Nach Missbrauchsfällen in SOS-Kinderdörfern – Familienausschuss einstimmig für Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

Wien (OTS) – Der Familienausschuss hat gestern einstimmig einen
Entschließungsantrag beschlossen, der sich für die lückenlose
Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe in SOS-Kinderdörfern ausspricht
und für die Harmonisierung und Weiterentwicklung der Standards in der
Kinder- und Jugendhilfe. „Es sollen in ganz Österreich die besten und
einheitliche Standards für die Kinder- und Jugendhilfe gelten“,
betonen SPÖ-Familiensprecher Bernhard Herzog und SPÖ-
Kinderrechtesprecher Christian Oxonitsch, die sich erfreut zeigen,
dass sich in dieser Frage alle Fraktionen einig sind. ****

Der Entschließungsantrag ersucht die Justiz um größtmögliche
Unterstützung bei der Aufklärung der Vorfälle in den SOS-
Kinderdörfern und richtet an die Bundesministerin für Europa,
Integration und Familie das Ersuchen, dass sie einen Runden Tisch
einberuft, um Lösungen für einen detaillierten Themenkatalog zu
erarbeiten.

Hier der Entschließungstext:

Die Familienministerin wird ersucht, „zeitnah einen Runden Tisch
einzuberufen, um gemäß der 15a-Vereinbarung über die Kinder- und
Jugendhilfe gemeinsam mit den zuständigen Vertretern der
Bundesländer, der ARGE Kinder- und Jugendhilfe sowie Stakeholdern der
Zivilgesellschaft Lösungen zu folgenden Themen zu erarbeiten:

* Größtmögliche Harmonisierung, Transparenz und Weiterentwicklung
von Standards in der Kinder- und Jugendhilfe unter Berücksichtigung
einer einheitlichen Kindeswohldefinition

* Schwerpunkte im Bereich Bildung, Gesundheit, Kinderschutz,
Beteiligung, Care Leaver, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF
) zu entwickeln

* klare und ausgewiesene Beschwerdewege, die auch anonym in
Anspruch genommen werden können

* Prüfung der Bereitstellung von finanziellen Mitteln für
bereichsübergreifende Projekte in den Bereichen psychosoziale
Gesundheit, Bildung, Gewaltschutz etc.

*Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Personal.“

(Schluss) wf/lw