KI-Ausbau lässt verdeckte Verpflichtungen großer Tech-Konzerne auf 2,6 Billionen US-Dollar steigen

Wien (OTS) – – Außerbilanzielle Verpflichtungen der acht führenden
US-
Technologiekonzerne steigen binnen eines Jahres von 573 Milliarden
auf rund 2,6 Billionen US-Dollar

– Langfristige Verschuldung wächst im selben Zeitraum um 86 Prozent

– Bei vollständiger Berücksichtigung der Verpflichtungen erhöht sich
die Schuldenlast im Durchschnitt um fast 150 Prozent

– Größtes Risiko liegt weniger in unmittelbaren Ausfällen als in
sinkenden Marktwerten der Anleihen

Der weltweite Ausbau künstlicher Intelligenz wird zunehmend mit
langfristigen Schulden und Verpflichtungen finanziert. Eine aktuelle
Studie von ACREDIA und Allianz Trade zeigt, wie stark sich die
Finanzierungsstruktur der acht führenden US-Technologiekonzerne
innerhalb eines Jahres verändert hat. Ihre langfristige Verschuldung
stieg um 86 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die außerbilanziellen
Verpflichtungen vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI
-Infrastruktur von 573 Milliarden auf rund 2,6 Billionen US-Dollar.

Diese Verpflichtungen sind in den veröffentlichten Bilanzen
bislang nur teilweise sichtbar. Werden sie in die Analyse einbezogen,
liegt die tatsächliche Schuldenlast der Unternehmen im Durchschnitt
fast 150 Prozent über dem bisher ausgewiesenen Niveau. In der
Modellrechnung verschlechtert sich die Kreditqualität dadurch um ein
bis zwei Ratingstufen.

„Die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur binden die
Unternehmen über viele Jahre. Für eine realistische
Bonitätsbeurteilung reicht daher der Blick auf die ausgewiesenen
Schulden allein nicht mehr aus. Langfristige Verträge für
Rechenzentren, Energie und Lieferleistungen können Schritt für
Schritt zu tatsächlichen Verbindlichkeiten werden und müssen in der
Risikoanalyse mitgedacht werden“, sagt Michael Kolb, CEO der ACREDIA
Group.

Zwtl.: Kapitalmärkte berücksichtigen die Belastungen erst teilweise

Die Kapitalmärkte haben bereits auf die wachsenden
Verpflichtungen reagiert. Die Risikoprämien großer
Technologieunternehmen haben sich binnen eines Jahres mehr als
verdoppelt. Nach Einschätzung der Studie bildet dieser Anstieg die
zusätzlichen Belastungen jedoch erst teilweise ab. Die Spreads
dürften sich daher weiter ausweiten. Als wichtiger Risikoindikator
zeigen sie, wie Anleger die Kreditwürdigkeit der Unternehmen
bewerten: Steigende Spreads signalisieren eine höhere
Risikowahrnehmung der Anleger. Kreditanleger partizipieren nicht an
möglichen Gewinnen aus KI sondern tragen das Risiko – bei noch
relativ geringen Risikoprämien.

Zwtl.: Ausfallrisiko bleibt gering

Das unmittelbare Ausfallrisiko der großen Tech-Konzerne bleibt
trotz der höheren Belastung niedrig. Größer ist das Risiko, dass eine
anhaltende Ausweitung der Spreads zu weiteren Kursverlusten bei
Anleihen und zu einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch
die Kapitalmärkte führt. „Für Investoren liegt die zentrale Gefahr
derzeit nicht in einem kurzfristigen Ausfall, sondern in einer
fortgesetzten Neubewertung. Wenn sich Spreads weiter ausweiten,
sinken die Marktwerte der Anleihen, auch wenn die Unternehmen ihre
Verpflichtungen weiterhin erfüllen. Neben klassischen Schulden müssen
deshalb auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge
konsequent berücksichtigt werden“, betont Kolb.

Zwtl.: Hohe Relevanz für die österreichische Wirtschaft

Für die österreichische Wirtschaft sind die Ergebnisse besonders
relevant. Viele Unternehmen sind auf die Infrastruktur der großen US-
Technologieanbieter angewiesen und planen zugleich selbst
milliardenschwere Investitionen in künstliche Intelligenz.

Die vollständige Studie finden Sie beigefügt HIER