Grüne Wien/Pühringer, Malle, Stadler zu offenem Brief an Emmerling: Fehlende Ferienbetreuung zeigt Systemversagen in der Inklusion

Wien (OTS) – „Wenn Kinder mit Behinderungen und erhöhtem Förderbedarf
keinen
Ferienbetreuungsplatz bekommen, dann ist das keine Inklusion, sondern
Ausgrenzung mit Ansage. Diese Schieflage ist das Ergebnis eines
systemischen Versagens von SPÖ und Neos, wenn es um Inklusion geht“,
so Judith Pühringer, Parteivorsitzende Grüne Wien, angesichts eines
aktuellen offenen Briefs zur fehlenden Inklusion an Stadträtin
Emmerling . Unterzeichnet ist der Brief von vier Organisationen, 19
Elternvereinen und einem Schulstandort.
„Wien rühmt sich gerne als Vorreiterin der Inklusion und zeichnet das
Bild einer Stadt, in der alle Kinder die gleichen Chancen haben. Die
Realität sieht aber anders aus – und das ausgerechnet dort, wo
Familien jetzt im Sommer dringend Unterstützung brauchen: in der
Ferienbetreuung“, kritisieren Julia Malle und Felix Stadler, die
Bildungssprecher:innen der Wiener Grünen.

Plätze fehlen – und wer nicht im richtigen Moment klickt, bleibt
draußen

Es gibt viel zu wenige Plätze für Kinder mit erhöhtem
Förderbedarf. Bestehende Angebote sind innerhalb kürzester Zeit
ausgebucht. „Ein System, bei dem Betreuung davon abhängt, ob Eltern
frühmorgens schnell genug auf ‘Buchen’ klicken, ist weder fair noch
sozial – und schon gar nicht inklusiv“, so Malle und Stadler. An
manchen Campus-Standorten zeigt sich die Schieflage besonders
deutlich: „Während Kinder ohne Förderbedarf selbstverständlich am
eigenen Standort betreut werden, werden Kinder mit Behinderungen
ausgeschlossen oder an andere Orte verwiesen. Das ist strukturelle
Ungleichbehandlung“, halten Malle und Stadler fest.

Systemversagen wird auf Kinder abgeschoben

Besonders alarmierend sind Berichte, wonach Kinder aufgrund von
angeblich „schwierigem Verhalten“ von der Betreuung ausgeschlossen
werden. „In Wahrheit scheitert hier keinesfalls das Kind, sondern das
System“, so Parteivorsitzende Pühringer. „Dass am Ende die
Verantwortung für ein Systemversagen den Familien zugeschoben wird,
ist völlig inakzeptabel.“ Dass es sich um ein systemisches Versagen
beim Thema Inklusion handle, würde nicht zuletzt auch der
Kindergartenbereich belegen: Hunderte Kinder mit Behinderungen warten
nach wie vor auf einen inklusiven Kindergartenplatz. „Es ist eine
Schande für eine Stadt wie Wien, dass sich an dieser Situation seit
Jahren kaum etwas verbessert“, so Malle und Stadler.

„Inklusion ist Grundrecht, kein Nice-to-have“

Die Grünen Wien unterstützen die Forderungen nach einem massiven
Ausbau inklusiver Betreuungsplätze, ausreichend qualifiziertes
Personal und echte Gleichbehandlung an allen Standorten. „Inklusion
ist kein Luxus und kein Nice-to-have. Sie ist ein Grundrecht. Und
dieses Grundrecht wird in Wien derzeit für viele Kinder schlicht
nicht eingelöst“, so Pühringer abschließend.