Haarentfernung

Grüne Wien/Berner: Auszeit-WG braucht grundlegende Neuaufstellung

Wien (OTS) – Die Grünen Wien erneuern ihre Forderung, die Betreuung
von
gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen grundlegend neu aufzustellen:
„Die Mängel an der Auszeit-WG sind mittlerweile offensichtlich, die
Kritik reißt nicht ab. Kurzfristige Maßnahmen und reine
Zwangskontexte sind für gewaltbereite Kinder und Jugendliche keine
nachhaltigen Lösungen“, betont Berner.

Erneut steht die „Auszeit-WG“ in Wien in der Kritik: Anlass sind
Medienberichte über einen der wenigen Bewohner der Einrichtung, der
nach einer Einlieferung ins Spital von dort geflüchtet und seither
abgängig ist. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass Zwang und
Strafe allein keine nachhaltigen Verhaltensänderungen bewirken.
Entscheidend sind der Aufbau von Vertrauen und die Möglichkeit, eine
stabile Beziehung zu einer oder zwei verlässlichen Bezugspersonen zu
entwickeln, so Berner weiter: „Wie soll das in einer nur
sechswöchigen Einzelunterbringung gelingen? Nachhaltige
Beziehungsarbeit braucht Zeit, Kontinuität und ein Umfeld, das
langfristig trägt. Das kann eine kurzfristige Maßnahme wie die
Auszeit-WG nicht leisten.“

Statt punktueller Interventionen brauche es Betreuungskonzepte,
die möglichst früh ansetzen – bereits dann, wenn Kinder und
Jugendliche erstmals durch problematisches Verhalten auffallen. Diese
müssten über mindestens ein Jahr, besser noch länger, angelegt sein
und auf kontinuierliche Beziehungsarbeit setzen.

Auch der Verfassungsdienst übte jüngst Kritik an der „Auszeit-WG“
aufgrund fehlender rechtlicher Grundlagen: „Es ist erstaunlich, dass
Stadträtin Emmerling die Kritik nicht ernst nimmt und keine
notwendigen Konsequenzen daraus zieht. Es liegt in ihrer
Verantwortung, gesetzeskonforme Maßnahmen zu schaffen, die Kindern
tatsächlich helfen und langfristig Wirkung entfalten. Die
Verantwortung auf den Bund abzuschieben, reicht nicht. Wien muss
selbst tragfähige Lösungen entwickeln und umsetzen“, fordert Berner
abschließend.