Wien (OTS) – Die anhaltende Unterstützung für
Wirtschaftskammerpräsident Ruck
durch Bürgermeister Ludwig ist angesichts der anhaltenden kritischen
Berichte nicht nachvollziehbar. Sogar die ÖVP, Rucks eigene Partei,
bis hinauf zum Bundeskanzler wendet sich von Ruck ab, nur der
Bürgermeister nicht. „Bürgermeister Ludwig muss jetzt Verantwortung
übernehmen, um Schaden von den demokratischen Institutionen
abzuwenden. Charakterstärke zeigt sich nicht darin, einem
langjährigen Freund um jeden Preis die Treue zu halten.
Charakterstärke bedeutet, auch die eigenen Verfehlungen anzuerkennen
und Konsequenzen einzufordern, um Schaden am Vertrauen in die Politik
abzuwenden. Bürgermeister Ludwig muss Walter Ruck unmissverständlich
den Rücktritt nahelegen – auch wenn es persönlich schwerfällt“, so
Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien.
Seit Wochen wird die Causa Ruck öffentlich diskutiert. Zahlreiche
Berichte haben schwerwiegende Fragen aufgeworfen – von
Postenschacher, Freunderlwirtschaft, Sexismus bis hin zu neuen
Vorwürfen der Manipulation des Ergebnisses der Wirtschaftskammer-
Wahl. Dennoch hält Ludwig als einer der wenigen weiterhin
demonstrativ an Ruck fest. „Es ist völlig unverständlich, warum der
Bürgermeister sämtliche Kritik und alle neuen Enthüllungen einfach
ignoriert. Wegschauen ist keine politische Strategie und Durchtauchen
keine verantwortungsvolle Führung“, so Kraus. Ludwig muss auch dafür
sorgen, die Vorwürfe hinsichtlich Postenschacher, Freunderlwirtschaft
und Hinterzimmerpolitik lückenlos aufzuklären. Das laute Schweigen
der SPÖ – z.B. durch Frauenstadträtin Hanel Torsch – lässt die
Vermutung zu, dass Kritik auch innerhalb der Sozialdemokrat:innen
nicht erwünscht ist.
„Der Bürgermeister muss jetzt alles daransetzen, das Vertrauen
der Bevölkerung in die Politik wiederherzustellen. Es könnte sonst
der Eindruck entstehen, persönliche Loyalitäten seien wichtiger als
politische Verantwortung“, betont Kraus.