Haarentfernung

Grüne zu Antisemitismus-Bericht: „Antisemitismus konsequent bekämpfen und Gedenkpolitik stärken“

Wien (OTS) – 671 antisemitische Vorfälle im ersten Halbjahr 2026,
darunter zwölf
physische Angriffe und 18 Bedrohungen: Der aktuelle Bericht der
Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
zeigt, wie dringend konsequentes Handeln notwendig ist. Besonders
besorgniserregend ist der Anstieg körperlicher Angriffe und
Bedrohungen. „Antisemitismus kommt aus unterschiedlichen
ideologischen Richtungen und reicht bis weit in die Mitte der
Gesellschaft. Wir müssen jeder Form entschieden entgegentreten“,
betont Lukas Hammer, Sprecher der Grünen für Gedenkpolitik und
Rechtsextremismus.

Die Bundesregierung müsse die unter grüner
Regierungsverantwortung eingeschlagene Arbeit fortsetzen und die
Nationale Strategie gegen Antisemitismus weiterführen und
novellieren. „Der Antisemitismus als ‚Gerücht über die Juden‘ hat
seit jeher nichts mit den Handlungen der Objekte seines Hasses zu
tun. Deshalb muss auch eine Kritik des Antisemitismus, wie seine
Prävention, bei denjenigen ansetzen, die antisemitische Ressentiments
verinnerlicht haben. Als umfassende Welterklärung ist der
Antisemitismus auch nicht auf ein politisches Spektrum beschränkt,
sondern bildet eine Querschnittsideologie. Und genau das macht ihn
auch so gefährlich“, sagt Hammer.

„Berechtigte Kritik an der israelischen Regierung und den
Menschenrechtsverletzungen, für die sie verantwortlich ist, darf
nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Wenn aber der jüdische
Staat einseitig dämonisiert wird, wenn Jüdinnen und Juden in
Österreich für das Handeln Israels verantwortlich gemacht, pauschal
beschuldigt oder angegriffen werden, ist eine klare Grenze
überschritten“, meint Hammer. Es sei alarmierend, wie sich der
gesellschaftliche Diskurs hier vergiftet hat.

Zugleich brauche es eine engagierte Erinnerungs- und
Gedenkpolitik. Mit Blick auf die FPÖ hält Hammer fest: „Die FPÖ ist
die Partei der deutschnationalen Burschenschafter, die historisch
eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des Antisemitismus im
akademischen Milieu spielten und diese Tradition bis heute pflegen.
Das Dinghofer-Symposium steht exemplarisch dafür: Dort wurde ein
bekennender Antisemit geehrt und ein Verleger ausgezeichnet, der
Holocaust-Leugner in seinem Programm führt. Sollte das Symposium auch
heuer wieder in den Räumlichkeiten des Parlaments stattfinden, wäre
das ein fatales politisches Signal.“

„Die FPÖ und ihr rechtsextremes Vorfeld tragen dazu bei,
Antisemitismus ideologisch salonfähig zu machen. Wer Antisemitismus
konsequent bekämpfen will, darf nicht wegsehen, wenn antisemitische
Traditionen geehrt und verharmlost werden“, hält Hammer fest.