Wien (OTS) – Mit 1. Oktober treten österreichweit die neuen Regeln
für sogenannte
„E-Mopeds“ in Kraft. Fahrzeuge der Klasse L1e-B, die bisher rechtlich
als Fahrräder behandelt wurden, werden künftig als Kraftfahrzeuge
eingestuft. Sie dürfen dann nicht mehr auf Radwegen unterwegs sein,
sondern ausschließlich auf der Fahrbahn, wie alle anderen Mopeds
auch. Mit der neuen Regelung kommen für die betroffenen Fahrzeuge
auch entsprechende Pflichten: Sie müssen für den Straßenverkehr
zugelassen und mit einem Kennzeichen versehen sein, es braucht eine
Kfz-Haftpflichtversicherung und regelmäßige Begutachtung des
Fahrzeugs, also ein „Pickerl“. Die Lenkerinnen und Lenker benötigen
eine Lenkberechtigung und es gilt Helmpflicht. Mobilitätsminister
Peter Hanke und Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima betonen
gemeinsam die Wichtigkeit der Neuerung im Sinne der
Verkehrssicherheit: „Ein Fahrzeug, das aussieht wie ein Moped, fährt
wie ein Moped und so schwer ist wie ein Moped, sollte kein Fahrrad
sein – und deshalb braucht es hier faire und nachvollziehbare Regeln.
Ab 1. Oktober gehören diese Fahrzeuge auf die Straße und nicht mehr
auf den Radweg. Zusätzlich müssen sie auch den Anforderungen der
hohen Verkehrssicherheitsstandards eines Kraftfahrzeuges entsprechen.
Damit schaffen wir mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen
und Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig war uns wichtig, den Menschen
ausreichend Zeit für die Umstellung zu geben und sie bei dem Umstieg
auf beispielsweise Fahrräder oder E-Bikes zu unterstützen“, so
Mobilitätsminister Peter Hanke.
Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima begrüßt das von Hanke auf
den Weg gebrachte E-Moped-Verbot auf Radwegen: „Als Stadt Wien haben
wir seit 2023 für ein Verbot im Sinne der Sicherheit auf Radwegen
gekämpft, haben aber bei der damals zuständigen grünen
Verkehrsministerin Gewessler kein Gehör gefunden. E-Mopeds sind in
vielen Fällen viel zu schnell unterwegs und sind auch aufgrund ihres
Gewichts eine echte Gefahr für Radfahrende und Fußgänger. Radfahrende
sollen auf den Radwegen sicher unterwegs sein – für sie errichten wir
laufend neue Radwege, allein im Hauptradwegenetz wurden in den
vergangenen Jahren in Wien über 100 Kilometer neue Radwege errichtet,
heuer kommen über 12,5 km neu dazu und es freut mich sehr, dass nun
endlich ein E-Moped-Verbot kommt “, so Sima.
Messungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hatten gezeigt,
dass knapp zwei Drittel der E-Mopeds deutlich über den bislang
erlaubten 25 km/h unterwegs sind. Auch laut Verkehrsexperten der TU
Wien beeinträchtigen E-Mopeds vor allem aufgrund ihres Gewichts bzw.
ihrer Fahrdynamik das Sicherheitsgefühl am Radweg massiv: Ein
durchschnittliches, kennzeichenloses E-Moped bringt 70 bis 80 kg
Leergewicht auf die Waage, dazu kommt das Gewicht des Fahrers und in
vielen Fällen zusätzliche Ladung. Zum Vergleich: Ein klassisches Mofa
mit Verbrennungsmotor, das auf der Straße fahren muss, wiegt rund 46
kg. Somit sei es überfällig, dass E-Mopeds künftig nicht mehr auf den
Radwegen fahren dürfen. Nicht nur Wien begrüßt das Verbot, auch der
Städtebund sieht seine langjährigen Forderungen erfüllt.
BMIMI organisiert Verkehrssicherheitstrainings für
Essenszusteller*innen
Besonders relevant ist die Umstellung für jene, die E-Mopeds im
Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit nutzen – etwa für
Essenszustellungen. Viele von ihnen werden – wie auch in anderen
Ländern üblich – auf Fahrräder und E-Bikes umsteigen. Um diese Gruppe
beim sicheren Umgang mit den neuen Regeln zu unterstützen,
organisiert das Mobilitätsministerium österreichweit für den Zeitraum
2026 bis 2029 Fahrrad- bzw. E-Bike-Verkehrssicherheitstrainings für
Zustellerinnen und Zusteller. Die Trainings werden von qualifizierten
Radfahrschulen durchgeführt, Anmeldungen sind ab dem 1. Oktober 2026
möglich.
Im Mittelpunkt steht das Thema „Sicher und rechtskonform
unterwegs – auch unter Zeitdruck“. Vermittelt werden unter anderem
grundlegende Kenntnisse der StVO, Verkehrszeichen und Vorrangregeln
sowie die sichere Ausstattung und praktische Anwendung der
Verkehrsregeln. Im Praxisteil wird das richtige Verhalten in
komplexen Verkehrssituationen trainiert – insbesondere im Umgang mit
Fußgängerinnen und Fußgängern, öffentlichen Verkehrsmitteln und
parkenden Fahrzeugen.
Weiterführender Link: https://www.bmimi.gv.at/emopeds
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/