Wien (OTS) – Die aktuellen Zahlen des Kuratoriums für
Verkehrssicherheit (KFV),
wonach im Jahr 2025 rund 3.300 Menschen in Österreich nach Unfällen
beim Kraftsport in Spitälern behandelt werden mussten, verdeutlichen
die Bedeutung einer gezielten Verletzungsprävention. Gleichzeitig ist
aus sportmedizinischer Sicht eine differenzierte Einordnung wichtig:
Der gesundheitliche Nutzen eines regelmäßigen und richtig
durchgeführten Krafttrainings überwiegt die damit verbundenen Risiken
deutlich.
Zwtl.: Steigende Verletzungszahlen richtig einordnen
Die Zahl der beim Kraftsport verletzten Personen ist in den
vergangenen Jahren gestiegen. Gleichzeitig erfreut sich Krafttraining
zunehmender Beliebtheit und wird von immer mehr Menschen regelmäßig
ausgeübt.
Ein Anstieg der absoluten Verletzungszahlen bedeutet nicht
automatisch, dass auch das individuelle Verletzungsrisiko gestiegen
ist. Um dieses beurteilen zu können, müssten die Verletzungen in
Relation zur Zahl der Trainierenden und insbesondere zu den
tatsächlich absolvierten Trainingsstunden gesetzt werden.
Entscheidend ist daher nicht allein die Zahl der Verletzungen,
sondern das Verletzungsrisiko im Verhältnis zur sportlichen
Aktivität.
Zwtl.: Krafttraining ist Gesundheitsvorsorge und
Verletzungsprävention
Die positiven Auswirkungen des Krafttrainings sind
wissenschaftlich umfassend belegt. Regelmäßiges Krafttraining stärkt
Muskeln und Knochen, verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit,
unterstützt den Stoffwechsel und wirkt dem altersbedingten
Muskelabbau entgegen.
Darüber hinaus ist gezieltes Krafttraining selbst eine wichtige
Maßnahme zur Verletzungsprävention. Es verbessert die Belastbarkeit
und Stabilität des Bewegungsapparates und kann das Verletzungsrisiko
im Alltag und in zahlreichen Sportarten deutlich reduzieren.
Gerade im höheren Lebensalter trägt Krafttraining wesentlich zur
Erhaltung der Mobilität, zur Sturzprävention und zur langfristigen
Selbstständigkeit bei. Angesichts zunehmender Bewegungsarmut und
einer älter werdenden Bevölkerung kommt ihm daher eine besondere
präventivmedizinische Bedeutung zu. Auch die
Weltgesundheitsorganisation empfiehlt muskelkräftigende Aktivitäten
an mindestens zwei Tagen pro Woche.
Die gesundheitlichen Nachteile unzureichender muskulärer
Aktivität dürfen in der öffentlichen Diskussion über
Verletzungszahlen nicht übersehen werden.
Zwtl.: Verletzungen durch richtiges Training vermeiden
Wie bei jeder sportlichen Aktivität können auch beim
Krafttraining Verletzungen auftreten. Durch eine geeignete
Trainingsgestaltung und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen lässt sich
das Verletzungsrisiko jedoch reduzieren. Entscheidend sind
insbesondere:
– Technik und Anleitung: Übungen korrekt erlernen und kontrolliert
ausführen, insbesondere zu Beginn unter qualifizierter Anleitung.
– Individuelle Belastungssteuerung: Trainingsgewichte und
Trainingsumfang schrittweise an die persönliche Leistungsfähigkeit
anpassen.
– Gezieltes Aufwärmen: Den Körper durch allgemeines Aufwärmen und
spezifische Aufwärmsätze auf die Belastung vorbereiten.
– Ausreichende Regeneration: Erholungsphasen berücksichtigen und
dauerhafte Überlastungen vermeiden.
– Sicheres Trainingsumfeld: Geräte richtig verwenden, Gewichte
sichern und körperliche Warnsignale ernst nehmen.
Hohe Trainingsgewichte sind dabei nicht grundsätzlich
problematisch. Entscheidend sind die individuelle Belastbarkeit, eine
korrekte Bewegungsausführung und ein systematischer Trainingsaufbau.
Besonders bei jungen Trainierenden sollten übertriebener Ehrgeiz
und unrealistische Trainingsvorbilder kritisch hinterfragt werden.
Langfristiger Trainingserfolg entsteht durch Kontinuität und eine
angemessene Belastungssteigerung und nicht durch das Streben nach
möglichst hohen Gewichten.
Zwtl.: Mehr Krafttraining – aber richtig!
Die aktuellen Zahlen des KFV sollten vor allem als Anlass
verstanden werden, die Qualität der Trainingsbetreuung und die
Aufklärung über sichere Trainingsmethoden weiter zu verbessern. Ziel
muss es sein, möglichst viele Menschen zu regelmäßigem Krafttraining
zu motivieren und gleichzeitig vermeidbare Verletzungen zu
reduzieren.
„Krafttraining ist nicht risikofrei, aber der Verzicht darauf
kann langfristig erhebliche gesundheitliche Nachteile haben. Wir
brauchen daher nicht weniger Krafttraining, sondern mehr richtiges
Krafttraining. Denn gezieltes Muskeltraining stärkt nicht nur unsere
Gesundheit, sondern kann auch Verletzungen vorbeugen.“