Wien (OTS) – Mit Unimarkt verliert Österreich einen traditionsreichen
Lebensmittelhändler und ein wichtiges Stück regionaler Nahversorgung
. Für den Handelsverband ist dieses Aus ein dramatisches Signal , das
die prekäre Lage im heimischen Lebensmittelhandel aufzeigt.
„Die Entwicklungen bei der Unimarkt-Gruppe sind ein Alarmzeichen
für die gesamte Branche und vor allem für die Politik “ , betont
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will . „Explodierende Energie-,
Personal- und Mietkosten , volatile Weltmarktpreise und immer neue
bürokratische Auflagen der Politik haben die ohnehin knappen Margen
aufgezehrt. Selbst Traditionsbetriebe können unter diesen
Rahmenbedingungen nicht mehr bestehen.“
Verhandlungen mit der Industrie verliefen für Unimarkt leider
ergebnislos – vor allem die maßgeblichen internationalen Lieferanten
waren zu keinerlei Entgegenkommen bereit. Die höheren Einkaufspreise
und der „Österreich-Preisaufschlag“ multinationaler
Markenartikelhersteller machten ein kostendeckendes Wirtschaften
immer aussichtsloser, wie Andreas Haider im persönlichen Gespräch mit
Rainer Will bestätigte.
Zwtl.: Von Teilen der SPÖ angestoßene Debatte um Billigstpreise als
Sargnagel für Unimarkt
Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen: Der heimische
Lebensmittelhandel steht unter massivem Druck. Neben den genannten
Kostensteigerungen belasten insbesondere komplexe Meldepflichten ,
zusätzliche Umwelt- und Verpackungsvorgaben sowie regulatorische
Eingriffe , die oftmals ohne praxisgerechte Übergangsfristen
eingeführt werden, die gesamte Branche.
Erschwerend hinzu kommt die aktuelle Debatte über die hohe
Inflation . Wenn in Österreich über hohe Preise diskutiert wird,
rückt der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) reflexartig ins Zentrum der
Kritik . Schlagzeilen, die Supermärkte als „Preistreiber“
brandmarken, machen sich gut. Aber sie sind falsch.
Die nackten Zahlen belegen: Der Handel ist nicht Verursacher,
sondern selbst Betroffener der Teuerungskrise. Das hat auch die
Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in ihrer Branchenuntersuchung der
gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette bestätigt. Ungeachtet dieser
Fakten ist die unsägliche Debatte um Billigstpreise, Shrinkflation
und einer ‚Aktion scharf‘ gegen den Handel für Unimarkt der
Sargnagel. Die Politik trägt mit ihrem ständigen Händler-Bashing
zumindest eine Mitschuld.
„Die von Teilen der SPÖ angestoßene Billigstpreis-Diskussion
kosten den Qualitätsstandort Österreich viele Arbeitsplätze.
Gegenwärtige Regulierungspläne haben den Rest verursacht und zu
konsumentenseitigen Konsumrückgängen geführt “ , stellt Rainer Will
klar.
Zwtl.: Shrinkflation-Kennzeichnungspflicht am Regal würde Kostendruck
der Branche befeuern
Natürlich wissen wir: Für viele Menschen sind die Budgets knapp,
jede Preiserhöhung schmerzt. Umso wichtiger ist es, die Verantwortung
dort zu verorten, wo sie wirklich liegt. Der österreichische
Lebensmittelhandel sichert Nahversorgung, Vielfalt und Qualität. Wer
die Inflation bekämpfen will, muss die richtigen Stellschrauben
drehen: Energiekosten runter, faire Spielregeln gegenüber Fernost-
Plattformen und insb. weniger Bürokratie. Seit Jahren wird nur
darüber geredet, es müssen jetzt endlich Taten folgen.
„Wenn wir die Nahversorgung in Stadt und Land langfristig sichern
wollen, braucht es jetzt gezielte Maßnahmen. Dringend notwendig sind
Entlastungen bei Energie und Abgaben , vereinfachte Regularien und
vor allem nicht noch mehr Bürokratie in Form einer Shrinkflation-
Kennzeichnungspflicht am Regal . Ohne schnelle Korrekturen drohen
weitere Insolvenzen und ein Verlust an regionaler Vielfalt, der nicht
mehr rückgängig zu machen ist“ , so Will abschließend.
Der Handelsverband dankt Andreas Haider und dem gesamten
Leitungsteam von Unimarkt , dass bis zuletzt alles unternommen wird,
um Arbeitsplätze, Filialen und damit die Nahversorgung für die
Menschen zu sichern. Der Handelsverband steht als bundesweite
Interessenvertretung mit aller Kraft zur Seite.