Wien (OTS) – Die aktuellen PISA-Ergebnisse zeigen bei den
MINT-Kompetenzen ein
gemischtes Bild: In den Naturwissenschaften steigt Österreich von 491
Punkten 2022 auf 497 Punkte und liegt damit über dem OECD-Schnitt von
482 und dem EU-Schnitt von 476 Punkten, die beide zurückgehen.
Beunruhigend ist hingegen die Entwicklung in Mathematik: Hier setzt
sich der Negativtrend fort – von 487 Punkten im Jahr 2022 auf nun 477
Punkte. Damit liegt Österreich zwar weiterhin über dem OECD-Schnitt
von 463 und dem EU-Schnitt von 460 Punkten, der erneute deutliche
Rückgang bei einer zentralen MINT-Grundkompetenz gibt aber Anlass zur
Sorge.
„Für Österreich als Industrie- und Innovationsland muss der
Anspruch sein, im internationalen Vergleich mehr als solide
abzuschneiden. MINT-Kompetenzen sind längst Standortkompetenzen: Sie
entscheiden darüber, ob Österreich bei Digitalisierung, künstlicher
Intelligenz, Energiewende und neuen Technologien auch künftig
entwickeln und produzieren kann oder im globalen Wettbewerb
zurückfällt“, betont Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), und ergänzt: „Angesichts des anhaltend
hohen Bedarfs an technischen Fachkräften muss es gelingen, mehr junge
Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
zu gewinnen und vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen.
Österreichs Rückfall im IMD-Ranking von Rang 16 im Jahr 2020 auf Rang
29 von 70 Volkswirtschaften 2026 zeigt: Gute MINT-Kompetenzen sind
eine zentrale Voraussetzung für mehr Wettbewerbsfähigkeit.“
MINT-Förderung möglichst früh – MINT-Gütesiegel und MINTality
Stiftung als Initiativen
MINT-Förderung müsse deutlich früher ansetzen. „Begeisterung für
Naturwissenschaften und Technik entsteht nicht erst bei der Bildungs-
oder Berufswahl. MINT beginnt im Kindergarten – mit Neugier,
Experimentieren, Entdecken und dem Vertrauen der Kinder in die
eigenen Fähigkeiten. Gerade Mädchen müssen von Beginn an erleben,
dass Technik und Naturwissenschaften selbstverständlich auch ihre
Welt sind“, so Neumayer. Die IV engagiert sich daher gemeinsam mit
Partnerinnen und Partnern unter anderem für das MINT-Gütesiegel und
die MINT-Regionen sowie über die MINTality Stiftung für eine
durchgängige MINT-Förderung.
Frühe Begeisterung bildet zwar die Basis, wichtig ist dann
allerdings, dass die grundlegenden Kompetenzen auch tatsächlich
erworben werden. Die Entwicklung ist hier besorgniserregend: In
Mathematik setzt sich der Negativtrend fort, und auch beim Lesen
brechen die Leistungen deutlich ein. Österreich fällt beim Lesen von
480 Punkten 2022 auf 467 Punkte und liegt damit nur noch knapp über
dem OECD-Schnitt von 461. „Deshalb braucht es die rasche Einführung
der Bildungspflicht, um die Vermittlung zentraler Kompetenzen in
Deutsch, Mathematik und Englisch verbindlich abzusichern und bei
Defiziten gezielte Förderung auszulösen“, unterstreicht Neumayer und
ergänzt: „Sichere Grundkompetenzen – insbesondere in Mathematik –
sind die Voraussetzung dafür, Talente weiterzuentwickeln und
Bildungswege in MINT, Technik und Innovation überhaupt erfolgreich
einschlagen zu können.“