Grüne Wien/Kraus, Sequenz: Stadtentwicklung darf nicht länger an Autobahnbau hängen – „Stadtregierung legt selbst auferlegte Fesseln ab“

Wien (OTS) – Zwei wichtige Geschäftsstücke standen heute im Wiener
Stadtsenat auf
der Tagesordnung: Sowohl im Oberen Hausfeld als auch in der Seestadt
Nord werden Teile dieser Stadtentwicklungsgebiete nicht mehr vom Bau
hochrangiger Straßen abhängig gemacht. Die Grünen Wien begrüßen
diesen Schritt ausdrücklich: „Jahrelang wurde so getan, als könnten
Wohnungen, Schulen und Geschäfte nur entstehen, wenn gleichzeitig
neue Autobahnen oder Schnellstraßen gebaut werden. Die Stadt legt nun
Stück für Stück die selbst auferlegten Fesseln ab – das ist positiv
und ein Schritt in Richtung vernünftiger Stadtentwicklungspolitik“,
sagt Peter Kraus, Stadtrat und Parteivorsitzender der Grünen Wien.

„Mit dem Entscheid im Stadtsenat wird eine jahrelange Grüne Forderung
endlich durchgesetzt: Die Seestadt kann und muss unabhängig vom Bau
neuer, großer Straßen weiterentwickelt werden. Dass jetzt erneut
Baufelder entkoppelt werden, ist ein wichtiger Schritt“, ergänzt
Heidi Sequenz, Mobilitätssprecherin der Grünen Wien.

Oberes Hausfeld: Entwicklung nicht mehr an Lobauautobahn gekoppelt

Im Oberen Hausfeld betrifft die Änderung einen kleinen Bereich
zwischen Stadtstraße und U-Bahntrasse. Dort sind unter anderem ein
Bildungscampus und Geschäfte vorgesehen. Die Entwicklung dieses
Areals war im UVP-Verfahren mit der 5 Kilometer entfernten
Lobauautobahn verknüpft worden. Diese Koppelung wird nun zur Gänze
durch eine Änderung des UVP-Projekts aufgehoben. „Es war von Anfang
an sachlich nicht nachvollziehbar, warum ein kleiner
Stadtentwicklungsbereich mit Bildungseinrichtungen und Nahversorgung
vom Bau der Lobauautobahn abhängig sein sollte. Gut, dass diese
Verknüpfung jetzt beseitigt wird”, so Sequenz. Das Obere Hausfeld ist
mit zwei U-Bahnstationen, einer Straßenbahn und mehreren Buslinien
bestens mit Öffis versorgt.

Seestadt Nord: Weitere Baufelder nicht mehr von S1-Spange abhängig

Auch in der Seestadt Nord kommt Bewegung in eine jahrelange Blockade.
Die weitere Entwicklung der Seestadt wurde im UVP-Verfahren mit der
Verkehrsfreigabe der Stadtstraße beziehungsweise mit der S1-Spange
verknüpft. Die Grünen fordern seit Jahren, dieses Junktim aufzuheben.
Bereits 2025 wurden durch eine Änderung des UVP-Bescheids 23
Baufelder aus dieser Verknüpfung gelöst. Nun kommen rund 25 weitere
Baufelder hinzu. „Wien braucht Wohnungen, soziale Infrastruktur und
lebendige Stadtteile – und keine künstlichen Abhängigkeiten von
Straßenbauprojekten. Nach den ersten Entkoppelungen 2025 müssen jetzt
konsequenterweise auch die verbleibenden Flächen folgen“ so Kraus und
Sequenz abschließend.