St. Pölten (OTS) – Das niederösterreichische Kulturjahr 2026 kommt
mit kulturellen
Programmhighlights aus allen Genres schwungvoll in Gang. Große
Jubiläen – darunter 20 Jahre Grafenegg –, die Landesausstellung 2026
in Amstetten-Mauer sowie markante Programmschwerpunkte der Museen,
Festivals, Konzerthäuser und Theater geben Anlass zur Vorfreude auf
ein inspirierendes Kulturjahr.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont: „Das kommende Jahr
2026 steht im Zeichen vieler großer Jubiläen und kultureller
Höhepunkte: wir feiern die kulturellen Errungenschaften, die wir in
den letzten Jahrzehnten umgesetzt haben, und verwirklichen neue
spannende Ideen, um sicherzustellen, dass unser Kulturland
Niederösterreich auch in Zukunft so bunt und vielfältig bleibt. Mit
diesem umfangreichen Kulturprogramm begeistern wir das Publikum in
allen Regionen Niederösterreichs“.
Gleich zu Beginn des Jahres prickelt und schillert die Musik bei
den traditionellen Neujahrskonzerten der Tonkünstler. Insgesamt zehn
Termine von 1. Jänner bis zum 11. Jänner spielt das Tonkünstler-
Orchester Niederösterreich mit der Sopranistin Kathrin Zukowski in
St. Pölten, Wiener Neustadt und Wien unter Publikumsliebling Alfred
Eschwé am Dirigentenpult, moderiert von Christoph Wagner-Trenkwitz.
Ein zentraler Bezugspunkt des Kulturjahres ist die
Niederösterreichische Landesausstellung 2026 (NÖLA) in Amstetten-
Mauer von 28. März bis 8. November 2026. Die Auswahl des
Landesklinikums Mauer als Standort der NÖLA 2026 rückt einen Ort, der
seit 120 Jahren als Synonym für die Behandlung seelischer Leiden in
Niederösterreich steht, in den Mittelpunkt der Landesschau und gibt
gleichzeitig deren Themenstellung vor. Die Landesausstellung im
Landesklinikum mit seiner bis heute außergewöhnlichen Jugendstil-
Architektur und besonderen Geschichte nimmt den gesellschaftlichen
Umgang mit psychischen Erkrankungen zum Ausgangspunkt ihrer
Betrachtungen. Ein breites Umfeld- und Regionalprogramm bindet
Gemeinden und Kulturinitiativen in der Region Moststraße aktiv mit
ein.
2026 lädt die Schallaburg die Besucherinnen und Besucher zu einer
Zeitreise in die 1980er-Jahre ein. Niederösterreichs Top-Ausflugsziel
widmet sich mit der Ausstellung „Die 80er – Grenzen waren gestern“
von 11. April bis 15. November 2026 einem Jahrzehnt voller
Gegensätze, Umbrüche und Inspirationen. Neonfarben und Popkultur
prägten das Leben der 80er genauso wie politische Spannungen und
gesellschaftliche Krisen. Der Fall der Mauer markierte schließlich
einen Neuanfang – für Europa und für die Schicksale vieler Menschen.
Die Kunstmeile Krems bietet 2026 21 neue Ausstellungen in ihren
fünf zentralen Museen, darunter Jubiläumsschauen und österreichische
Premieren: Ein Schwerpunkt liegt auf weiblichen künstlerischen
Positionen, wie „Inge Dick“ oder „Soli Kiani“ in der Kunsthalle Krems
oder „Rebellin im Trachtenrock“ in der Landesgalerie
Niederösterreich. Als einziges Museum für satirische Kunst in
Österreich ist das Karikaturmuseum Krems seit einem
Vierteljahrhundert ein Publikumsmagnet am Tor zur Wachau. Das
Jubiläumsjahr startet im Februar mit einer umfassenden Schau zu
Oliver Schopf, einem langjährigen Karikaturisten der Tageszeitung
„Der Standard“. Neben seinen pointierten Kommentaren zu Politik und
Gesellschaft zeigt die Schau Gerichtszeichnungen und beleuchtet in
Kooperation mit der Stiftung Forum Verfassung zentrale Aufgaben des
Verfassungsgerichtshofs. Zum 75. Geburtstag des Ausnahmekünstlers
Gerhard Haderer präsentiert das Museum ab 18. Juli erstmals den
Großteil seiner Ölgemälde, ergänzt um neue Cartoons und Werke aus dem
kontroversen Band „Das Leben des Jesus“. Als Familienspezial
begeistert das „NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn Klein
und Groß. Dauerbrenner bleibt das Deix-Archiv mit rund 60 Originalen
des Enfant terrible der Karikaturszene.
