Jüdisches Museum Wien: Neue Ausstellung „A Muslim, a Christian, and a Jew“ von Eran Shakine

Wien (OTS) – Mit „A Muslim, a Christian, and a Jew“ präsentiert das
Jüdische
Museum Wien eine Einzelausstellung des israelischen Künstlers Eran
Shakine in Wien. Seine Arbeiten zählen zu jenen künstlerischen
Positionen der Gegenwart, die mit überraschender Leichtigkeit
grundlegende Fragen von Religion, Identität und Zusammenleben
verhandeln. Die Ausstellung ist bis 8. November 2026 im Jüdischen
Museum Wien, einem Museum der Wien Holding, zu sehen.

Zwtl.: Ein Witz, der keiner ist

Jedes Bild von Shakines Werkzyklus beginnt mit denselben Worten:
,,Ein Muslim, ein Christ und ein Jude … „, die an den Anfang eines
Witzes erinnern. Doch statt Unterschiede zuzuspitzen, unterläuft
Shakine genau diese Erwartung. Seine Figuren erscheinen als
identisches Trio, oft im schwarzen Anzug und mit Zylinder, unterwegs
durch unterschiedlichste Szenarien. Sie streifen durch die Welt auf
der Suche nach gemeinsamen Ursprüngen, nach Antworten auf die großen
Fragen der Menschheit oder nach der Liebe Gottes und erleben dabei
alltägliche wie skurrile Situationen. Und in jeder Szene haben sie
eine gemeinsame Erkenntnis.

Zwtl.: Gemeinsamkeiten im Blick

Was auf den ersten Blick leicht und humorvoll wirkt, entfaltet
bei näherer Betrachtung eine große inhaltliche Tiefe. Shakines
Arbeiten wirken wie Anti-Karikaturen. Sie brechen mit Stereotypen und
lenken den Blick weg vom Trennenden hin zum Verbindenden.

Die Figuren bewegen sich durch offene, nicht eindeutig zuzuordnende
Räume, jenseits konkreter religiöser oder geografischer
Zuschreibungen. Ihre Begegnungen erzählen von einer geteilten
Geschichte und von Erfahrungen, die Menschen unabhängig von
religiöser Zugehörigkeit verbinden. Es geht um Neugier, Zweifel,
Hoffnung und den Wunsch, die Welt und den eigenen Platz in ihr zu
verstehen.

Zwtl.: Eine Ausstellung zum Verweilen

Die Ausstellungsgestaltung des Wiener Designbüros Vandasye
übersetzt diesen künstlerischen Ansatz konsequent in den
Ausstellungsraum und schafft mitten im Jüdischen Museum einen
begrünten Ort der Begegnung.

Der interaktive Ansatz der Ausstellung wird im eigens kuratierten
Kreativbereich fortgesetzt. Besucher*innen sind eingeladen, mit ihrer
Kreativität die „Wall of Tolerance“ zu füllen und ihre eigenen
Perspektiven einzubringen. Gemeinsam gestaltet wird die „Wall of
Tolerance“ zu einem kollektiven Kunstwerk der Ausstellung, das
Menschen verbindet.

Zwtl.: Kunst in einer politisierten Gegenwart

Die Arbeiten entstehen vor dem Hintergrund einer Gegenwart, in
der Weltanschauungen und religiöse Zugehörigkeiten zunehmend
politisiert und gegeneinander in Stellung gebracht werden. Shakines
Werkzyklus begegnet dieser Entwicklung mit einer präzisen und
zugleich poetischen Bildsprache, die auf das Menschliche verweist.
Seine Figuren treten nicht als Vertreter von Gegensätzen auf, sondern
als Menschen, die nebeneinander existieren und durch ihre
Verletzlichkeit miteinander verbunden sind. Darum sind „der Muslim,
der Christ und der Jude“ auch keine Figuren eines Witzes, bei dessen
Pointe einer am besten aussteigt, sondern drei unterschiedliche und
doch sehr ähnliche Figuren, die sich in denselben Situationen
wiederfinden.

Zwtl.: Wien als Resonanzraum

Wien ist seit Jahrhunderten ein Ort der Koexistenz, Reibung und
gegenseitigen Prägung der drei abrahamitischen Religionen. „A Muslim,
a Christian, and a Jew“ knüpft an diese Geschichte an und übersetzt
sie in eine universelle Gegenwart.

Eran Shakine setzt die drei Protagonisten für die Wiener Ausstellung
gemeinsam auf das Riesenrad. Vom Dach einer Gondel aus blicken sie
aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Stadt, sind jedoch Teil
eines gemeinsamen Erlebens.

Zwtl.: Zum Künstler

Eran Shakine wurde 1962 in Israel als Sohn einer ungarischen und
eines französischen Schoa-Überlebenden geboren und lebt und arbeitet
in Tel Aviv. Seine Werke wurden international ausgestellt, unter
anderem in New York, Paris, London und Berlin, und sind in
bedeutenden Sammlungen vertreten. Mit der Präsentation im Jüdischen
Museum Wien ist seine Arbeit erstmals in Österreich zu sehen.

Mit „A Muslim, a Christian, and a Jew“ setzt das Jüdische Museum Wien
ein Zeichen für Dialog und Offenheit. Die Ausstellung lädt dazu ein,
im Anderen nicht nur das Fremde, sondern das Gemeinsame sichtbar
werden zu lassen.

Pressefotos:

Fotos zur Aussendung sind im Pressebereich der Wien Holding unter
www.wienholding.at/Presse/Presseaussendungen abrufbar. Honorarfreier
Abdruck im Zuge der Berichterstattung unter Nennung des Copyrights.