängen, in welchem Bundesland ein Kind aufwächst“,
fordert Neßler die Bundesregierung auf zu handeln.