Das 20-Jahr-Jubiläum ist Anlass für eine der umfassendsten
Präsentationen der Gugginger Kunst auf der gesamten
Ausstellungsfläche des Museum Gugging. In diesem Jubiläumsjahr begeht
nicht nur das Museum einen runden Geburtstag, sondern auch zwei der
ausgestellten Künstler: August Walla hätte 2026 seinen 90. und Johann
Hauser seinen 100. Geburtstag gefeiert. Darüber hinaus wird das 40-
jährige Bestehen des „Hauses der Künstler“ zelebriert. Das Jubiläum
wird auch zum Anlass genommen, das Museum als treibende Kraft für
Transparenz und Offenheit am Standort Gugging zu etablieren.
Grafenegg feiert 2026 die Eröffnung des Rudolf Buchbinder Saals
und das 20. Festivaljahr. Bereits im Mai 2026 wird der neue in der
Reitschule entstehende Konzertsaal mit rund 500 Plätzen, vom
derzeitigen künstlerischen Leiter und Namensgeber eröffnet. Er
verbindet historische Substanz mit modernster Akustik und
Infrastruktur und wird ab dem Festival 2026 für Préludes sowie
Einführungsgespräche genutzt und in vier exklusiven Kammerkonzerten
von hochkarätigen Musikern bespielt werden. Der neue Saal wird vor
allem auch das Grafenegg Festival, das nächstes Jahr von 14. August
bis 6. September 2026 bereits zum 20. Mal stattfinden wird, in
besonderer Weise prägen. Besondere Konzertabende können Besucherinnen
und Besucher wie jedes Jahr bei der Sommernachtsgala im Wolkenturm,
diesmal am 11. und 12. Juni 2026 mit Chefdirigenten Fabien Gabel am
Pult und Gästen wie Angel Blue, Bogdan Volkov und Julia Hagen,
erleben.
Das Theaterfest Niederösterreich begeistert seit 1994 mit den
Genres Sprechtheater, Oper, Operette und Musical neben den
Festspielen Reichenau, dem Theaterfestival „Hin & Weg“ und den
Herbsttagen Blindenmarkt mit 20 Spielorten. Dazu gehören
beispielsweise Produktionen der Bühne Baden, der Festspiele Berndorf,
der operklosterneuburg, der Sommerspiele Melk, des Festivals Retz,
der Sommerspiele Schloss Sitzenberg, der Felsenbühne Staatz uvm.
Einzelne Theaterfest-Spielorte haben ihr Programm mit Startterminen
bereits veröffentlicht, etwa der Theatersommer Haag mit „Der Geizige“
ab 1. Juli 2026, die Sommerspiele Melk mit „Beat it“ ab 9. Juli 2026
oder die Felsenbühne Staatz mit „GHOST – Nachricht von Sam“ ab 24.
Juli 2026.
Ein besonderes Jubiläum steht bei den Festspielen Reichenau an:
„100 Jahre Theater Reichenau“. Das 100-jährige Jubiläum des Theaters
Reichenau wird mit der Produktion „Die Fledermaus“ begangen. Die
Festspiele Reichenau sind für 1. Juli bis 2. August 2026 angesetzt;
das Programm wird am 12. Jänner 2026 präsentiert. Zusätzlich zu den
fixen Produktionen in Reichenau wird nach dem großen Erfolg im
Vorjahr auch das Südbahnhotel am Semmering wieder von den Festspielen
inszeniert. Mit 130 fix geplanten Vorstellungen gehen die Festspiele
in ihre bislang umfangreichste Saison.
Seit dem Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes vor genau 30
Jahren hat sich in Niederösterreich im Bereich Kunst im öffentlichen
Raum ein international anerkanntes Modell entwickelt. 2026 wird
Rückschau gehalten und die Konzeption oder Umsetzung der
verschiedensten Kunstprojekte in ganz Niederösterreich, die temporär
oder permanent den öffentlichen Raum bespielen, vor den Vorhang
geholt. Die Bandbreite dieser Projekte reicht von
Kunstinstallationen, Skulpturen oder Zeichnungen über Interventionen
bis hin zu Ausstellungsparcours. Inhaltliche Schwerpunkte im
Jubiläumsjahr sind unter anderem Kunst am Bau in Zusammenhang mit
Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten sowie Erinnerungskultur.
Mit dem KinderKunstLabor in St. Pölten wird im Rahmen einer
Kinderuni zum Thema öffentlicher Raum kooperiert und eine Workshop-
Reihe entwickelt. In Orth an der Donau entsteht unter dem Titel
„Tracing Spaces“ eine Bushaltestelle, die die Geschichte des Ortes
aufgreift und den Donaustrom künstlerisch ins Ortsbild integriert,
und in Grafenegg eröffnet die Künstlerin Folke Köbberling mit
„Wolldach“ eine begehbare Skulptur. Außerdem gibt es zum Jubiläum
eine Kunstrallye auf den Spuren der Kunstwerke im öffentlichen Raum
Niederösterreich inklusive künstlerisch gestaltetem Stempelpass und
Wandernadel.