Wien (OTS) – Anlässlich des morgigen Welttags für menschenwürdige
Arbeit erinnert
der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) daran, wie wichtig faire
Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und starke
Arbeitnehmer:innenrechte sind.
„Gerade in Zeiten von Klimakrise, Künstlicher Intelligenz, hohen
Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Umbrüchen brauchen
Beschäftigte Sicherheit und Perspektiven statt weniger Schutz“, sagt
ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
Weltweit setzen sich Gewerkschaften am 7. Oktober für faire Löhne
und Gehälter, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit ein.
Für den ÖGB ist klar: Gute Arbeit kommt nicht von selbst. Sie braucht
klare Regeln und starke Rechte für Beschäftigte.
Trotz Arbeit reicht es nicht zum (Über)Leben
In der EU sind Millionen von Erwerbstätigen armutsgefährdet;
Eurostat beziffert den Anteil für 2025 auf 8,3 Prozent aller
Beschäftigten. Bei der Weiterbildung zeigt der Adult Education
Survey, dass in der EU weniger als 40 Prozent der Erwachsenen
innerhalb eines Jahres an formaler oder nicht-formaler Bildung
teilnehmen.
Arbeitsqualität unter Druck: KI, Stress, Schein-Selbstständigkeit
Auch bei der Arbeitsqualität gibt es massive Probleme: KI
verändert die Arbeitswelt, psychische Belastungen nehmen zu und
undurchsichtige Subunternehmerketten begünstigen Lohndumping und
Sozialbetrug.
„Quality Jobs Act“: Gute Arbeit braucht verbindliche Regeln
Gute Arbeit darf kein Luxus sein, betont Schuberth: „Die EU muss
mit dem angekündigten „Quality Jobs Act“ jetzt liefern: verbindliche
Regeln für faire Löhne und Gehälter, Weiterbildung, Gesundheitsschutz
und den Einsatz von KI. Freiwillige Leitlinien reichen nicht. Gute
Arbeitsplätze brauchen klare gesetzliche Standards – und Arbeitgeber,
die sie einhalten müssen.“
Deregulierung ohne Abbau von Schutzrechten
Diese Regeln sind angesichts der aktuellen Diskussionen in Europa
über Bürokratieabbau und Deregulierung unabdinglich.
„Bürokratieabbau klingt zunächst vernünftig. Aber genau unter
diesem Schlagwort werden zunehmend auch Schutzrechte zur Disposition
gestellt, die mit unnötiger Bürokratie nichts zu tun haben. Deshalb
muss bei jeder Deregulierung gefragt werden: Wird tatsächlich
vereinfacht oder werden unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus Rechte
abgebaut? Arbeitnehmer:innenrechte sind kein Hindernis für
Wettbewerbsfähigkeit. Ein starker Wirtschaftsstandort entsteht durch
Produktivität, Innovation, Qualifikation und gute Arbeitsbedingungen
– nicht durch weniger Schutz für Beschäftigte“, schließt ÖGB
Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
Der ÖGB fordert:
– Keine Deregulierung auf Kosten von Arbeitnehmer:innenrechten und
Arbeitnehmer:innenschutz
– Investitionen in sichere Arbeitsplätze sowie Aus- und Weiterbildung
– Faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und starke Mitbestimmung für
Beschäftigte
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at